Fallakte

Celsius-Gründer Alexander Mashinsky wegen Kryptobetrugs verurteilt

12 Jahre Haft für den Gründer von Celsius Network nach systematischer Täuschung von Kunden und Marktmanipulation

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Alex Mashinsky stands in front of a digital display showing a steep decline in cryptocurrency values, symbolizing the collapse of Celsius Network and the financial turmoil faced by its users.
BEWEIS

Fakten

TäterAlexander Mashinsky, 59 years old
OpferKrimiNyt has chosen not to publish the names of individual victims in this case
TatortNew York, USA – U.S. District Court for the Southern District of New York
TatzeitpunktApprox. 2020–2022
DeliktCommodities fraud and securities fraud

Alexander Mashinsky, 59, Gründer der Kryptoplattform Celsius Network, wurde am 8. Mai 2025 vom U.S. District Court for the Southern District of New York zu 12 Jahren Haft verurteilt. Er hatte Kunden über die Sicherheit ihrer Einlagen getäuscht und den Marktpreis des plattformeigenen Tokens manipuliert.

Der Fall

Der Fall gegen Alexander Mashinsky gehört zu den aufsehenerregendsten Strafverfahren der jüngeren Kryptowährung Geschichte. Celsius Network präsentierte sich der Öffentlichkeit als sicheres und transparentes Alternativmodell zu traditionellen Finanzinstituten. Nutzer konnten Kryptowährungen einzahlen und Zinsen darauf erwirtschaften. Mashinsky versicherte seinen Kunden dabei wiederholt, dass ihre Gelder sicher verwahrt und solide verwaltet würden.

Die Realität sah anders aus. Laut Anklage täuschte Mashinsky die Kunden systematisch darüber, wie die Vermögenswerte der Plattform tatsächlich verwaltet wurden und welche Risiken die Nutzer dabei eingingen. Zudem manipulierte er aktiv den Marktpreis des plattformeigenen Krypto-Token CEL – zu seinem eigenen Vorteil und auf Kosten der Kunden, die in gutem Glauben handelten.

Zeitlinie

1. Januar 2020

Betrügerisches Verhalten beginnt bei Celsius Network

Ab etwa Anfang 2020 täuscht Mashinsky systematisch Kunden über die Sicherheit von Einlagen und manipuliert den Marktpreis des CEL-Tokens.

31. Dezember 2022

Der strafbare Zeitraum endet

Das angeklagte betrügerische Verhalten dauert bis etwa Ende 2022 an, als Celsius Network zusammenbricht und Kunden der Zugang zu ihren Mitteln eingefroren wird.

3. Dezember 2024

Mashinsky legt Schuldeingeständnis vor Bundesgericht ab

Am 3. Dezember 2024 bekennt sich Alexander Mashinsky in zwei Anklagepunkten – commodities fraud und securities fraud – vor dem SDNY in New York schuldig.

8. Mai 2025

Urteil: 12 Jahre Haft und Einziehung von über 48 Mio. USD

Richter John G. Koeltl verkündet am 8. Mai 2025 das Urteil: 12 Jahre Haft, 3 Jahre überwachte Entlassung, eine Geldstrafe von 50.000 USD sowie die Einziehung von 48.393.446 USD.

8. Mai 2025

Mashinsky beantragt Aufhebung des Urteils

Nach der Urteilsverkündung reicht Mashinsky bei demselben erstinstanzlichen Gericht eine motion to vacate ein – eine nachfolgende prozessuale Anfechtung auf erstinstanzlicher Ebene.

Schuldbekenntnis und Urteil

Am 3. Dezember 2024 legte Mashinsky vor dem U.S. District Court for the Southern District of New York ein Geständnis ab. Er bekannte sich in zwei Anklagepunkten schuldig: Warenbetrug (Commodities Fraud) und Wertpapierbetrug (Securities Fraud).

Das Urteil sprach Richter John G. Koeltl am 8. Mai 2025 in Manhattan:

- 12 Jahre Haft

- 3 Jahre Bewährung nach Verbüßung der Strafe

- Geldstrafe von 50.000 USD

- Einziehung von 48.393.446 USD

Die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York (SDNY) betonte im Zusammenhang mit dem Urteil, dass Mashinsky das Vertrauen seiner Kunden missbraucht habe und die Strafe der Schwere der begangenen Straftaten entspreche.

Ermittlungen

Die Ermittlungen gegen Mashinsky und Celsius Network wurden von US-amerikanischen Behörden geführt, darunter die Staatsanwaltschaft des SDNY, die für die Bearbeitung komplexer Finanzstrafverfahren bekannt ist. Die Ermittlungen erstreckten sich über mehrere Jahre und umfassten die Auswertung umfangreicher Finanztransaktionen, interner Kommunikation und Plattformdaten.

Aktueller Stand

Nach der Urteilsverkündung beantragte Mashinsky beim selben Gericht eine Aufhebung des Urteils (sog. Motion to Vacate). Dabei handelt es sich um einen verfahrensrechtlichen Schritt auf Ebene des Ausgangsgerichts – keine Berufung an eine höhere Instanz. Über diesen Antrag war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine Entscheidung bekannt.

Der Fall hat die Debatte über die Regulierung von Kryptoplattformen und den Anlegerschutz in den USA nachhaltig geprägt. Celsius Network war 2022 kollabiert, und Tausende Kunden verloren dabei den Zugang zu ihren Einlagen.

Zu diesem Fall fragen

Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNyt

Diesem Fall folgen

Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Celsius-Gründer Alexander Mashinsky wegen Kryptobetrugs verurteilt erscheint oder ein Urteil fällt.

Diesen Beitrag teilen: