
Midsomer Murders: Die britische Krimiserie im Überblick
Fiktive Mordfälle im idyllischen englischen Landkreis Midsomer — seit 1997 eine der beliebtesten Krimiserien Großbritanniens
Fakten
Midsomer Murders ist keine True-Crime-Dokumentation, sondern eine fiktive britische Krimidramaserie, die am 23. März 1997 auf dem britischen Sender ITV ihre Premiere feierte. Detective Chief Inspector Barnaby löst in jeder Folge einen oder mehrere Mordfälle im fiktiven englischen Landkreis Midsomer — einem idyllisch-malerischen Flecken England, in dem die Mordrate jeden realen britischen Statistikwert bei Weitem übertrifft. Alle Fälle, Opfer und Täter der Serie sind erfunden; es gibt keinen realen kriminalrechtlichen Hintergrund.
Wer eine True-Crime-Serie über einen echten Mordfall sucht, wird bei Midsomer Murders nicht fündig — wer hingegen klassische britische Detektivunterhaltung mit dichten Rätseln, exzentrischen Dorfbewohnern und einem unerschütterlichen Ermittler im Mittelpunkt sucht, findet hier eine der meistgeliebten britischen Serienexporte überhaupt.
Worum geht es in der Serie?
Die Serie basiert auf der Romanreihe „Chief Inspector Barnaby“ der britischen Autorin Caroline Graham. Anthony Horowitz — heute weltbekannt für seine eigenen Kriminalromane und seine Beiträge zum James-Bond-Universum — adaptierte Grahams Romane in den frühen Staffeln für das Fernsehformat. Der Drehbuchautor Douglas Watkinson übernahm später eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der Serie.
Die Handlung spielt im fiktiven Midsomer County, einem Landkreis mit scheinbar unerschöpflichem Vorrat an Dörfern mit Namen wie Little Worthy und Causton — und ebenso unerschöpflichem Vorrat an Mordmotiven. Jede Episode präsentiert ein eigenständiges Rätsel, das DCI Barnaby mithilfe seiner scharfen Beobachtungsgabe, lokalen Kenntnissen und einem geduldigen Sergeanten an seiner Seite löst.
Die Hauptdarsteller: Von Tom zu John Barnaby
In den ersten 13 Staffeln spielte John Nettles die Rolle des Tom Barnaby. Seine ruhige, britisch-ironische Ausstrahlung wurde zum Markenzeichen der Serie. Als Nettles die Serie 2011 verließ, übernahm Neil Dudgeon die Rolle des John Barnaby — eines Cousins der ursprünglichen Figur — und die Serie lief ohne Unterbrechung weiter.
Produktion und Hintergrund
Mit 144 ausgestrahlten Episoden in 25 Staffeln und einer IMDb-Bewertung von 7,9/10 auf Basis von über 44.000 Rezensionen gehört Midsomer Murders zu den langlebigsten und meistgesehenen britischen Krimiserien aller Zeiten. Die Produktion nutzte im Laufe der Jahre eine beeindruckende Anzahl englischer Dörfer und Herrenhäuser als Drehorte. Die charakteristische britische Atmosphäre — Kirchtürme, Dorffeste, blühende Gärten und dunkle Geheimnisse hinter gepflegten Fassaden — ist zur visuellen Signatur der Serie geworden.
Im Mai 2022 wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eine Sonderdokumentation ausgestrahlt, die sich dem kulturellen Erbe der Serie, ihrer Popularität und ihrer Bedeutung für das britische Fernsehschaffen widmete.
Kritiken und Publikumsresonanz
Midsomer Murders ist beim Publikum weltweit auf breite Zustimmung gestoßen. Kritiker heben die Fähigkeit der Serie hervor, komplexe und unterhaltsame Plotstrukturen innerhalb des klassischen Detektivformats zu entwickeln, sowie den ansprechenden visuellen Stil und die sorgfältig ausgearbeiteten Figuren. Die Serie hat sich im deutschsprachigen Raum ebenso wie in Großbritannien, Dänemark und zahlreichen weiteren Ländern eine treue Fangemeinde erarbeitet.
Seit 2024 ist die Serie auf werbefinanzierten kostenlosen Streamingdiensten wie Pluto TV, The Roku Channel und Samsung TV Plus verfügbar — und erreicht damit ein noch breiteres internationales Publikum.


