Organisation

RCMP

Die Royal Canadian Mounted Police ist die nationale Polizeibehörde Kanadas mit Zuständigkeiten sowohl für die Strafverfolgung auf Bundesebene als auch für vertraglich vereinbarte Polizeiarbeit in den Provinzen und Territorien.

Definition

Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP), auf Französisch Gendarmerie royale du Canada (GRC), ist seit 1920 die föderale Polizei Kanadas und eine der bekanntesten Polizeiorganisationen weltweit. Die auch als »Mounties« bezeichneten Beamten sind durch ihre traditionelle rote Uniform mit breitkrempigem Hut international erkennbar. Die RCMP fungiert als nationale Polizeibehörde auf Bundesebene und ist zuständig für die Durchsetzung von Bundesgesetzen, die Bekämpfung organisierter Kriminalität, Terrorismusabwehr und den Schutz von Verfassungsorganen.

Das Besondere am kanadischen Polizeisystem ist das Vertragsmodell: Die RCMP übernimmt gegen Bezahlung auch Aufgaben der Provinz- und Kommunalpolizei in acht von zehn Provinzen sowie in allen drei Territorien. Nur Ontario und Québec unterhalten eigene Provinzpolizeien. In den Vertragsprovinzen agiert die RCMP somit auf drei Ebenen gleichzeitig: als Bundespolizei, als Provinzpolizei und teilweise als Kommunalpolizei. Die Organisation beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter und ist damit eine der größten Polizeibehörden Nordamerikas.

In internationalen Strafverfahren spielt die RCMP eine wichtige Rolle bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere bei Fällen von Cyberkriminalität, Drogenhandel und Geldwäsche. Deutsche Strafverfolgungsbehörden arbeiten über Interpol und bilaterale Abkommen mit der RCMP zusammen, beispielsweise wenn Tatverdächtige zwischen Kanada und Deutschland ausgeliefert werden sollen oder wenn Ermittlungen in beiden Ländern geführt werden. Die RCMP unterhält auch Verbindungsbeamte in mehreren Ländern zur Koordinierung internationaler Ermittlungen.

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