Serie2022

Indian Predator: Der Schlächter von Delhi

Netflix-Doku über den Serienmörder Chandrakant Bachan Shetty, der 2006–07 Opfer enthauptete und ihre Leichen vor dem Tihar-Gefängnis ablegte

★ IMDb 6,1Streamt auf Netflix
Regie/Produktion
Ayesha Sood

Fakten

TitelIndian Predator: The Butcher of Delhi
PlattformNetflix
GenreTrue-Crime-Dokumentarserie
Episoden3
RegieAyesha Sood

Worum geht es in der Serie?

Chandrakant Bachan Shetty, ein 50-jähriger Taxifahrer und ehemaliger Soldat, terrorisierte Delhi zwischen 2006 und 2007 mit einer Serie von Enthauptungen – und Netflix hat den Fall in einer dreiteiligen Dokumentarserie aufgearbeitet. "Indian Predator: The Butcher of Delhi" taucht ein in einen der grausamsten Serienmordfall der modernen indischen Kriminalgeschichte. Regisseurin Ayesha Sood zeigt, wie Bachan Shetty mindestens vier Opfer tötete, ihre Gliedmaßen und Leichen direkt vor den Mauern des berüchtigten Tihar-Gefängnisses ablegte – und der Polizei bei jedem Tatort handgeschriebene Briefe hinterließ, in denen er die Ermittler offen herausforderte.

Der Fall hinter der Dokumentation

Chandrakant Bachan Shetty handelte nicht aus dem Impuls heraus. Hinter den Morden steckte eine tiefe, über Jahre angestaute Wut auf die Behörden – ein Groll, der seinen Ursprung in einem langwierigen und erbitterten Konflikt mit der Polizei und dem indischen Justizsystem hatte. Diese Verbitterung entlud sich auf denkbar brutalste Weise, als er begann, seine Opfer hinzurichten und ihre Leichen als demonstrative Symbole seiner Verachtung für das System zur Schau zu stellen.

Das erste Opfer wurde 2006 gefunden: ein enthaupteter Mann, dessen Körper vor dem Tihar-Gefängnis in Delhi aufgebahrt worden war – einer der größten Gefängnisanlagen ganz Asiens. Die Morde setzten sich bis ins Jahr 2007 fort, und mit jedem neuen Opfer folgte ein neuer Brief. Diese Schreiben waren keine bloßen Bekenntnisse – sie waren provokant formulierte Herausforderungen, die die Polizei in Delhi enorm unter Druck setzten. Die Öffentlichkeit verfolgte den Fall mit einer Mischung aus Entsetzen und morbider Faszination, während die Medien die Menschenjagd intensiv begleiteten.

Die Ermittler rekonstruierten Bachan Shettys Vergangenheit, verfolgten seine Bewegungsprofile und werteten die Spuren aus, die er unbewusst an den Tatorten hinterlassen hatte. Die Kombination aus seiner dokumentierten Vorgeschichte mit der Polizei und den physischen Beweismitteln ermöglichte schließlich seine Festnahme. Er wurde angeklagt, wegen vier Mordes verurteilt und zum Tode verurteilt. Der Fall hatte jedoch noch ein juristisches Nachspiel: Der High Court hob das Todesurteil auf und wandelte es unter Verweis auf Beweiszweifel in eine lebenslange Freiheitsstrafe um – der Schuldspruch selbst blieb jedoch bestehen. Chandrakant Bachan Shetty sitzt zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung im Tihar-Gefängnis – demselben Komplex, vor dessen Mauern er einst seine Opfer zur Schau gestellt hatte.

Serienmörder Indien

Die Produktion

Die Serie stammt von Regisseurin Ayesha Sood, die sich auf indische True-Crime-Dokumentarfilme spezialisiert hat. Trotz des kompakten Formats von nur drei Episoden gelingt es Sood, eine Erzählreise zu gestalten, die die chronologische Aufarbeitung des Falls mit einer tiefgreifenden psychologischen Analyse des Täters verbindet. Die Serie stützt sich auf Interviews mit Ermittlern und Personen aus dem direkten Umfeld des Falls und kombiniert Archivmaterial mit Rekonstruktionen, die den Zuschauern einen visuellen Eindruck von Delhis Straßen und der Atmosphäre der Angst vermitteln, die jene Jahre prägten.

Ein zentrales dramaturgisches Mittel sind die hinterlassenen Briefe – sie fungieren in der Serie nicht nur als Beweismittel, sondern als eine Art unheimliche Erzählstimme aus der Hand des Täters selbst, die die Geschichte vorantreibt und das Porträt eines Mannes mit kalkulierter Wut zeichnet.

Netflix True Crime Dokumentation

Rezeption

Die Serie erhielt ein gemischtes, aber überwiegend positives Echo beim Publikum. Auf einschlägigen Bewertungsplattformen erzielte sie eine Bewertung von 6 von 10 Punkten – ein solides Ergebnis für eine True-Crime-Produktion, die ein breites internationales Publikum ansprechen will, ohne die Komplexität des Falls zu vereinfachen.

True Crime Streaming

Für True-Crime-Fans, die sich für außergewöhnliche Fälle aus Südasien interessieren, bietet "Indian Predator: The Butcher of Delhi" einen erschütternden Einblick in einen Fall, der Indien jahrelang in Atem gehalten hat – und der zeigt, wie persönliche Verbitterung und institutionelles Versagen eine tödliche Kombination ergeben können.

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