BP nach Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verurteilt
Explosion der Deepwater Horizon forderte 11 Menschenleben
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Fakten
Am 20. April 2010 explodierte die Ölbohrplattform Deepwater Horizon auf dem Meeresgrund im Golf von Mexiko. Die Explosion kostete 11 Ölarbeiter das Leben und verletzte 17 weitere schwer. Es war der Beginn der schlimmsten Umweltkatastrophe in der Geschichte der Ölindustrie.
Über die folgenden 87 Tage strömten zwischen 3,19 und 4 Millionen Barrel Rohöl ins Meer, bevor die Bohrung am 15. Juli 2010 gestoppt werden konnte. Die massive Umweltzerstörung rückte die Sicherheitsmängel beim Ölkonzern BP und seinen Zulieferern in den Fokus der Öffentlichkeit.
Untersuchung wies auf Versagen hin
Eine Untersuchung der US-Regierung im September 2011 ergab, dass die Explosion durch defekten Zement und Fehler im Blowout-Preventer verursacht wurde – jenem kritischen Sicherheitsventil, das einen unkontrollierten Ölausfluss verhindern soll. Die sogenannten Blind Shear Rams versagten beim korrekten Absetzen des Bohrgestänges. Der Regierungsbericht machte BP, den Auftragnehmer Transocean und den Zementlieferanten Halliburton verantwortlich.
Zeitlinie
Deepwater Horizon explodiert im Golf von Mexiko
Am 20. April 2010 explodiert und brennt die Plattform Deepwater Horizon rund 66 km vor der Küste Louisianas. 11 Arbeiter kommen ums Leben, 17 werden verletzt.
BP bekennt sich in Bundesstrafverfahren schuldig
Im November 2012 legt BP in einem US-Bundesstrafverfahren ein Schuldbekenntnis ab, das unter anderem Anklagepunkte wegen Totschlags und Irreführung des Kongresses umfasst.
Bundesrichter stellt grobe Fahrlässigkeit von BP fest
Am 4. September 2014 stellt Richter Carl Barbier am U.S. District Court for the Eastern District of Louisiana fest, dass BP grob fahrlässig und vorsätzlich gegen den Clean Water Act verstoßen hat.
Historischer Vergleich zwischen BP, USA und Golfstaaten
2015 schließt BP einen umfassenden zivilrechtlichen Vergleich mit den USA und den betroffenen Golfstaaten, der das Zivilverfahren zu den Folgen der Ölkatastrophe beendet.
Die Ermittlungen deckten ein systematisches Versagen der Sicherheitsprotokolle auf. Warnzeichen waren ignoriert worden, Kostenersparnis hatte Vorrang vor Sicherheit gehabt. Die Katastrophe war vermeidbar gewesen.
Milliardenstrafe gegen Ölgiganten
Im November 2012 einigte sich BP mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich. Der Ölgigant wurde in 11 Fällen wegen Totschlags schuldig gesprochen, dazu kamen zwei kleinere Vergehen und eine schwere Anklage wegen falscher Aussagen vor dem US-Kongress.
Die Strafe fiel umfassend aus: BP musste 5,5 Milliarden US-Dollar an Geldstrafen nach dem Clean Water Act zahlen sowie bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar Schadensersatz für Umweltschäden leisten. Zusätzlich wurde BP für vier Jahre unter intensive Regierungsaufsicht gestellt, die Sicherheitsverfahren und Ethik des Konzerns überwachen sollte. Vorübergehend erhielt BP ein Verbot, neue Verträge mit der US-Regierung abzuschließen.
Die Deepwater Horizon-Katastrophe bleibt ein mahnendes Beispiel dafür, wie verheerend die Folgen sein können, wenn Profitinteressen über Sicherheit und Umweltschutz gestellt werden. Die betroffenen Küstenregionen und Ökosysteme leiden bis heute unter den Folgen der Ölpest.
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