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Bandenkriminalität
Bandenkriminalität bezeichnet Straftaten, die von organisierten, hierarchisch strukturierten Gruppen mit dem Ziel systematischer Bereicherung oder Machtausübung begangen werden.

Definition
Bandenkriminalität umfasst die kriminellen Aktivitäten organisierter Gruppen, die sich durch feste Strukturen, arbeitsteilige Organisation und gemeinsame Zielsetzung auszeichnen. Im deutschen Strafrecht wird die bandenmäßige Begehung von Straftaten als besonders schwerer Fall oder qualifizierendes Merkmal bei zahlreichen Delikten gewertet, etwa beim Diebstahl (§ 244 StGB), bei der Geldwäsche (§ 261 StGB) oder beim Drogenhandel (§ 30a BtMG). Eine Bande setzt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs den Zusammenschluss von mindestens drei Personen voraus, die sich mit dem Willen verbunden haben, künftig für eine gewisse Dauer mehrere selbstständige, im Einzelnen noch ungewisse Straftaten gemeinsam zu begehen.
Die Erscheinungsformen der Bandenkriminalität reichen von Rockergruppen und ethnisch geprägten Clans über Drogenkartelle bis zu international vernetzten Organisationen der Organisierten Kriminalität. Typische Deliktsfelder sind Rauschgifthandel, Schutzgelderpressung, Menschenhandel, Waffenhandel, Geldwäsche und gewaltgeprägte Auseinandersetzungen um territoriale Kontrolle. Die bandenmäßige Begehung führt regelmäßig zu einer deutlichen Strafschärfung, da sie die Gefährlichkeit der Tat und die kriminelle Energie der Täter erheblich steigert. Zudem kommen bei der Verfolgung von Bandenkriminalität besondere Ermittlungsmethoden wie Telekommunikationsüberwachung, verdeckte Ermittler und Kronzeugenregelungen zum Einsatz.
Die Bekämpfung der Bandenkriminalität stellt Justiz und Polizei vor erhebliche Herausforderungen, da die Strukturen oft durch Abschottung, Schweigegebote und Einschüchterung von Zeugen gekennzeichnet sind. Neben repressiven Maßnahmen setzen die Behörden zunehmend auf präventive Strategien, etwa durch Vermögensabschöpfung nach dem Gesetz über die Erweiterung der Vermögensabschöpfung, Clan-Kriminalitätsbekämpfung durch ressortübergreifende Taskforces und Ausstiegsprogramme für Bandenmitglieder. Die gesellschaftliche Dimension der Bandenkriminalität zeigt sich in der Unterwanderung legaler Wirtschaftsstrukturen, der Schwächung des staatlichen Gewaltmonopols in bestimmten Stadtvierteln und der Rekrutierung Jugendlicher aus sozial benachteiligten Milieus.
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