Der Hollywood Bandit — Bankräuber mit Bühnenreife
William Scott Scurlock überfiel in den 1990er-Jahren Banken im Raum Seattle – mit theatralischen Verkleidungen und Hollywood-reifer Maske. Am 28. November 1996 erschoss er sich selbst, als FBI-Agenten ihn in die Enge trieben.
Veröffentlicht 3. Juni 2026

Falldetails
Quick Facts
Klassifizierung:
Fakten
William Scott Scurlock beging in den 1990er-Jahren im Raum Seattle eine Serie sorgfältig geplanter Bankraübereien – ausgestattet mit Verkleidungen von nahezu hollywoodreifer Qualität. Der Fall, der in den US-Medien als „Hollywood Bandit“-Saga bekannt wurde, endete am 28. November 1996 abrupt, als Scurlock sich selbst das Leben nahm, während FBI-Agenten sein Versteck in Olympia, Washington, umstellten.
Wer war William Scott Scurlock?
Scurlock, geboren am 5. März 1955, war ehemaliger Vorklinisch-Medizinstudent. Sein anatomisches Wissen und sein Interesse an der Theaterkunst nutzte er, um sich bei jedem Überfall nahezu unkenntlich zu machen. Aufwendiges Make-up, Prothesen und Kostüme verwandelten sein Äußeres von Mal zu Mal vollständig – ein Vorgehen, das die Ermittler über Jahre hinweg vor erhebliche Schwierigkeiten stellte.
Für seine Überfälle rekrutierte Scurlock zwei Mittäter: Steven Paul Meyers und Mark John Biggins. Das Trio plante jede Operation detailliert vor. Scurlock selbst war dabei mit einer 9-mm-Glock bewaffnet.
Zeitlinie
William Scott Scurlock geboren
Der spätere „Hollywood Bandit“ wird geboren. Als ehemaliger Vorklinisch-Medizinstudent wendet er sich später einer Serie von Bankräubereien zu.
Beginn der Bankraufserie
Scurlock beginnt seine Serie sorgfältig geplanter Bankraube im Raum Seattle und nutzt dabei theatralisches Make-up und aufwendige Verkleidungen, um seine Identität zu verschleiern.
Letzter Banküberfall und Schusswechsel
Scurlock begeht seinen letzten Überfall in Nordseattle. Die Situation eskaliert zu einer Verfolgungsjagd und einem bewaffneten Zusammentreffen mit der Polizei.
Scurlock stirbt durch Suizid während der Fahndung
Von FBI-Agenten in einem Anhänger in Olympia, Washington, eingekreist, erschießt sich Scurlock selbst — die Fahndung endet damit abrupt.
Offizielle Identifizierung bestätigt
Das FBI identifiziert den verstorbenen Verdächtigen nach Durchsuchung seiner Anwesen in Olympia offiziell als William Scott Scurlock.
Anklage gegen die Mittäter
Steven Paul Meyers und Mark John Biggins werden vor dem Bundesgericht in Seattle wegen Bankraubs und des Einsatzes von Schusswaffen bei der Begehung einer Straftat angeklagt.
Verurteilung der Mittäter
US-Bundesrichter William L. Dwyer verurteilt sowohl Meyers als auch Biggins zu je 21 Jahren und 3 Monaten Haft sowie 5 Jahren Bewährung.
Bankraub USA
Der letzte Überfall und die Fahndung
Am 27. November 1996 eskalierte der bislang letzte Überfall der Gruppe im Norden Seattles. Es kam zu einem Schusswechsel mit der Polizei, woraufhin eine intensive Fahndung durch die Stadt begann. Entscheidende Hinweise lieferte schließlich Mittäter Steven Paul Meyers, dessen Angaben den Ermittlern halfen, den Suchkreis einzugrenzen.
FBI-Agenten umstellten einen Anhänger in Olympia, Washington, in dem Scurlock Unterschlupf gesucht hatte. Ohne Fluchtmöglichkeit erschoss er sich selbst. Am 29. November 1996 bestätigten die Behörden seine Identität offiziell nach Durchsuchung seiner dortigen Anwesen. Die Durchsuchung förderte zudem sein umfangreiches Verkleidungsmaterial, Waffen sowie Grundrisse von Bankgebäuden zutage.
FBI-Fahndung
Keine zivilen Todesopfer
Trotz der Schwere der Taten kamen bei den Überfällen keine Zivilpersonen ums Leben. Opfer waren vor allem Bankangestellte und Kunden, die bewaffneten Überfällen ausgesetzt waren. Das psychische Trauma solcher Erlebnisse ist jedoch nicht zu unterschätzen: Wer einem bewaffneten Räuber gegenübersteht, trägt die Folgen oft lange Zeit.
Verurteilung der Mittäter
Da Scurlock vor seiner Festnahme starb, kam es gegen ihn zu keinem Strafprozess. Am 2. Dezember 1996 wurden Meyers und Biggins vor dem Bundesgericht in Seattle wegen Bankraubs sowie des Einsatzes von Schusswaffen bei der Begehung einer Straftat angeklagt. Bundesrichter William L. Dwyer verurteilte beide am 15. Mai 1997 zu identischen Strafen: 21 Jahre und 3 Monate Haft, gefolgt von fünf Jahren Bewährung.
US-Bundesgericht Strafmaß
Der Fall heute
Der „Hollywood Bandit“-Fall ist bis heute ein viel beachtetes Kapitel der amerikanischen Kriminalgeschichte. Die Netflix-Dokumentation „How to Rob a Bank“ beleuchtet Scurlocks Methoden und Psychologie. Auch auf YouTube finden sich detaillierte Aufarbeitungen des Falls, die das Interesse neuer Generationen wachhalten.
Für die Geschichte des Bundesstaates Washington steht der Fall exemplarisch für die Grenzen traditioneller Ermittlungsarbeit, wenn Täter mit durchdachten Verkleidungen vorgehen. Scurlocks Geschichte bleibt eine Mahnung: Selbst die akribischste Planung schützt nicht vor dem Scheitern – und ein Leben in der Kriminalität selten vor einem tragischen Ende.
Medienberichterstattung
TV series
- How to Rob a Bank(2026)
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