
Wormwood: Netflix-Serie über CIAs geheime LSD-Experimente
Die verstörende Geschichte des Biologen Frank Olson und des MKUltra-Programms
Die Netflix-Serie über einen rätselhaften Todesfall
Am 15. Dezember 2017 veröffentlichte Netflix die sechsteilige Dokumentarserie 'Wormwood' des preisgekrönten Regisseurs Errol Morris. Die Serie beleuchtet den mysteriösen Tod des amerikanischen Militärbiologen Frank Olson im Jahr 1953 – einen Fall, der bis heute ungeklärte Fragen aufwirft und tiefe Einblicke in die dunklen Machenschaften des CIA gewährt.
Frank Olson arbeitete als Biologe in Fort Detrick, Maryland, wo das amerikanische Programm für biologische Waffen angesiedelt war. Neun Tage vor seinem Tod verabreichte ihm der CIA-Beauftragte Sidney Gottlieb während eines Treffens heimlich LSD. Kurz darauf stürzte Olson aus einem Hotelfenster in New York City in den Tod.
Von Selbstmord zu Staatsverbrechen
Die amerikanischen Behörden erklärten Olsons Sturz zunächst als Selbstmord. Doch die Wahrheit kam erst Jahre später ans Licht: Die CIA hatte ohne Einwilligung der Betroffenen ein umfangreiches Projekt namens MKUltra durchgeführt, bei dem Olson und andere Wissenschaftler als Versuchspersonen für LSD-Experimente missbraucht wurden.
1975 sprach Präsident Gerald Ford der Olson-Familie eine offizielle Entschuldigung aus. Die amerikanische Regierung zahlte der Familie eine finanzielle Entschädigung von 750.000 Dollar. Doch das Rätsel um Frank Olsons Tod blieb bestehen: Die Familie ist bis heute überzeugt, dass Frank Olson ermordet wurde, weil die CIA ihn nach seiner Reaktion auf das LSD als Sicherheitsrisiko betrachtete.
Eine jahrzehntelange Suche nach der Wahrheit
Eric Olson, Franks Sohn, wurde zur treibenden Kraft hinter einer jahrzehntelangen Untersuchung des Todes seines Vaters und der geheimen Aktivitäten der CIA. 1994 ließ die Familie Frank Olsons Leichnam exhumieren, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Sie führten einen langwierigen Rechtsstreit, doch eine spätere Bundesklage wurde abgewiesen.
Künstlerische Aufarbeitung eines politischen Skandals
'Wormwood' kombiniert Interviews, Archivmaterial und dramatische Nachstellungen, um sowohl die persönliche Tragödie als auch den größeren politischen Skandal rund um das MKUltra-Programm zu erforschen. Der Schauspieler Peter Sarsgaard verkörpert Frank Olson, während Timothy Blake Nelson die Rolle des Sidney Gottlieb übernimmt. Christian Camargo stellt Dr. Robert Lashbrook dar und Scott Shepherd spielt Lt. Col. Vincent Ruwet.
Ein dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte
Die Serie wirft Licht auf ein düsteres Kapitel der amerikanischen Nachkriegsgeschichte und die Fülle ethischer Fragen, die entstehen, wenn eine Regierung ohne Zustimmung ihrer Bürger handelt. 'Wormwood' ist gleichzeitig eine Familiengeschichte und eine Untersuchung über Macht, Geheimhaltung und die Suche nach Wahrheit.
Errol Morris' meisterhafte Inszenierung verwischt bewusst die Grenzen zwischen Dokumentation und Spielfilm, was die kafkaeske Atmosphäre des Falls unterstreicht. Die Serie stellt unbequeme Fragen darüber, wie weit ein Staat im Namen der nationalen Sicherheit gehen darf und welche Verantwortung er gegenüber seinen Bürgern trägt.
Die Geschichte von Frank Olson und dem MKUltra-Programm bleibt ein mahnendes Beispiel für die Gefahren unkontrollierter Geheimdienste und die verheerenden Folgen, die staatliche Experimente an unwissenden Bürgern haben können.


