Clerkenwell Crime Syndicate: Jahrzehnte organisierter Kriminalität
Die Adams-Familie aus dem Londoner Stadtteil Clerkenwell wird seit den 1980er-Jahren mit Drogenhandel, Geldwäsche, Erpressung und Raub in Verbindung gebracht – dokumentiert durch eine Reihe separater Strafverfahren.
Veröffentlicht 6. Juni 2025
Fakten
Der Fall im Überblick
Das Clerkenwell Crime Syndicate – in britischen Medien und Ermittlerkreisen auch als „Adams-Familie“ oder „A-Team“ bekannt – ist eine britische Gruppe der organisierten Kriminalität mit Basis in Clerkenwell und Islington im nördlichen London. Seit den 1980er-Jahren standen Kernmitglieder des Syndikats, darunter die drei Brüder Terence „Terry“, Thomas „Tommy“ und Patrick „Patsy“ Adams, im Fokus zahlreicher britischer Strafverfahren. Die Verfahren erstrecken sich über Jahrzehnte und umfassen Drogenhandel, Geldwäsche, Erpressung und Raub. Ein weiteres Familienmitglied, Michael Adams, wurde zudem wegen Steuerbetrugs verurteilt.
Es handelt sich dabei nicht um einen einzigen, abgeschlossenen Prozess, sondern um eine Reihe individueller Strafverfahren, die zusammen das Bild einer Familie mit langjähriger Verstrickung in die organisierte Kriminalität Londons zeichnen.
Die Verbrechen
Nach rechtskräftigen Gerichtsentscheidungen war das Clerkenwell Crime Syndicate in ein breites Spektrum schwerer Straftaten verwickelt. Drogenhandel, Geldwäsche, Erpressung und Raub stehen im Mittelpunkt der dokumentierten Verfahren gegen die Familienmitglieder.
Zeitlinie
Clerkenwell Crime Syndicate etabliert sich in London
Ab Anfang der 1980er Jahre beginnt die Adams-Familie, in Clerkenwell und Islington ein Netzwerk mit Verbindungen zu Drogenhandel und organisierter Kriminalität aufzubauen.
Terry Adams wegen Geldwäsche verurteilt – 7 Jahre Haft
Terence 'Terry' Adams, beschrieben als zentrale Figur in der Führung des Syndikats, wird wegen Geldwäsche verurteilt und erhält vor einem britischen Gericht eine Haftstrafe von 7 Jahren.
Prozess gegen Tommy Adams beginnt
Einer der größeren Prozesse gegen Mitglieder des Syndikats beginnt 2016, als Tommy Adams vor einem britischen Gericht wegen Geldwäsche angeklagt wird.
Tommy Adams zu 7 Jahren Haft wegen Geldwäsche verurteilt
Thomas 'Tommy' Adams wird der Geldwäsche für schuldig befunden und zu 7 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil markiert einen der jüngsten größeren Abschlüsse von Prozessen gegen die Adams-Familie.
Britische Medien brachten den Namen des Syndikats im Laufe der Jahre mit rund 25 Tötungsdelikten in Verbindung. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Verbindungen nicht alle gerichtlich bewiesen wurden. Dokumentiert und belegt sind ausschließlich die von britischen Gerichten bestätigten Urteile.
Ein besonderes Kapitel stellt Patrick „Patsy“ Adams dar, der zu 9 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er eine Person erschossen hatte, die er des Verrats an die Polizei verdächtigte. Dieser Fall verdeutlicht das von Gewalt geprägte Milieu, in dem die Mitglieder des Syndikats operierten.
Die Ermittlungen
Die Ermittlungen gegen die Adams-Familie zogen sich über Jahrzehnte hin und banden britische Behörden in einen langwierigen und komplexen Einsatz. Trotz anhaltenden Verdachts gelang es dem Syndikat lange, ein niedriges öffentliches Profil zu wahren. Die geografische Verwurzelung in Clerkenwell und Islington bildete den Rahmen für die Aktivitäten der Gruppe.
Da die Anklagebehörden jede Straftat einzeln verfolgen mussten, anstatt ein umfassendes Verfahren gegen das gesamte Syndikat einzuleiten, gestaltete sich die Strafverfolgung als außerordentlich langwieriger Prozess.
Die BBC berichtete in ihrer Berichterstattung über das Urteil gegen Tommy Adams im Jahr 2017, wie dieses auf gründlichen und jahrelangen Ermittlungen zu Geldflüssen und Geldwäsche basierte.
Urteile
Die verifizierten Urteile gegen Mitglieder der Adams-Familie verteilen sich auf mehrere Jahre:
Terry Adams – der älteste der drei Brüder und als zentrale Figur in der Führung des Syndikats beschrieben – wurde 2007 wegen Geldwäsche zu 7 Jahren Haft verurteilt.
Patrick „Patsy“ Adams wurde zu 9 Jahren Haft verurteilt, weil er eine Person erschossen hatte, die er des Informierens der Polizei verdächtigte. Das Urteil unterstreicht den gewalttätigen Charakter des Umfelds, in dem die Syndikatsmitglieder agierten.
Tommy Adams wurde wegen Geldwäsche für schuldig befunden und 2017 zu 7 Jahren Haft verurteilt.
Michael Adams wurde zu 38 Monaten Haft wegen Steuerbetrugs verurteilt. Er hatte die britische Steuerbehörde HM Revenue & Customs um einen Betrag von rund 300.000 Pfund geprellt.
Die vier Urteile belegen zusammen ein dokumentiertes Muster kriminellen Verhaltens innerhalb verschiedener Zweige der Adams-Familie – auch wenn die Verfahren nie Teil eines einzigen umfassenden Strafprozesses waren.
Der Stand heute
Die abgeschlossenen Strafverfahren gegen die Kernmitglieder der Adams-Familie markieren den Abschluss wichtiger Einzelkapitel einer langen und komplexen Geschichte der organisierten Kriminalität in London. Die Fälle gegen Terry Adams (2007), Patrick „Patsy“ Adams, Tommy Adams (2017) sowie Michael Adams sind rechtskräftig abgeschlossen.
Das Clerkenwell Crime Syndicate als Phänomen gilt unter Kriminologen und Journalisten jedoch nicht als vollständig aufgearbeitet. Die Verbindungen des Syndikats zu breiteren Netzwerken der organisierten Kriminalität in London und im Vereinigten Königreich sind nach wie vor Gegenstand von Forschung und Medienberichterstattung. Die von britischen Medien über Jahrzehnte erwähnten Verbindungen zu Tötungsdelikten sind nicht alle gerichtlich geklärt.
Der Fall der Adams-Familie zeigt exemplarisch, dass die systematische strafrechtliche Verfolgung organisierter krimineller Netzwerke jahrelange Ressourcen erfordert – und dass das öffentliche Verständnis solcher Fälle auf dokumentierten Tatsachen beruhen sollte, nicht auf Medienmythen.
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