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Psychische Gewalt

Psychische Gewalt bezeichnet ein Verhaltensmuster, bei dem eine Person durch Drohungen, Demütigungen, Isolation oder Manipulation systematisch die Willensfreiheit und Selbstbestimmung einer anderen Person beeinträchtigt.

Definition

Psychische Gewalt umfasst alle Formen nicht-körperlicher Einwirkung, die darauf abzielen, das Opfer zu kontrollieren, zu dominieren und in seiner Handlungsfreiheit einzuschränken. Im deutschen Strafrecht wird psychische Gewalt insbesondere im Kontext häuslicher Gewalt, Stalking und Nötigung relevant. Anders als physische Gewalt hinterlässt sie keine sichtbaren Verletzungen, kann aber zu erheblichen psychischen Schäden führen.

Strafrechtlich kann psychische Gewalt verschiedene Tatbestände erfüllen. Bei Drohungen mit empfindlichen Übeln kommt eine Strafbarkeit nach § 240 StGB (Nötigung) in Betracht, wenn dadurch eine Handlung, Duldung oder Unterlassung erzwungen wird. Wiederholte Nachstellungen und Belästigungen, die die Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigen, erfüllen den Tatbestand des Stalkings gemäß § 238 StGB. Im Kontext häuslicher Beziehungen können fortgesetzte Demütigungen und Isolationsmaßnahmen als Misshandlung von Schutzbefohlenen nach § 225 StGB strafbar sein.

Das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) ermöglicht zivilrechtliche Schutzanordnungen auch bei psychischer Gewalt. Betroffene können Kontaktverbote, Näherungsverbote oder Wohnungsverweisungen beantragen, ohne dass eine Straftat vorliegen muss. Die Rechtsprechung erkennt zunehmend an, dass psychische Gewalt ebenso zerstörerisch wirken kann wie körperliche Misshandlung und schützenswerte Rechtsgüter wie die persönliche Freiheit und psychische Gesundheit verletzt.

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