Der Fall Arne Cheyenne Johnson — Der „Devil Made Me Do It"-Prozess
Brookfield, Connecticut, 1981 — aufgeklärter Tötungsfall mit verworfener Besessenheitsverteidigung
Veröffentlicht 2. Juni 2026

Falldetails
Quick Facts
Klassifizierung:
Der Fall
Der Fall Arne Cheyenne Johnson ist ein US-amerikanischer Tötungsfall aus dem Bundesstaat Connecticut, der im Jahr 1981 internationale Aufmerksamkeit erregte. Bekannt wurde der Fall vor allem durch den Versuch der Verteidigung, eine angebliche dämonische Besessenheit als strafbefreienden Umstand vor Gericht einzuführen — eine Strategie, die in der US-amerikanischen Rechtsgeschichte beispiellos war. Der Fall ging als „The Devil Made Me Do It"-Prozess in die Annalen der Kriminalgeschichte ein und wurde später Vorlage für mehrere Filmadaptionen.
Im Mittelpunkt steht der damals 19-jährige Arne Cheyenne Johnson, der seinen 40-jährigen Vermieter Alan Bono am 16. Februar 1981 in Brookfield, Connecticut, mit einem Taschenmesser tötete. Johnson hatte zuvor keinerlei strafrechtliche Vorgeschichte. Das anschließende Verfahren vor dem Connecticut Superior Court in Danbury endete mit einer Verurteilung wegen Totschlags ersten Grades.
Das Verbrechen
Die Tat ereignete sich am Nachmittag des 16. Februar 1981. Johnson lebte zu diesem Zeitpunkt mit seiner Freundin Debbie Glatzel im Haus ihres Vermieters Alan Bono, der zugleich Debbies Vorgesetzter in einem nahegelegenen Hundezwinger war. An jenem Tag kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Johnson und Bono, die schließlich eskalierte.
Zeitlinie
Johnson zieht bei Familie Glatzel ein
Arne Cheyenne Johnson zieht mehrere Monate vor dem Tötungsdelikt in das Zuhause seiner Freundin Debbie Glatzel in Connecticut ein.
Tötung von Alan Bono
Johnson sticht seinen Vermieter Alan Bono im Haus von Bono in Brookfield, Connecticut, mehr als 20 Mal mit einem Taschenmesser.
Lorraine Warren kontaktiert die Polizei
Die Dämonologin Lorraine Warren informiert die Polizei von Brookfield darüber, dass Johnson zum Zeitpunkt der Tat besessen gewesen sei.
Prozessbeginn in Danbury
Der Prozess beginnt am Connecticut Superior Court in Danbury, wo der Richter dämonische Besessenheit als Verteidigungsgrund ablehnt.
Schuldspruch
Johnson wird wegen Totschlags ersten Grades verurteilt, nachdem die Verteidigung zu einem Argument der Notwehr gewechselt ist.
Urteilsverkündung
Johnson wird zu 10 bis 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Entlassung nach rund fünf Jahren
Johnson wird nach Verbüßung von etwa fünf Jahren seiner Strafe aus der Haft entlassen.
Laut den Ermittlungsakten zog Johnson ein Taschenmesser und stach mehr als 20 Mal auf Bono ein. Die Schwere und Anzahl der Stichverletzungen führten zum Tod des Opfers. Die archivierten Gerichtsunterlagen dokumentieren, dass die Tat in einem von Zeugen beobachteten Kontext stattfand, was die spätere Beweisführung erheblich vereinfachte.
Die Opfer
Alan Bono war 40 Jahre alt und arbeitete als Manager eines Hundezwingers im Raum Brookfield. Er war zugleich Vermieter der Wohnung, in der Johnson und Debbie Glatzel lebten. Über sein Privatleben ist in den verfügbaren Quellen wenig dokumentiert, jedoch beschreiben die Verfahrensakten ihn als alkoholisiert am Tag der Tat — ein Detail, das später in der Verteidigungsstrategie eine Rolle spielte.
Die Familie Glatzel rückte ebenfalls in den Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere Debbies jüngerer Bruder David Glatzel war Gegenstand mehrerer angeblicher Exorzismen, die von den Dämonologen Ed und Lorraine Warren begleitet wurden. Die Warrens behaupteten später, der Dämon sei von David auf Arne Johnson übergegangen.
Ermittlung
Die Polizei von Brookfield nahm die Ermittlungen unmittelbar nach der Tat auf. Bereits am Tag nach dem Tötungsdelikt meldete sich Lorraine Warren bei den Ermittlern und erklärte, Johnson sei zum Tatzeitpunkt von einem Dämon besessen gewesen. Diese ungewöhnliche Aussage wurde von der Polizei zur Kenntnis genommen, spielte jedoch für die strafrechtliche Beweisführung keine Rolle.
Zu den zentralen Beweismitteln gehörten neben der Tatwaffe — dem Taschenmesser — auch unterschriebene Aussagen Johnsons sowie Zeugenberichte. Die Beweislage war erdrückend: Die Täterschaft Johnsons stand außer Frage, sodass sich die juristische Auseinandersetzung im weiteren Verlauf nicht auf die Frage des „Ob", sondern auf die Frage der Schuldfähigkeit konzentrierte.
Prozess und Urteil
Der Prozess vor dem Connecticut Superior Court in Danbury begann im Herbst 1981 und wurde von einer Welle medialer Aufmerksamkeit begleitet. Verteidiger Martin Minnella plante zunächst, dämonische Besessenheit als Verteidigungsstrategie geltend zu machen — ein in der US-Justizgeschichte beispielloses Vorgehen. Der vorsitzende Richter Robert Callahan wies diese Argumentation jedoch zurück mit der Begründung, eine solche Verteidigung sei wissenschaftlich nicht überprüfbar und damit vor Gericht nicht zulässig.
Die juristische Diskussion dieser Entscheidung wird bis heute in Fachpublikationen aufgegriffen. Nach der Ablehnung der Besessenheitsverteidigung schwenkte die Verteidigung auf Notwehr um. Auch diese Argumentation überzeugte die Geschworenen nicht vollständig. Am 24. November 1981 wurde Johnson des Totschlags ersten Grades schuldig gesprochen. Am 18. Dezember 1981 verhängte das Gericht eine Haftstrafe von 10 bis 20 Jahren. Tatsächlich verbüßte Johnson rund fünf Jahre, bevor er wegen guter Führung entlassen wurde.
Heute
Der Fall Arne Cheyenne Johnson bleibt einer der bekanntesten US-amerikanischen Strafprozesse mit übernatürlichem Kontext. Er wurde in zahlreichen Dokumentationen, Büchern und Podcasts aufgearbeitet, darunter eine ausführliche YouTube-Dokumentation sowie eine Podcast-Folge des Red Web-Formats. 2021 wurde der Fall auch durch den Horrorfilm „The Conjuring: The Devil Made Me Do It" einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt.
Kritiker — darunter der Autor Gerald Brittle und später auch David Glatzels Bruder Carl — bezweifelten öffentlich die Authentizität der von den Warrens präsentierten Besessenheitsgeschichte und warfen ihnen Sensationsmache vor. Aus juristischer Sicht bleibt der Fall ein viel zitiertes Beispiel dafür, wie US-amerikanische Gerichte mit nicht-überprüfbaren Verteidigungsstrategien umgehen. Johnson selbst lebt heute zurückgezogen.
Medienberichterstattung
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- The Devil on Trial(2026)
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