
Brian Blackwell: Der narzisstische Doppelmörder von Liverpool
18-Jähriger erschlug beide Eltern und lebte danach von ihrem Geld
Der Doppelmord im Juli 2004
Am 25. Juli 2004 wurden Sydney und Jackie Blackwell tot in ihrem Haus nahe Liverpool, England, aufgefunden. Ihr eigener Sohn, der 18-jährige Brian Blackwell, hatte sie auf brutale Weise getötet.
Brian Blackwell verwendete einen Hammer und ein Messer, um seine Eltern zu ermorden. Zunächst griff er seinen Vater mit einem Klauenhammer an, anschließend stach er mit einem Messer auf beide Elternteile ein. Sein Vater erlitt 30 Stichverletzungen, seine Mutter 20 – insgesamt 50 Messerstiche.
Ein Leben voller Lügen
Der Hintergrund des brutalen Doppelmords war finanzieller Natur. Brian Blackwell hatte eine Fantasiewelt erschaffen, in der seine Familie extrem wohlhabend war. Er nutzte diese Lügengeschichte, um etwa 13 Kreditkarten auf den Namen seines Vaters zu beantragen.
Mit dem gestohlenen Geld finanzierte der junge Mann einen verschwenderischen Lebensstil. Unter anderem gab er 5.000 Pfund für Business-Class-Flugtickets nach New York aus – für sich selbst und seine Freundin Amal. Das Paar lebte in Luxus, während die Leichen seiner Eltern im Haus verwesten.
Die psychiatrische Untersuchung
Vor Gericht wurde Brian Blackwell von drei Psychiatern und zwei Psychologen untersucht. Alle Gutachter kamen zu dem Schluss, dass er an einer narzisstische Persönlichkeitsstörung litt. Diese Diagnose sollte entscheidend für den Ausgang des Prozesses werden.
Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung handelt es sich um ein tiefgreifendes Muster von Grandiosität, einem Bedürfnis nach Bewunderung und einem Mangel an Empathie. Betroffene haben oft ein übersteigertes Selbstwertgefühl und leben in Fantasien von grenzenlosem Erfolg und Macht.
Das Urteil
2005 wurde der Fall vor dem Liverpool Crown Court verhandelt. Brian Blackwell bekannte sich schuldig des Totschlags in zwei Fällen aufgrund verminderter Schuldfähigkeit – eine direkte Folge seiner diagnostizierten psychischen Störung.
Am 29. Juni 2005 wurde er zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 12 Jahren verurteilt. Die verminderte Schuldfähigkeit rettete ihn vor einer Mordverurteilung, die eine längere Haftstrafe bedeutet hätte.
Brian Blackwell wurde 2016 auf Bewährung aus der Haft entlassen, nachdem er etwa 12 Jahre seiner Strafe verbüßt hatte.
Mediale Aufarbeitung
Die schockierende Geschichte wurde später in der Dokumentarserie "British Murders" auf dem YouTube-Kanal "British Murders with Stuart Blues" behandelt. Die Episode "British Murders Season 5, Episode 2" wurde am 3. Februar 2022 veröffentlicht und beleuchtet den Tathergang sowie die psychologischen Hintergründe von Brians Handlungen.
Der Fall zeigt eindringlich, wie psychische Störungen in Kombination mit finanzieller Gier zu unvorstellbaren Gewalttaten führen können. Die Eltern hatten ihrem Sohn offenbar vertraut und nicht geahnt, welche Fantasiewelt er um sich herum aufgebaut hatte – bis es zu spät war.


