Serial — episode S04E2 — Mohamedou Ould Slahi at Guantánamo Bay
The Idiot Serial Productions Nye Podcast Om En Lejemorderplan
16. März 2026

Serial untersucht Folter in Guantánamo Bay

Podcast beleuchtet den Fall des Mauretaniers Mohamedou Ould Slahi

Über die Episode

Udgivet2026-03-16
PodcastThe Idiot Serial Productions Nye Podcast Om En Lejemorderplan
Sag 1Fængslingen og torturen af Mohamedou Ould Slahi på Guantánamo Bay
PlatformSpotify

Serial-Podcast deckt systematische Folter auf

Die preisgekrönte Podcast-Serie Serial von Sarah Koenig wirft Licht auf einen der am besten dokumentierten Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Guantánamo Bay. Im Mittelpunkt steht der 1970 in Mauretanien geborene Mohamedou Ould Slahi, dessen Schicksal die dunkelsten Kapitel amerikanischer Terrorbekämpfung nach dem 11. September 2001 offenbart.

Slahis Geschichte ist beispielhaft für die völkerrechtswidrigen Praktiken, die im Namen der nationalen Sicherheit durchgeführt wurden. Der Fall zeigt, wie nach den Anschlägen von 9/11 grundlegende Rechtsstaatsprinzipien außer Kraft gesetzt wurden.

14 Jahre Haft ohne Anklage

Slahi wurde 2001 auf amerikanischen Druck hin in Mauretanien verhaftet. Was folgte, war eine Odyssee durch die berüchtigtsten Militärgefängnisse der Welt: Zunächst wurde er in ein Gefängnis nach Jordanien verschleppt, dann zur Bagram Air Base in Afghanistan gebracht, bevor er am 5. August 2002 schließlich in Guantánamo Bay ankam.

Insgesamt verbrachte Slahi 14 Jahre in Haft – ohne dass jemals Anklage gegen ihn erhoben wurde. Diese Tatsache allein macht seinen Fall zu einem der kontroversesten Beispiele für Folter und Rechtsverletzungen im Kontext des sogenannten "Kriegs gegen den Terror".

Systematische Folter dokumentiert

Die Haftbedingungen, denen Slahi ausgesetzt war, erfüllen nach internationaler Definition den Tatbestand der Folter. Laut umfangreicher Dokumentation wurde er gezwungen, Salzwasser zu trinken, sexuellen Demütigungen ausgesetzt, mit Scheinhinrichtungen konfrontiert und schwer misshandelt.

Diese Vorwürfe wurden später von unabhängigen Quellen und sogar von amerikanischen Regierungsbehörden bestätigt. Die systematische Natur der Misshandlungen zeigt, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um Teil eines strukturierten Verhörprogramms handelte.

Rechtlicher Kampf um Freiheit

Im Jahr 2010 stellte Slahi einen Habeas-Corpus-Antrag – ein grundlegendes Rechtsmittel gegen unrechtmäßige Inhaftierung. Ein Bundesrichter gab ihm recht und ordnete seine Freilassung an. Die US-Regierung legte jedoch Berufung ein, was seine Haft um weitere Jahre verlängerte.

Dieser juristische Kampf verdeutlicht die kafkaesken Züge seines Falls: Obwohl ein Gericht seine Unschuld faktisch anerkannte, blieb er weiter eingesperrt.

"Guantanamo Diary" und "The Mauritanian"

Slahis eigene Erfahrungen wurden 2015 in seinem Buch "Guantanamo Diary" veröffentlicht – allerdings erst nach umfangreicher Zensur durch US-Behörden. Das Buch dokumentiert 13 seiner 14 Haftjahre und wurde zu einem internationalen Bestseller.

2021 wurde seine Geschichte unter dem Titel "The Mauritanian" verfilmt. Der Film mit Jodie Foster und Benedict Cumberbatch brachte Slahis Schicksal einem noch breiteren Publikum nahe und löste erneut Diskussionen über Guantánamo Bay aus.

Freilassung ohne Entschuldigung

Am 16. Oktober 2016 wurde Mohamedou Ould Slahi schließlich freigelassen und nach Mauretanien zurückgebracht. Das Entscheidende: Weder während noch nach seiner 14-jährigen Haft wurde jemals Anklage gegen ihn erhoben. Es gab keine rechtliche Grundlage für seine jahrelange Inhaftierung und Folter.

Diese Tatsache unterstreicht die grundlegende Rechtlosigkeit, die in Guantánamo Bay herrschte und bis heute nachwirkt.

Bedeutung für die Aufarbeitung

Podcast-Serien wie Serial spielen eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung dieser dunklen Kapitel. Sie machen komplexe rechtliche und politische Zusammenhänge einem breiten Publikum zugänglich und stellen kritische Fragen zur Rechtsstaatlichkeit und zu Menschenrechten in der Post-9/11-Ära.

Sarah Koenigs journalistische Arbeit trägt dazu bei, dass Fälle wie der von Mohamedou Ould Slahi nicht in Vergessenheit geraten und weiterhin Diskussionen über die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit anstoßen.

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