Der Fall Rebecca Reusch — Berlin 2019
Das spurlose Verschwinden aus dem Kinderzimmer
Veröffentlicht 7. Mai 2026

Fakten
Das Verschwinden
Am Morgen des 18. Februar 2019 verschwand die 15-jährige Rebecca Reusch spurlos aus dem Einfamilienhaus ihrer Familie in Berlin-Lichterfelde, einem gehobenen Wohnviertel im Südwesten der Hauptstadt. Was als Schulverweigerung begann, entwickelte sich schnell zum meistbeachteten Vermisstenfall Deutschlands der vergangenen zwei Jahrzehnte.
Rebecca hatte die Nacht vom 17. auf den 18. Februar bei ihrer älteren Schwester und deren Ehemann verbracht. Als sie am Montagmorgen nicht zur Schule erschien, schlugen die Eltern Alarm. Ihr Zimmer wirkte aufgeräumt, es gab keine Anzeichen für Gewalt oder Einbruch. Schnell wurde klar: Das Mädchen musste nachts aus dem Haus verschwunden sein.
Die Großfahndung
Die Berliner Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein. Da Rebeccas Mutter dänische Wurzeln hat und die Familie Verbindungen nach Dänemark unterhält, wurden auch die dänischen Behörden in die Ermittlungen einbezogen. Hunderte Beamte durchkämmten die Gegend um Lichterfelde, Hubschrauber kreisten über der Stadt, und die Suche erstreckte sich bis nach Dänemark, wo die Familie ein Sommerhaus besitzt.
Zeitlinie
Rebecca Reusch wird geboren
Rebecca Reusch wird am 21. September 2003 geboren.
Rebecca Reusch verschwindet in Berlin-Britz
Die 15-jährige Rebecca Reusch verschwindet aus der Wohnung ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz, Neukölln. Dies ist das letzte bekannte Datum ihres Aufenthalts an der Adresse.
Staatsanwaltschaft bestätigt: Fall weiterhin aktiv
Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt 2023, dass die Mordkommission den Fall Rebecca Reusch weiterhin als möglichen Tötungsdelikt-Fall untersucht.
Zeitweise konzentrierten sich die Ermittler auf einen See in der Nähe des dänischen Ferienhauses. Taucherteams führten gezielte Suchaktionen durch — ohne Ergebnis. Die Theorie, Rebecca könnte nach Dänemark gebracht worden sein, ließ sich nie erhärten.
Der Verdacht gegen den Schwager
Schon früh richtete sich der Fokus auf das familiäre Umfeld. Die Polizei nahm Rebeccas 27-jährigen Schwager ins Visier, in dessen Haus das Mädchen die letzte Nacht verbracht hatte. Er wurde zweimal festgenommen und intensiv verhört. Die Ermittler waren überzeugt, belastende Indizien gegen ihn zu haben, doch nach wiederholten Befragungen musste er mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen werden.
Obwohl er weiterhin als Hauptverdächtiger galt, reichten die Beweise nach deutschem Strafrecht nicht für eine Anklage aus. Welche konkreten Indizien die Polizei gegen den Schwager hatte, wurde nie öffentlich bekannt. Die deutsche Rechtskultur bietet Beschuldigten weitreichende Schutzrechte, und ohne Leiche oder andere eindeutige forensische Beweise blieb der Fall für die Staatsanwaltschaft nicht verhandlungsfähig.
Die Suche nach Antworten
In den Jahren nach dem Verschwinden führte die Polizei immer wieder neue Suchaktionen in und um Berlin durch. Die Ermittler gingen unzähligen Hinweisen aus der Bevölkerung nach — manche vielversprechend, viele weniger glaubwürdig. Spürhunde kamen zum Einsatz, an verschiedenen Stellen wurde der Boden aufgegraben, elektronische Spurensuche wurde betrieben.
Der Fall Rebecca Reusch entwickelte sich zu einem der meist diskutierten Kriminalfälle Deutschlands. Dokumentationen wurden produziert, Podcasts gestartet, und in den Medien wurde kontrovers debattiert, ob das Rechtssystem das 15-jährige Opfer im Stich gelassen habe. Auch in der dänischen True-Crime-Community fand der Fall große Beachtung, nicht zuletzt wegen Rebeccas dänischer Familiengeschichte.
Bis heute ohne Lösung
Mehr als fünf Jahre nach ihrem Verschwinden ist Rebecca Reuschs Schicksal weiterhin unbekannt. Ihre Leiche wurde nie gefunden, niemand wurde in dem Fall angeklagt. Das bedeutet rechtlich: Sollten neue Beweise auftauchen, können die Ermittlungen jederzeit wieder aufgenommen werden. In Deutschland gibt es zahlreiche Beispiele für Cold Cases, die nach Jahren des Stillstands plötzlich wieder aufgerollt wurden.
Für die Familie ist es ein nie endender Kampf um Gerechtigkeit und die Hoffnung, ihre Tochter zurückzubekommen. Rebeccas Foto zirkuliert nach wie vor auf deutschen Vermisstenportalen, und ihr Name bleibt ein Synonym für einen der rätselhaftesten Vermisstenfälle der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte.
Zu diesem Fall fragen
Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNytDiesem Fall folgen
Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Der Fall Rebecca Reusch — Berlin 2019 erscheint oder ein Urteil fällt.

