Ort

Østerbro

Stadtteil im Norden Kopenhagens, der sowohl als Wohnviertel der gehobenen Mittelschicht als auch als Schauplatz spektakulärer Banküberfälle bekannt wurde

Definition

Østerbro ist ein zentral gelegener Stadtteil der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, der sich vom Stadtzentrum bis zur Küste des Øresunds erstreckt. Das Viertel wurde Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen und zeichnet sich durch großbürgerliche Altbauten, breite Boulevards und Grünanlagen aus. In der deutschen Kriminalberichterstattung erlangte Østerbro vor allem durch die sogenannte Blekingegade-Bande Bekanntheit, eine linksextreme Gruppe, die zwischen 1976 und 1989 zahlreiche Banküberfälle in Dänemark verübte und deren Mitglieder teilweise in diesem Stadtteil lebten und operierten.

Die Blekingegade-Bande, benannt nach einer Straße in Østerbro, gilt als eine der professionellsten Räuberbanden Skandinaviens. Die Gruppe erbeutete nach Schätzungen umgerechnet mehrere Millionen Euro und unterstützte mit den Erlösen linksextreme Bewegungen, insbesondere die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Der Fall illustriert, wie auch in wohlhabenden, scheinbar ruhigen Wohnvierteln organisierte Kriminalität operieren kann. Die Aufklärung der Taten zog sich über Jahrzehnte hin und wurde erst 2008 mit der Verurteilung mehrerer Bandenmitglieder abgeschlossen.

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