Fallakte

Tillie Klimek: Arsenmorde im polnischen Viertel von Chicago

Im März 1923 wurde Ottilie „Tillie“ Klimek vom Cook County Court in Illinois wegen der Vergiftung ihres dritten Ehemanns Frank Kupczyk zu lebenslanger Haft verurteilt.

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Tillie Klimek sits at a kitchen table in 1920s attire, methodically preparing an arsenic-laced meal, with small bottles labeled "Rough on Rats" nearby, embodying her infamous poisoning method.
BEWEIS

Fakten

TäterOttilie 'Tillie' Klimek, born Otylia Gburek
OpferFrank Kupczyk (third husband)
Tatzeitpunkt1914–1921
DeliktMurder by arsenic poisoning

Ottilie „Tillie“ Klimek — geboren als Otylia Gburek in Polen, später in die USA eingewandert — wurde im März 1923 vom Cook County Court im US-Bundesstaat Illinois des Mordes an ihrem dritten Ehemann Frank Kupczyk für schuldig befunden. Die Tat war durch systematische Vergiftung mit Arsen begangen worden. Die Verbrechen ereigneten sich zwischen 1914 und 1921 im polnischen Einwandererviertel von Chicago, das in zeitgenössischen Zeitungsberichten als „Little Poland“ bezeichnet wurde. Das Urteil ist durch historische Quellen belegt; der Fall gilt als abgeschlossen.

Die verhängte Strafe — lebenslange Haft — wird in den Quellen als die härteste Strafe beschrieben, die bis dahin einer Frau im Cook County auferlegt worden war. Tillie Klimek starb am 20. November 1936 im Gefängnis.

Die Tat

Den Höhepunkt der Ermittlungen bildete der Mord an Frank Kupczyk, Klimeks drittem Ehemann. Der Fall entstand jedoch im Kontext einer breiteren Reihe von Todesfällen in Klimeks näheren Umfeld im Zeitraum von 1914 bis 1921. Arsen war damals vergleichsweise leicht erhältlich und mit den damaligen Ermittlungsmethoden schwer nachzuweisen — Vergiftung war deshalb eine Verbrechensform, die die Behörden erst relativ spät aufmerksam werden ließ.

Zeitlinie

1. Januar 1914

Tatzeitraum beginnt in Chicago

Ab 1914 ereignen sich in Chicagos polnischem Einwandererviertel die Vorfälle, die später die Grundlage für die behördlichen Ermittlungen gegen Tillie Klimek bilden.

1. Januar 1921

Tatzeitraum endet – Verdacht wächst

Die Ermittlungen nehmen Anfang der 1920er Jahre Gestalt an, als die vielen Todesfälle im Umfeld von Klimek zusammengenommen die Aufmerksamkeit der Behörden erregen.

1. März 1923

Prozess vor dem Cook County-Gericht in Illinois

Im März 1923 wird vor dem Cook County-Gericht der Prozess gegen Ottilie „Tillie“ Klimek wegen des Mordes an Frank Kupczyk geführt. Das Gericht befindet sie für schuldig.

1. März 1923

Urteil: lebenslange Haft

Klimek wird zu lebenslanger Haft verurteilt – laut Quellen die bis dahin härteste Strafe, die im Cook County, Illinois, gegen eine Frau verhängt wurde.

20. November 1936

Tillie Klimek stirbt im Gefängnis

Am 20. November 1936 stirbt Ottilie „Tillie“ Klimek während der Verbüßung ihrer lebenslangen Haftstrafe.

Die Taten spielten sich im dicht besiedelten polnischen Einwanderermilieu Chicagos ab, in dem Klimek lebte und verkehrte. Laut der Chicago Sun-Times erfuhr der Fall in Chicago erhebliche Presseaufmerksamkeit, als er Anfang der 1920er Jahre aufgerollt wurde.

Arsenvergiftung

Ermittlungen

Die Ermittlungen nahmen Anfang der 1920er Jahre Gestalt an, als die Häufung von Todesfällen in Klimeks Umfeld den Behörden insgesamt verdächtig vorkam. Leichenbeschauer und Polizei im Cook County leiteten Untersuchungen ein, die Arsen als Todesursache nachweisen konnten. Klimek wurde festgenommen und des Mordes angeklagt.

Der Fall fiel in eine Zeit, in der amerikanische Behörden zunehmend für Arsenvergiftung als Verbrechensform sensibilisiert waren. Die Ermittlungen des Cook County in der Klimek-Sache trugen dazu bei, das Bewusstsein für diese Art von Verbrechen weiter zu schärfen.

Giftmord Geschichte USA

Prozess und Urteil

Im März 1923 wurde Ottilie „Tillie“ Klimek vor dem Cook County Court in Illinois wegen des Mordes an Frank Kupczyk angeklagt. Der Prozess zog erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Die sensationsgetriebene zeitgenössische Berichterstattung bediente sich Bezeichnungen wie „High Priestess“ und Verweise auf die sogenannte „Blaubart-Clique“. Diese Begriffe entstammen ausschließlich dem Sprachgebrauch der Presse und stellen keine juristischen Feststellungen oder Formulierungen des Gerichts dar.

Das Gericht befand Klimek des Mordes an Kupczyk für schuldig. Das Strafmaß lautete auf lebenslange Haft — nach Angaben der Quellen die härteste Strafe, die bis dahin einer Frau im Cook County, Illinois, auferlegt worden war.

Aufsehenerregende Mordprozesse Chicago

Der Fall heute

Ottilie „Tillie“ Klimek starb am 20. November 1936 im Gefängnis. Der Fall hat seit seinem Abschluss historisches Interesse bewahrt als eines der gravierendsten Strafverfahren gegen eine Frau in der Rechtsgeschichte des Cook County in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die zeitgenössische Medienberichterstattung spiegelt den Sensationsjournalismus der Epoche wider und ist von einer Zeit geprägt, in der die Darstellung weiblicher Angeklagter oft stark von stereotypen Vorstellungen durchdrungen war. Eine heutige historische Lektüre des Falls sollte diesen Vorbehalt im Blick behalten.

Das Urteil wegen des Mordes an Frank Kupczyk ist die einzige juristisch bestätigte Schlussfolgerung in diesem Fall und bildet die alleinige sachliche Grundlage für Klimeks Platz in der Kriminalgeschichte.

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