Thurston High School Shooting — Amoklauf in Springfield 1998
Springfield, Oregon, 1998 — aufgeklärter Schulamoklauf mit 112 Jahren Haftstrafe
Veröffentlicht 2. Juni 2026

Der Fall
Der Thurston High School Shooting ist ein aufgeklärter US-amerikanischer Schulamoklauf, der sich am 21. Mai 1998 in der Kleinstadt Springfield im Bundesstaat Oregon ereignete. Täter war der damals 15-jährige Schüler Kipland Clyde „Kip" Kinkel, der zunächst seine beiden Eltern in der gemeinsamen Wohnung erschoss und am nächsten Morgen mit mehreren Schusswaffen die Cafeteria seiner eigenen Schule, der Thurston High School, betrat und das Feuer auf seine Mitschüler eröffnete. Zwei Schüler starben, rund zwei Dutzend weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Fall gilt als einer der frühen, prägenden Schulamokläufe in den USA und führte zu einer breiten Debatte über Jugendgewalt, Waffenzugang und psychische Erkrankungen bei Jugendlichen — eine Debatte, die in Springfield bis heute nachhallt, wie aktuelle Erinnerungsberichte zeigen.
Das Verbrechen
Am Nachmittag des 20. Mai 1998 erschoss Kinkel zunächst seinen Vater Bill Kinkel im Familienhaus. Wenige Stunden später tötete er auch seine Mutter Faith Kinkel, als diese nach Hause zurückkehrte. Beide wurden später von der Polizei in der Wohnung in Springfield aufgefunden. Am Morgen des 21. Mai 1998 fuhr Kinkel mit dem Familienauto zur Thurston High School. Bewaffnet mit einem halbautomatischen Gewehr und zwei Pistolen sowie zahlreichen Magazinen betrat er gegen 8 Uhr die belebte Cafeteria. Innerhalb weniger Augenblicke eröffnete er das Feuer auf die anwesenden Schüler. Die beiden Schüler Ben Walker und Mikael Nickolauson wurden tödlich getroffen. Rund zwei Dutzend weitere Jugendliche erlitten Schussverletzungen, ehe mehrere verletzte Mitschüler den Schützen beim Nachladen überwältigten und bis zum Eintreffen der Polizei festhielten.
Die Opfer
Getötet wurden bei dem zweitägigen Gewaltausbruch insgesamt vier Menschen: Kinkels Vater William „Bill" Kinkel, ein angesehener Lehrer in der Region, seine Mutter Faith Kinkel, ebenfalls Pädagogin, sowie die Schüler Ben Walker und Mikael Nickolauson. Beide getöteten Jugendlichen waren Mitschüler des Täters an der Thurston High School. Hinzu kommen rund 25 verletzte Schülerinnen und Schüler, von denen einige bleibende körperliche und psychische Schäden davontrugen. Wie eine ausführliche Rückschau zum 25. Jahrestag deutlich macht, leiden viele Überlebende und Angehörige bis heute an den Folgen der Tat. Die Erinnerung an die Opfer wird in Springfield jährlich in Gedenkveranstaltungen wachgehalten.
Zeitlinie
Kinkel tötet seine Eltern im Haus der Familie
Am 20. Mai 1998 tötet der 15-jährige Kipland Kinkel seine Eltern, William Kinkel und Faith Kinkel, im Haus der Familie in Springfield, Oregon.
Schießerei an der Thurston High School – zwei Tote, 25 Verletzte
Am 21. Mai 1998 eröffnet Kinkel das Feuer an der Thurston High School. Ben Walker und Mikael Nickolauson werden getötet; 25 Personen werden verletzt. Kinkel wird noch am Tatort festgenommen.
Kinkel bekennt sich schuldig – zu 111 Jahren Haft verurteilt
Kinkel bekannte sich in 4 Fällen des Mordes ersten Grades und 26 Fällen des versuchten Totschlags schuldig. Richter Jack Mattison verurteilte ihn am Lane County Circuit Court zu 111 Jahren Haft ohne Bewährung.
25. Jahrestag begangen – neuer Antrag beim Oregon Supreme Court eingereicht
Im Mai 2023 beging Springfield den 25. Jahrestag der Schießerei. Kinkel und seine Anwälte reichten einen neuen Antrag beim Oregon Supreme Court ein; das ursprüngliche Urteil bleibt unverändert.
Ermittlung
Nach der Festnahme an der Schule begann eine rasche und umfangreiche Untersuchung durch die örtliche Polizei und das Büro des Staatsanwalts von Lane County. Bereits kurz nach dem Amoklauf wurden die Leichen der beiden Eltern in der Familienwohnung entdeckt. Bei der Durchsuchung stießen Ermittler zudem auf selbstgebaute Sprengsätze, die der Jugendliche im Haus deponiert hatte. Aussagen von Mitschülern und Lehrkräften zeichneten das Bild eines auffälligen Jugendlichen mit dokumentierter Faszination für Waffen und Explosivstoffe; bereits am Tag vor der Tat war Kinkel kurzzeitig wegen des Besitzes einer gestohlenen Waffe in der Schule suspendiert worden. Die Beweislage war erdrückend: Tatwaffen, forensische Spuren, zahlreiche Augenzeugen und schließlich auch ein Geständnis Kinkels gegenüber den Ermittlern.
Prozess und Urteil
Im Strafverfahren bekannte sich Kinkel im Jahr 1999 in mehreren Anklagepunkten schuldig, darunter vierfacher Mord und 26-facher versuchter Mord. Das Gericht verurteilte ihn zu vier nebeneinander zu verbüßenden 25-Jahres-Strafen wegen der Tötungen sowie zu zusätzlichen Strafen für die versuchten Tötungen — in der Summe 112 Jahre Freiheitsentzug ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung. Spätere Berufungen und Anträge auf eine erneute Strafzumessung mit Blick auf seine Minderjährigkeit zur Tatzeit blieben erfolglos; der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Oregon wies einen entsprechenden Antrag auf eine Überprüfung der Mordstrafen zurück. Damit gilt der Fall juristisch als endgültig abgeschlossen und vollständig aufgeklärt.
Heute
Der Thurston High School Shooting bleibt in den USA ein Referenzfall für die Debatte um jugendliche Schulattentäter und um den Umgang mit psychisch auffälligen Tätern im Jugendstrafrecht. Springfield gedenkt der Opfer regelmäßig mit Mahnwachen, wie sie auch in einem öffentlich dokumentierten Jahrestagsclip zu sehen sind. Überlebende sprechen heute offen über ihre Traumata, und Pädagogen sowie Polizeibehörden nutzen den Fall als Studienobjekt für Krisenprävention an Schulen. Kip Kinkel verbüßt seine Haftstrafe weiterhin in einer Justizvollzugsanstalt des Bundesstaates Oregon. Eine vorzeitige Freilassung ist nach geltender Rechtslage nicht vorgesehen.
Medienberichterstattung
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