Behavioral Science Unit

Die Behavioral Science Unit (BSU) war eine 1972 gegründete Spezialeinheit des FBI, die verhaltenspsychologische Methoden zur Aufklärung von Gewaltverbrechen und Serientaten einsetzte.

Die Behavioral Science Unit des Federal Bureau of Investigation entwickelte wissenschaftliche Ansätze zur Analyse von Täterverhalten, insbesondere bei Serienmorden, Sexualverbrechen und anderen schweren Gewaltdelikten. Die Einheit etablierte das sogenannte Criminal Profiling (Täterprofilerstellung), bei dem psychologische und kriminologische Erkenntnisse genutzt wurden, um Persönlichkeitsmerkmale, Motive und Verhaltensmuster von unbekannten Tätern zu rekonstruieren.

In Deutschland existiert keine direkte organisatorische Entsprechung zur BSU, jedoch werden verhaltensanalytische Methoden vom Bundeskriminalamt (BKA) in der Fallanalyse eingesetzt, insbesondere durch die Operative Fallanalyse (OFA). Diese Analysetechnik wird bei ungeklärten Tötungsdelikten, Serientaten und anderen Kapitalverbrechen angewandt und orientiert sich methodisch an den vom FBI entwickelten Ansätzen. Die rechtliche Grundlage für die Ermittlungstätigkeit und den Einsatz kriminalwissenschaftlicher Methoden in Deutschland ergibt sich aus der Strafprozessordnung, die den Ermittlungsbehörden weitreichende Befugnisse zur Sachverhaltsaufklärung einräumt.

Die BSU wurde später in Behavioral Analysis Unit (BAU) umbenannt und ist heute Teil des National Center for the Analysis of Violent Crime (NCAVC) innerhalb des FBI. Die Arbeit der Einheit prägte maßgeblich die moderne Kriminalpsychologie und beeinflusste weltweit die Entwicklung von Methoden zur Aufklärung von Serienverbrechen.

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