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Ungelöste Tötungsdelikte
Tötungsdelikte, bei denen der Täter nicht identifiziert oder verurteilt wurde und die Ermittlungen trotz polizeilicher Untersuchungen nicht zu einer strafrechtlichen Verfolgung geführt haben.

Definition
Ungelöste Tötungsdelikte sind Mordfälle oder Totschlagsfälle, bei denen es den Strafverfolgungsbehörden nicht gelungen ist, den Täter zu ermitteln, festzunehmen oder einer Verurteilung zuzuführen. In Deutschland verjähren Mord gemäß § 78 Abs. 2 StGB nicht, während Totschlag nach zwanzig Jahren verjährt, sodass die Ermittlungen bei Mordverdacht theoretisch unbegrenzt fortgeführt werden können.
Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt in Deutschland traditionell sehr hoch – regelmäßig über 95 Prozent – doch die verbleibenden ungeklärten Fälle stellen besondere Herausforderungen dar. Häufige Gründe für das Scheitern der Ermittlungen sind fehlende Spuren am Tatort, das Fehlen von Zeugen, keine erkennbare Täter-Opfer-Beziehung oder unzureichende Beweismittel für eine Anklageerhebung nach § 170 Abs. 2 StPO.
Sogenannte »Cold Cases« werden von spezialisierten Kommissionen oder Ermittlungsgruppen immer wieder aufgegriffen, insbesondere wenn neue forensische Methoden wie DNA-Analysen oder digitale Spurenauswertung zusätzliche Erkenntnisse versprechen. Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren gemäß § 170 Abs. 2 StPO einstellen, wenn kein hinreichender Tatverdacht besteht, die Ermittlungsakten bleiben jedoch zugänglich für eine Wiederaufnahme bei neuen Beweisen.
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