Fallakte

Ehepaar Rosenberg wegen Atomspionage hingerichtet

Julius und Ethel Rosenberg starben 1953 auf dem elektrischen Stuhl

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Julius Rosenberg stands in a dimly lit prison cell, his hands gripping cold iron bars, while a guard's shadow looms in the background.
BEWEIS

Falldetails

Quick Facts

Fallstatus
Aufgeklärt
Opfer
Julius Rosenberg (*12. Mai 1918), Ethel Rosenberg (*28. September 1915)
Tatort
Los Alamos, New Mexico, USA
Delikt
Spionage, Verschwörung
Urteil
Todesstrafe für beide
Hinrichtung
19. Juni 1953, Sing Sing Prison, Ossining, New York
Besonderheit
Erste von US-Regierung hingerichtete Frau seit 1865

Fakten

OpferJulius Rosenberg (*12. Mai 1918), Ethel Rosenberg (*28. September 1915)
TatortLos Alamos, New Mexico, USA
DeliktSpionage, Verschwörung
UrteilTodesstrafe für beide
Hinrichtung19. Juni 1953, Sing Sing Prison, Ossining, New York

Julius Rosenberg, geboren am 12. Mai 1918, und seine Ehefrau Ethel Rosenberg, geboren am 28. September 1915, gehören zu den berüchtigsten Spionen der amerikanischen Geschichte. Das Ehepaar wurde der Verschwörung zur Spionage gegen die USA schuldig gesprochen und am 19. Juni 1953 auf dem elektrischen Stuhl im Sing Sing Prison in Ossining, New York, hingerichtet.

Die Anklage

Julius Rosenberg arbeitete während des Zweiten Weltkriegs als Ingenieur am Atomforschungszentrum Los Alamos. Nach Ansicht der Anklage hatten er und seine Frau systematisch streng geheime amerikanische Militärgeheimnisse an die Sowjetunion weitergegeben. Die Dokumente umfassten Informationen über Radar, Sonar, Düsentriebwerke und Konstruktionspläne für Atomwaffen.

Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage nach dem amerikanischen Espionage Act von 1917 wegen Verschwörung zur Spionage und der Weitergabe verteidigungsrelevanter Informationen an eine fremde Regierung.

Zeitlinie

15. Juni 1950

Verhaftung von David Greenglass

Ethels Bruder wird als Erster verhaftet und wird später Hauptbelastungszeuge gegen das Ehepaar Rosenberg.

1. Juli 1950

Verhaftung von Julius Rosenberg

Der Ingenieur wird unter dem Vorwurf der Spionage für die Sowjetunion verhaftet.

1. August 1950

Verhaftung von Ethel Rosenberg

Ethel wird einen Monat nach ihrem Ehemann verhaftet.

6. März 1951

Beginn des Prozesses

Der Spionageprozess gegen Julius und Ethel Rosenberg beginnt vor Gericht.

29. März 1951

Todesurteil

Richter Irving R. Kaufman verurteilt beide zum Tode. Er bezeichnet ihr Verbrechen als 'schlimmer als Mord'.

5. April 1951

Bestätigung des Urteils

Das Strafmaß wird offiziell bestätigt.

19. Juni 1953

Hinrichtung

Julius und Ethel Rosenberg werden auf dem elektrischen Stuhl im Sing Sing Prison hingerichtet.

Verhaftungen und Prozess

David Greenglass, Ethels Bruder, wurde am 15. Juni 1950 als Erster festgenommen. Er sollte später zum wichtigsten Zeugen gegen das Ehepaar werden. Julius Rosenberg wurde im Juli 1950 verhaftet, Ethel folgte im August desselben Jahres.

Der Prozess begann am 6. März 1951 und endete bereits drei Wochen später, am 29. März 1951, mit dem Urteil. Richter Irving R. Kaufman verurteilte sowohl Julius als auch Ethel zum Tode und bezeichnete ihr Verbrechen als "schlimmer als Mord".

Berufungen und Gnadengesuche

Das Ehepaar legte siebenmal Berufung beim Obersten Gerichtshof der USA ein, doch alle Anträge wurden abgelehnt. Sie ersuchten auch Präsident Harry S. Truman 1952 und später Präsident Dwight D. Eisenhower 1953 um Begnadigung, doch beide Anfragen wurden abgewiesen.

Am 5. April 1951 wurde das Strafmaß bestätigt.

Die Hinrichtung

Am 19. Juni 1953 wurden Julius und Ethel Rosenberg auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Ethel Rosenberg war damit die erste Frau, die seit Mary Surratt im Jahr 1865 von der US-Regierung hingerichtet wurde.

Mitverschwörer

Weitere Personen wurden im Zusammenhang mit dem Spionagenetzwerk verurteilt. Harry Gold erhielt eine Haftstrafe von 30 Jahren, Morton Sobell wurde ebenfalls zu 30 Jahren verurteilt, und David Greenglass, Ethels Bruder, bekam 15 Jahre Haft.

Bestätigung der Schuld

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wurden sowjetische Dokumente veröffentlicht, die bestätigten, dass Julius und Ethel Rosenberg tatsächlich in Spionage gegen die USA verwickelt waren. Dies beendete jahrzehntelange Debatten über ihre Schuld und führte dazu, dass der Prozess heute als zu einem korrekten Urteil gekommen gilt, auch wenn das Verfahren selbst später von Rechtsexperten kritisiert wurde.

Der Fall Rosenberg wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte des Kalten Krieges und symbolisierte die Angst der amerikanischen Gesellschaft vor Infiltration und Sabotage durch die Sowjetunion.

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