
Blekingegadebande
Dänische maoistische Gruppierung, die zwischen 1972 und 1989 durch Raubüberfälle, Waffendiebstahl und Urkundenfälschung die palästinensische Terrororganisation PFLP finanzierte.
Die Blekingegadebande war eine dänische linksextremistische Gruppe mit maoistischer Ausrichtung, die über fast zwei Jahrzehnte hinweg systematische Straftaten zur Finanzierung der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) beging. Die Bande operierte von 1972 bis 1989 vorwiegend in Dänemark und führte zahlreiche Raubüberfälle auf Geldtransporte und Banken durch, beging Waffendiebstähle aus militärischen Einrichtungen und fertigte gefälschte Ausweisdokumente an. Die erbeuteten Gelder und Waffen wurden an die PFLP weitergeleitet, die vom dänischen Staat als terroristische Vereinigung eingestuft wurde.
Nach deutschem Recht würden die Taten der Blekingegadebande mehrere Straftatbestände erfüllen: Raub gemäß § 249 StGB, schwerer Raub nach § 250 StGB bei Verwendung von Waffen, Urkundenfälschung nach § 267 StGB sowie potenziell die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland gemäß § 129b StGB in Verbindung mit § 129a StGB. Die systematische Begehung von Straftaten zur Finanzierung einer ausländischen Terrororganisation stellt zudem nach heutigem Rechtsverständnis Terrorismusfinanzierung dar, die nach § 89c StGB strafbar ist. Die Aufdeckung und strafrechtliche Verfolgung der Gruppe erfolgte durch dänische Behörden nach dänischem Strafrecht.
Der Fall der Blekingegadebande gilt als einer der bedeutendsten Kriminalfälle der dänischen Rechtsgeschichte und illustriert die Herausforderungen bei der Verfolgung politisch motivierter organisierter Kriminalität mit internationalen Verbindungen. Die Gruppe konnte durch ihre konspirative Arbeitsweise und ideologische Geschlossenheit über 17 Jahre unentdeckt bleiben, bevor dänische Ermittler 1989 den entscheidenden Durchbruch erzielten.

