Amityville

Ein Vorort auf Long Island, New York, der durch einen Sechsfachmord im Jahr 1974 und die darauf folgenden angeblichen Spukgeschichten weltweit bekannt wurde.

Amityville ist eine Gemeinde im Suffolk County auf Long Island im US-Bundesstaat New York, die durch ein spektakuläres Gewaltverbrechen traurige Berühmtheit erlangte. In der Nacht zum 13. November 1974 erschoss der 23-jährige Ronald DeFeo Jr. in dem Haus in der 112 Ocean Avenue seine Eltern und vier Geschwister mit einem Gewehr. DeFeo wurde 1975 wegen sechsfachen Mordes zu jeweils 25 Jahren Haft verurteilt und starb 2021 im Gefängnis.

Die Geschichte erlangte jedoch erst durch die neuen Bewohner internationale Bekanntheit: Die Familie Lutz zog im Dezember 1975 in das Haus ein, verließ es aber nach nur 28 Tagen wieder und behauptete, von paranormalen Phänomenen terrorisiert worden zu sein. Diese Darstellung führte zu dem Bestseller »The Amityville Horror« (1977) von Jay Anson und zahlreichen Verfilmungen. Kritiker und Ermittler haben die Spukgeschichte jedoch wiederholt als Schwindel entlarvt, wobei der Anwalt von DeFeo später zugab, die Geschichte gemeinsam mit der Familie Lutz erfunden zu haben.

Der Fall Amityville steht exemplarisch für die mediale Vermarktung von Gewaltverbrechen und die Vermischung von Fakten und Fiktion in der amerikanischen True-Crime-Kultur. Das Haus existiert noch heute, wurde jedoch mehrfach umgebaut und trägt eine andere Hausnummer, um Schaulustige fernzuhalten.

Amityville — TrueCrime.News