Joe Exotic: 21 Jahre Haft wegen Mordauftrag an Rivalin
Tiger King-Star plante Mord an Tierschützerin Carole Baskin
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Falldetails
Quick Facts
Klassifizierung:
Fakten
Der Tiger King und sein tödlicher Plan
Joseph Maldonado-Passage, der sich selbst Joe Exotic nannte, betrieb den G.W. Zoo in Wynnewood, Oklahoma, als er Ende 2017 beschloss, seine größte Widersacherin aus dem Weg zu räumen. Sein Ziel: Carole Baskin, Tierschutzaktivistin und Geschäftsführerin der Organisation Big Cat Rescue in Florida.
Die Rivalität zwischen dem exzentrischen Zoo-Besitzer und der Tierschützerin war seit Jahren eskaliert. Baskin hatte sich öffentlich gegen Exotics Umgang mit Großkatzen ausgesprochen und ihn wiederholt angeprangert. Für Exotic war sie mehr als nur eine Kritikerin – sie war eine Bedrohung für sein Geschäft.
Zwei gescheiterte Mordversuche
Im November und Dezember 2017 unternahm Maldonado-Passage seinen ersten konkreten Versuch, Baskin ermorden zu lassen. Er bot einem Mann namens Allen Glover 3.000 Dollar an, nach Florida zu reisen und die Tierschützerin zu töten. Glover wurde eine weitere Zahlung von mehreren tausend Dollar in Aussicht gestellt. Doch dieser Plan wurde nie in die Tat umgesetzt.
Zeitlinie
Erster Mordversuch
Joe Exotic bietet Allen Glover 3.000 Dollar für die Ermordung von Carole Baskin
Tötung von fünf Tigern
Maldonado-Passage tötet fünf Tiger ohne Anwesenheit eines Tierarztes
Treffen mit verdecktem FBI-Agent
Exotic bietet einem vermeintlichen Auftragsmörder 10.000 Dollar für den Mord an Baskin – das Gespräch wird aufgezeichnet
Schuldspruch
Joe Exotic wird in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu 22 Jahren Haft verurteilt
Strafmaß reduziert
Nach Neuverhandlung wird die Haftstrafe auf 21 Jahre reduziert
Netflix-Serie Tiger King
Die Dokumentarserie über Joe Exotic wird veröffentlicht und zum viralen Phänomen
Als der erste Versuch scheiterte, intensivierte Exotic seine Bemühungen. Im Dezember 2017 kam es zu einem verhängnisvollen Treffen: Maldonado-Passage glaubte, er würde mit einem echten Auftragsmörder verhandeln – tatsächlich saß ihm ein verdeckter FBI-Agent gegenüber. Das gesamte Gespräch wurde aufgezeichnet.
Bei diesem Treffen bot Exotic 10.000 Dollar für die Ermordung von Carole Baskin an. Er wusste nicht, dass er sich damit selbst die Schlinge um den Hals legte. Die FBI-Ermittlungen liefen bereits auf Hochtouren.
Tiermord und Dokumentenfälschung
Die Anklage gegen Joe Exotic beschränkte sich jedoch nicht nur auf den versuchten Auftragsmord. Die Ermittlungen förderten ein erschreckendes Ausmaß an Tierquälerei und illegalen Aktivitäten zutage.
Im Oktober 2017 tötete Maldonado-Passage fünf Tiger – ohne dass ein Tierarzt anwesend war. Dieser Akt der Grausamkeit verstieß massiv gegen amerikanische Tierschutzgesetze. Darüber hinaus hatte er Tigerbabys illegal über Bundesstaatsgrenzen hinweg verkauft und Dokumente über geschützte Wildtiere gefälscht.
Insgesamt musste sich Exotic vor Gericht für folgende Vergehen verantworten: - Zwei Fälle von versuchtem Auftragsmord - Acht Verstöße gegen den Lacey Act (Fälschung von Tierunterlagen) - Neun Verstöße gegen den Endangered Species Act (Gesetz zum Schutz bedrohter Arten)
Verurteilung und Strafmaß
Im April 2019 wurde Joseph Maldonado-Passage in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn zunächst zu 22 Jahren Haft. Nach einer Neuverhandlung wurde die Strafe im Januar 2020 auf 21 Jahre reduziert.
Carole Baskin blieb bei all diesen Mordplänen glücklicherweise unverletzt. Sie erfuhr erst durch die FBI-Ermittlungen von den konkreten Plänen zu ihrer Ermordung.
Tiger King: Vom Verbrecher zum Netflix-Star
Joe Exotic hätte wohl nie damit gerechnet, dass seine Geschichte Millionen Menschen weltweit fesseln würde. Nach seiner Verurteilung strahlte Netflix im März 2020 die Dokumentarserie "Tiger King: Murder, Mayhem and Madness" aus – mitten im ersten Corona-Lockdown.
Die Serie wurde zu einem viralen Phänomen und machte Joe Exotic über Nacht zu einer bizarren Pop-Kultur-Ikone. Sie beleuchtete die bizarre Welt der privaten Großkatzen-Haltung in den USA und die schillernden, oft zwielichtigen Persönlichkeiten in diesem Milieu.
Die Dokumentation zeigte nicht nur Exotics kriminelle Machenschaften, sondern auch seine exzentrische Persönlichkeit: den mulletfrisuren tragenden, Country-Musik singenden Zoo-Besitzer, der sich selbst zum "Tiger King" krönte.
Die dunkle Seite der Großkatzenhaltung
Der Fall Joe Exotic lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein ernstes Problem in den USA: die oft katastrophalen Zustände bei der privaten Haltung von Großkatzen. Schätzungen zufolge leben in amerikanischen Privathaushalten und kleinen Zoos mehr Tiger als in freier Wildbahn.
Viele dieser Tiere werden unter fragwürdigen Bedingungen gehalten, für Touristenattraktionen missbraucht oder illegal gehandelt. Der Fall machte deutlich, wie dringend strengere Regelungen und bessere Kontrollen nötig sind.
Joe Exotic verbüßt seine Strafe derzeit in einem Bundesgefängnis. Seine Geschichte bleibt eine der bizarrsten Kriminalfälle der jüngeren amerikanischen Geschichte – eine verstörende Mischung aus Tiermissbrauch, gescheitertem Mordplan und medialer Selbstinszenierung.
Zu diesem Fall fragen
Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNytDiesem Fall folgen
Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Joe Exotic: 21 Jahre Haft wegen Mordauftrag an Rivalin erscheint oder ein Urteil fällt.

