Vestre Landsret
Das Vestre Landsret (Westliches Landesgericht) ist eines von zwei dänischen Obergerichten mit Sitz in Viborg, das als Berufungsinstanz für Straf- und Zivilsachen aus dem westlichen Teil Dänemarks zuständig ist.
Das Vestre Landsret wurde 1919 gegründet und bildet zusammen mit dem Østre Landsret (Östliches Landesgericht) die zweite Instanz im dänischen Gerichtssystem. Es behandelt Berufungen gegen Urteile der untergeordneten Byret (Amtsgerichte) aus den Regionen Midtjylland und Nordjylland sowie Teilen von Syddanmark. Die geografische Zuständigkeit erstreckt sich somit auf den gesamten westlichen Teil Dänemarks, während das Østre Landsret für den östlichen Teil einschließlich Kopenhagen zuständig ist.
In der dänischen Gerichtshierarchie steht das Vestre Landsret zwischen den erstinstanzlichen Byret und dem Højesteret (Oberstes Gericht) als höchster Instanz. Das Gericht entscheidet in der Regel in Kollegialbesetzung mit drei Berufsrichtern, in bestimmten Strafsachen unter Hinzuziehung von Laienrichtern. Gegen Entscheidungen des Vestre Landsret kann unter bestimmten Voraussetzungen Revision beim Højesteret eingelegt werden.
Für deutsche True-Crime-Interessierte ist das Vestre Landsret relevant, wenn über dänische Kriminalfälle aus West- und Nordjütland berichtet wird, da spektakuläre Mordfälle und schwere Verbrechen aus dieser Region häufig in Berufung vor diesem Gericht landen. Das Gericht hat seinen Sitz im historischen Viborg, einer der ältesten Städte Dänemarks, die bereits im Mittelalter als Gerichtsort von Bedeutung war.

