
Podcast
•17. März 2026
Stolen Sister: Der mysteriöse Fall Elizabeth Plunkett
Mörder gestanden, aber nie verurteilt – ein irischer Justizskandal

Elizabeth Plunkett, 23 Jahre alt, verließ am Abend des 28. August 1976 gegen 22:30 Uhr McDaniel's Pub in Brittas Bay, County Wicklow, Irland. Nach einem Streit zwischen ihrem Freund Damien und dessen Bekanntem Joe McCoy brach sie auf – und wurde nie wieder lebend gesehen. Ihr Fall entwickelte sich zu einem der skandalösesten Justizfehler der irischen Kriminalgeschichte.
Die irische Rundfunkanstalt RTE Documentary On One widmet dem Fall nun eine mehrteilige Podcast-Serie mit dem Titel »Stolen Sister«. Die zweite Episode »Missing« beleuchtet das Verschwinden der jungen Frau und die erschütternden Ermittlungsergebnisse.
Die Mörder von Elizabeth Plunkett waren schnell identifiziert: John Shaw und Geoffrey Evans, zwei Männer aus Nordengland, die nach Irland geflohen waren, um Anklagen wegen Vergewaltigung in Großbritannien zu entkommen. Elizabeths Kleidung und Schuhe wurden etwa zwei Kilometer vom Pub entfernt bei Whitler Town gefunden. Rund einen Monat nach ihrem Verschwinden wurde ihre Leiche an einen Strand in County Wexford gespült.
Beide Männer legten Geständnisse ab – doch in einem bizarren juristischen Paradox wurde keiner von ihnen jemals für Elizabeths Mord verurteilt. Diese Tatsache belastet ihre Familie seit über 45 Jahren.
Shaw und Evans machten nicht bei Elizabeth halt. Sie waren auch für den Mord an Mary Duffy verantwortlich, die ebenfalls 23 Jahre alt war. Für andere Verbrechen erhielten beide Männer lebenslange Haftstrafen. Geoffrey Evans starb 2012 im Gefängnis, während John Shaw nach wie vor inhaftiert ist. 2024 stellte er einen Antrag auf vorzeitige Entlassung.
Erst 2022 erfuhr die Familie Plunkett, dass Elizabeth niemals die ihr zustehende Gerechtigkeit erhalten hatte – dass es nie zu einer formellen Verurteilung ihrer Mörder für diesen spezifischen Mord gekommen war. Eine Erkenntnis, die nach über vier Jahrzehnten wie ein Schlag wirkte.
Die RTE-Dokumentar-Podcast-Reihe »Stolen Sister« untersucht nicht nur den Fall Elizabeth Plunkett, sondern auch Irlands Geschichte mit Serienmördern generell. Die Serie gibt Familien eine Stimme, deren Fälle nie vollständig durch das Rechtssystem abgeschlossen wurden.
Die Episode »Missing« taucht tief in das Mysterium um Elizabeth Plunkett ein und beleuchtet das juristische Vakuum, das den Fall seit Mitte der 1970er-Jahre umgibt. Es ist eine Geschichte über systematisches Versagen, unerfüllte Gerechtigkeit und eine Familie, die jahrzehntelang im Ungewissen gelassen wurde.
Der Fall wirft grundlegende Fragen über das Justizsystem auf: Wie kann es sein, dass Mörder gestehen und dennoch nie für ihre Taten verurteilt werden? Für die Familie Plunkett bleibt diese Frage bis heute ohne befriedigende Antwort.
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