Fallakte

Marc Dutroux – Belgiens schlimmster Serienmörder

Der Fall, der Belgien erschütterte

Veröffentlicht 21. März 2026

BEWEIS

Fakten

TäterMarc Paul Alain Dutroux (co-defendants: Michelle Martin and Michel Lelièvre)
OpferJulie Lejeune, Mélissa Russo, An Marchal, Eefje Lambrecks, Sabine Dardenne, Laetitia Delhez
TatortBelgium – primarily the Charleroi/Marcinelle area and Sars-la-Buissière
Tatzeitpunkt1995–1996
DeliktKidnapping, unlawful imprisonment, rape and sexual abuse, murder

Marc Paul Alain Dutroux war ein arbeitsloser Elektriker aus Belgien, der in den 1990er Jahren einige der schockierendsten Verbrechen des Landes beging. Über mehrere Jahre hinweg entführte, vergewaltigte und ermordete er junge Menschen – sowohl Kinder als auch Jugendliche.

Bereits vorbestraft

Dutroux war kein Ersttäter. Bereits 1989 wurde er wegen der Entführung und Vergewaltigung von fünf kleinen Mädchen verurteilt. Er erhielt eine Haftstrafe von 13 Jahren, wurde jedoch nach nur drei Jahren wieder auf freien Fuß gesetzt. Diese vorzeitige Entlassung sollte sich als fataler Fehler erweisen.

Das geheime Gefängnis im Keller

Nach seiner Freilassung baute Dutroux in seinem Haus in Marcinelle ein geheimes Gefängnis – eine versteckte Zelle im Keller. Dort hielt er seine Opfer unter unmenschlichen Bedingungen gefangen.

Zeitlinie

1. Januar 1995

Erste Entführungen finden in Belgien statt

Im Laufe des Jahres 1995 beginnt Marc Dutroux, unterstützt von Michelle Martin und Michel Lelièvre, Mädchen und junge Frauen in Belgien zu entführen. Die Opfer werden in einem versteckten Keller gefangen gehalten.

13. August 1996

Dutroux wird von belgischer Polizei festgenommen

Marc Dutroux wird am 13. August 1996 von belgischen Behörden aufgrund von Zeugenbeobachtungen im Zusammenhang mit der Entführung von Laetitia Delhez festgenommen.

15. August 1996

Sabine Dardenne und Laetitia Delhez befreit

Am 15. August 1996 findet die Polizei Sabine Dardenne (12 Jahre) und Laetitia Delhez (14 Jahre) lebend in dem versteckten Keller unter Dutroux' Haus und befreit die beiden überlebenden Opfer.

1. Oktober 1996

Weißer Marsch: Massendemonstration in Belgien

Im Oktober 1996 versammeln sich Hunderttausende Belgier zum sogenannten Weißen Marsch in Brüssel, um gegen den Umgang der Behörden mit dem Fall zu protestieren und der Opfer zu gedenken.

1. Juni 2004

Urteil des Cour d'assises d'Arlon verkündet

Im Juni 2004 verurteilt das Cour d'assises d'Arlon Marc Dutroux zu lebenslanger Haft. Michelle Martin und Michel Lelièvre werden ebenfalls für ihre Beteiligung an den Straftaten verurteilt.

Zu seinen Opfern gehörten:

- Julie Lejeune (8 Jahre) - Mélissa Russo (8 Jahre) - An Marchal (17 Jahre) - Eefje Lambrecks (19 Jahre) - Sabine Dardenne (12 Jahre) - Laetitia Delhez (14 Jahre) - Bernard Weinstein (43 Jahre, Komplize)

Verhungert während seiner Haft

1996 saß Dutroux selbst wegen Autodiebstahls im Gefängnis. Während er hinter Gittern war, verhungerten Julie Lejeune und Mélissa Russo in seinem Kellerverlies. Die beiden achtjährigen Mädchen waren dort eingesperrt, ohne dass jemand von ihrer Existenz wusste.

Polizei übersah entscheidende Beweise

Die Polizei hatte die Chance, Dutroux viel früher zu stoppen. Am 13. Dezember 1995 durchsuchte die Polizei sein Haus – fand aber die Kinder nicht, die im getarnten Kellerverlies versteckt waren. Später stellte sich heraus, dass die Beamten während der Durchsuchung sogar Kinderstimmen hörten, diese aber als Geräusche von der Straße interpretierten. Dies wurde später als einer der größten Fehler in der Ermittlungsgeschichte Belgiens kritisiert.

Komplize ermordet

Dutroux arbeitete mit einem Komplizen namens Bernard Weinstein zusammen. Am 25. November 1995 ermordete Dutroux den 43-jährigen Weinstein, indem er ihn lebendig begrub. Die Leiche wurde später auf Weinsteins Grundstück gefunden.

Auch An Marchal und Eefje Lambrecks wurden lebendig unter einem Schuppen auf Weinsteins Grundstück begraben. Ihre Leichen wurden am 3. September 1996 entdeckt.

Der Durchbruch im Fall

Im August 1996 kam der Fall endlich ins Rollen. Die Polizei befreite zwei Mädchen aus der versteckten Zelle in Dutroux' Haus – Sabine Dardenne und Laetitia Delhez. Sabine hatte 80 Tage in Gefangenschaft verbracht, Laetitia sechs Tage. Ihre Befreiung führte dazu, dass das gesamte Ausmaß der Verbrechen aufgedeckt wurde.

Dutroux wurde im August 1996 verhaftet und wegen sechs Fällen von Entführung sowie vier Morden angeklagt. Der Prozess begann erst 2004 und erregte internationale Aufmerksamkeit.

Verurteilung zu lebenslanger Haft

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux in einem der aufsehenerregendsten Prozesse der belgischen Justizgeschichte für schuldig befunden. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Seine Ex-Frau Michelle Martin erhielt 30 Jahre Haft wegen Beihilfe, wurde aber 2012 vorzeitig entlassen – was zu massiven Protesten in Belgien führte.

Der Fall Dutroux erschütterte nicht nur Belgien, sondern ganz Europa. Er löste eine Vertrauenskrise in die belgischen Behörden aus, da zahlreiche Versäumnisse und mögliche Vertuschungen ans Licht kamen. Hunderttausende Belgier gingen auf die Straße, um gegen das Versagen der Justiz zu protestieren.

Marc Dutroux verbüßt seine lebenslange Haftstrafe bis heute in einem belgischen Hochsicherheitsgefängnis.

Medienberichterstattung

Podcasts

  • Marc Dutroux: Mittäter und die Keller des Grauens in Belgien(2026)
  • Marc Dutroux: Podcast zeigt Kerker-System im Detail(2026)

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