
Rockerkrieg
Als Rockerkrieg werden gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Motorradclubs (Outlaw Motorcycle Gangs) um territoriale Kontrolle, Einfluss und kriminelle Einnahmequellen bezeichnet.
Ein Rockerkrieg bezeichnet eine eskalierte Konfliktsituation zwischen organisierten Motorradclubs, bei der es zu schweren Gewalttaten wie Schießereien, Sprengstoffanschlägen, Körperverletzungen und Tötungsdelikten kommt. Diese Auseinandersetzungen werden typischerweise von sogenannten Outlaw Motorcycle Gangs (OMCGs) wie den Hells Angels, Bandidos, Gremium MC oder anderen Rockergruppierungen ausgetragen. Die Konflikte drehen sich meist um die Vorherrschaft in bestimmten Gebieten, die Kontrolle über illegale Märkte wie Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution und Waffenhandel sowie um die Durchsetzung von Machtansprüchen innerhalb der Rockerszene.
In Deutschland kam es in den 1990er und 2000er Jahren zu mehreren spektakulären Rockerkonflikten, insbesondere zwischen Hells Angels und Bandidos, die zahlreiche Todesopfer forderten. Die strafrechtliche Verfolgung solcher Taten erfolgt über die einschlägigen Straftatbestände des Strafgesetzbuches, insbesondere Mord, Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen und Bildung krimineller Vereinigungen. Sicherheitsbehörden stufen viele Rockerclubs als Organisierte Kriminalität ein und versuchen durch Vereinsverbote, Observationen und Razzien die Strukturen zu zerschlagen. Die hohe Gewaltbereitschaft, militärähnliche Organisation und internationale Vernetzung dieser Gruppierungen stellen dabei besondere Herausforderungen für Polizei und Justiz dar.
