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Polizeilicher Missbrauch von Informanten
Bezeichnung für kritisierte oder rechtswidrige Praktiken beim Einsatz von Informanten und verdeckten Ermittlern durch die Polizei, bei denen rechtsstaatliche Grenzen überschritten werden oder erhebliche Probleme für die Rechtssicherheit entstehen.

Definition
Der polizeiliche Missbrauch von Informanten umfasst Situationen, in denen Strafverfolgungsbehörden Informanten oder Vertrauenspersonen in einer Weise einsetzen, die gegen geltendes Recht verstößt oder fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien verletzt. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn Informanten zu Straftaten angestiftet werden, wenn ihre Führung nicht ordnungsgemäß dokumentiert wird, wenn Verteidigungsrechte durch Verschweigen von Informantenbeziehungen beeinträchtigt werden oder wenn die Grenze zur unzulässigen Tatprovokation überschritten wird.
In Deutschland sind verdeckte Ermittlungsmethoden grundsätzlich zulässig, unterliegen aber strengen gesetzlichen Vorgaben und richterlicher Kontrolle. Missbrauchsfälle können zur Unverwertbarkeit von Beweisen führen und im Extremfall sogar ein Verfahrenshindernis darstellen. Bekannt geworden sind in der deutschen Kriminalgeschichte mehrere Skandale, bei denen V-Leute des Verfassungsschutzes oder polizeiliche Informanten selbst Straftaten begingen oder zu diesen anstifteten, etwa im Kontext der Ermittlungen zu rechtsextremen Strukturen oder im Bereich der organisierten Kriminalität.
Die Problematik verschärft sich, wenn Informanten für ihre Dienste bezahlt werden und dadurch ein Anreiz besteht, Informationen zu liefern oder Straftaten zu provozieren. Auch die mangelnde Transparenz über den Einsatz von Informanten gegenüber Gerichten und Verteidigung wird rechtsstaatlich kritisiert, da sie das Recht auf ein faires Verfahren beeinträchtigen kann. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt betont, dass der Einsatz von Lockspitzeln und Informanten die Grenzen der Tatprovokation nicht überschreiten darf.
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