Der Grim Sleeper: Serienmörder in Los Angeles
Lonnie David Franklin Jr. tötete 10 Frauen in South Los Angeles – über einen Zeitraum von 22 Jahren
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Klassifizierung:
Fakten
Lonnie David Franklin Jr. tötete über einen Zeitraum von rund 22 Jahren zehn Frauen in South Los Angeles, Kalifornien. Am 5. Mai 2016 befand ihn das Los Angeles County Superior Court in zehn Fällen des vorsätzlichen Mordes ersten Grades sowie in einem Fall des versuchten Mordes für schuldig. Er wurde zum Tod verurteilt und starb 2020 in einem kalifornischen Staatsgefängnis.
Der Fall in Kürze
Die Mordserie, die später unter dem Namen „Grim Sleeper“ bekannt werden sollte, begann 1985 und erstreckte sich bis 2007. Franklin arbeitete als Müllwerker bei der städtischen Abfallwirtschaft von Los Angeles. Den makabren Spitznamen erhielt der Fall, weil die Taten über mehrere Jahre hinweg scheinbar pausierten – ein Umstand, der die Ermittler seinerzeit besonders beschäftigte.
Die Opfer
Die zehn Frauen, für deren Mord Franklin verurteilt wurde, waren:
Zeitlinie
Die ersten Morde werden in South Los Angeles begangen
Lonnie David Franklin Jr. beginnt 1985 eine Mordserie in South Los Angeles. Debra Jackson gehört zu den ersten Opfern.
Der jüngste dokumentierte Mord findet statt
Janecia Peters, 25 Jahre, wird 2007 ermordet – der jüngste Mord, für den Franklin später verurteilt wird. Die Mordserie erstreckt sich damit über etwa 22 Jahre.
Franklin wird durch familiäre DNA-Analyse identifiziert
Kalifornische Ermittler nutzen familial DNA testing und identifizieren Franklin als Hauptverdächtigen, was 2010 zu seiner Festnahme führt.
Franklin wird wegen 10 Morden und 1 versuchten Mordes für schuldig befunden
Am 5. Mai 2016 befindet die Jury am Los Angeles County Superior Court Franklin in allen Anklagepunkten für schuldig. Er wird zum Tode verurteilt.
Lonnie David Franklin Jr. stirbt in kalifornischem Staatsgefängnis
Franklin stirbt 2020 in einem kalifornischen Staatsgefängnis, nachdem er seit der Verurteilung 2016 seine Strafe verbüßt hatte.
- Debra Jackson, 29 Jahre
- Henrietta Wright, 34 Jahre
- Barbara Ware, 23 Jahre
- Bernita Sparks, 26 Jahre
- Mary Lowe, 26 Jahre
- Lachrica Jefferson, 22 Jahre
- Alicia Alexander, 18 Jahre
- Princess Berthomieux, 15 Jahre – das jüngste Opfer
- Valerie McCorvey, 35 Jahre – das älteste Opfer
- Janecia Peters, 25 Jahre
Alle Morde ereigneten sich in und um South Central Los Angeles. Neben den zehn Toten wurde Franklin auch wegen des versuchten Mordes an Enietra Washington verurteilt, die den Angriff als einzige bekannte Überlebende überstand.
Serienmörder USA
Die Ermittlungen
Der entscheidende Durchbruch gelang den Behörden mithilfe der sogenannten familienbasierten DNA-Analyse. Bei dieser Methode werden DNA-Spuren vom Tatort nicht mit einem direkten Treffer in einer Datenbank abgeglichen, sondern mit Profilen naher Verwandter des möglichen Täters. Im Fall Franklin führte diese Spur zu einem nahen Angehörigen, der bereits in der kalifornischen DNA-Datenbank erfasst war. Von dort fanden die Ermittler den Weg zu Franklin selbst und sicherten eine DNA-Probe, die ihn direkt mit den Morden verband. Die Methode galt damals als vergleichsweise neu und erregte in Fachkreisen wie in der Öffentlichkeit erhebliche Aufmerksamkeit als Beleg für das Potenzial dieser Technik bei Kaltfällen.
DNA-Analyse Ermittlung
Prozess und Urteil
Der Prozess fand vor dem Los Angeles County Superior Court statt. Am 5. Mai 2016 sprach die Jury Franklin in sämtlichen Anklagepunkten schuldig – zehn Fälle vorsätzlichen Mordes ersten Grades sowie ein Fall des versuchten Mordes. Das Gericht verhängte anschließend die Todesstrafe. Franklin verbrachte die folgenden Jahre in einem kalifornischen Staatsgefängnis und starb dort 2020 eines natürlichen Todes – hingerichtet wurde er nie.
Todesstrafe Kalifornien
Der Fall heute
Mit Franklins Verurteilung 2016 und seinem Tod 2020 ist der strafrechtliche Teil des „Grim Sleeper“-Falls abgeschlossen. Er hinterlässt jedoch bleibende Spuren in der kriminologischen und juristischen Debatte: Die familienbasierte DNA-Analyse wirft Fragen auf – sowohl zu ihrer Wirksamkeit als auch zum Datenschutz und zu Bürgerrechten. Für die Angehörigen der zehn Opfer und für Enietra Washington, die Franklins Angriff überlebte, bleibt der menschliche Verlust unumkehrbar.
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