Frank Serpico: Der Polizist, der das System herausforderte
Wie ein NYPD-Detective die systematische Korruption in der New Yorker Polizei aufdeckte
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Falldetails
Quick Facts
Klassifizierung:
Francesco Vincent Serpico wurde am 14. April 1936 in Brooklyn, New York, geboren und sollte zu einer der bekanntesten Figuren im Kampf gegen Polizeikorruption werden. 1959 trat er dem New York Police Department bei und begann eine Karriere, die von moralischer Integrität und dem Kampf gegen ein korruptes System von innen heraus geprägt sein sollte.
Ende der 1960er Jahre arbeitete Serpico als Zivilfahnder in Brooklyn, der Bronx und Manhattan. Dort stieß er auf umfassende Beweise für systematische Korruption unter seinen Kollegen. Bestechungsgelder waren an der Tagesordnung, und das System schützte die Täter. 1967 meldete Serpico erstmals Korruptionsvorwürfe – doch ohne unmittelbare Wirkung.
Der Kampf um Aufklärung
Erst als Serpico seinen Kollegen David Durk kennenlernte, nahm der Kampf zur Aufdeckung der Korruption ernsthafte Züge an. Durk unterstützte ihn bei den Korruptionsermittlungen, und ihre gemeinsamen Bemühungen führten dazu, dass am 25. April 1970 eine Titelgeschichte in der New York Times erschien. Der Artikel enthüllte das Ausmaß der Bestechung von Polizeibeamten.
Zeitlinie
Geburt in Brooklyn
Francesco Vincent Serpico wird in Brooklyn, New York, geboren.
Eintritt ins NYPD
Serpico tritt dem New York Police Department bei und beginnt seine Karriere als Polizist.
Erste Korruptionsmeldung
Serpico meldet erstmals Korruptionsvorwürfe, zunächst ohne Erfolg.
New York Times-Enthüllung
Die New York Times veröffentlicht eine Titelgeschichte über die systematische Korruption beim NYPD, basierend auf Serpicos Informationen.
Aussage vor der Knapp-Kommission
Serpico sagt als erster NYPD-Beamter öffentlich vor der Knapp-Kommission über die weitverbreitete Korruption aus.
Schuss ins Gesicht
Während eines Einsatzes wird Serpico ins Gesicht geschossen. Kollegen kommen ihm nicht zur Hilfe.
Film "Serpico" erscheint
Der Hollywood-Film "Serpico" mit Al Pacino macht seine Geschichte weltweit bekannt.
Serpico wurde damit zum ersten NYPD-Beamten, der öffentlich vortrat und über die weitverbreitete Bestechung korrupter Polizisten aussagte. Mitte 1970 legte er ein ausführliches Zeugnis vor der Knapp-Kommission ab, die die Korruption beim NYPD untersuchte. Seine Aussagen erschütterten die gesamte Behörde.
Der Schuss ins Gesicht
Mitte 1970 wurde Serpico der Drogeneinheit in Brooklyn South zugeteilt. Während eines Einsatzes wurde er von einem Verdächtigen ins Gesicht geschossen – und die beteiligten Kollegen kamen ihm nicht zu Hilfe. Dieser Vorfall ereignete sich nach seiner Aussage vor der Knapp-Kommission und unterstreicht die Isolation und den Mangel an Rückhalt, auf die Serpico bei seinen Kollegen stieß.
Viele vermuteten, dass das Ausbleiben der Hilfe kein Zufall war, sondern eine Form der Vergeltung für seine Whistleblower-Tätigkeit. Serpico überlebte den Angriff nur knapp und trägt bis heute die Narben dieser Nacht.
Weitreichende Konsequenzen
Trotz des Widerstands setzte Serpico seine Arbeit fort, und sein Einsatz hatte erhebliche Auswirkungen. Zahlreiche Beamte wurden aufgrund seiner Aussagen entlassen, und die Richtlinien des NYPD wurden grundlegend geändert. Die Knapp-Kommission führte zu einer der größten Reformwellen in der Geschichte der New Yorker Polizei.
Das Vermächtnis
Frank Serpicos Geschichte wurde durch den Hollywood-Film "Serpico" aus dem Jahr 1973 mit Al Pacino in der Hauptrolle weltbekannt. Der Film zementierte seinen Status als einer der bedeutendsten Korruptionsbekämpfer im Polizeiwesen.
Serpicos Name wurde zum Synonym für die Pflicht eines Polizisten, sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen – selbst wenn das bedeutet, allein dazustehen. Er bewies, dass Integrität wichtiger sein kann als Loyalität gegenüber einer korrupten Institution.
Nach seiner Genesung zog sich Serpico weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Er verbrachte Jahre in Europa, vor allem in der Schweiz, bevor er in die USA zurückkehrte. Heute lebt er zurückgezogen und tritt gelegentlich als Redner auf, um über Polizeireform und ethisches Verhalten zu sprechen.
Sein Vermächtnis lebt weiter als Mahnung daran, dass einzelne Personen mit Mut und Integrität selbst mächtige Institutionen verändern können – auch wenn der Preis dafür hoch ist.
Medienberichterstattung
Documentaries
- Serpico: Der Polizist, der New Yorks Korruption enthüllte(2026)
- Frank Serpico: Der Polizist, der NYPD das Fürchten lehrte(2026)
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