Liberty Lost — episode 1 — The Godparent Home and Liberty University campus
Liberty Lost
17. März 2026

Podcast deckt Adoptionszwang in christlichem Heim auf

Liberty Lost: Minderjährige sollen zu Adoption gedrängt worden sein

Über die Episode

Udgivet2026-03-17
PodcastLiberty Lost
Sag 1Tvungen adoption ved Liberty Godparent Home
Sag 2Abbis sag - presset til adoption som 16-årig
PlatformSpotify, Apple Podcasts

Schwangere Teenager unter Druck gesetzt

Die Wondery-Podcast-Serie 'Liberty Lost' beleuchtet schwere Vorwürfe gegen das Liberty Godparent Home – ein Mütterheim für schwangere Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 21 Jahren auf dem Campus der Liberty University in Virginia, USA. Journalist T.J. Raphael hat über zwei Jahre recherchiert und enthüllt ein System, in dem minderjährige Schwangere angeblich systematisch zur Adoption ihrer Kinder gedrängt wurden.

Die erste Episode mit dem Titel 'When the Wind Blows' wurde am 9. Juni 2025 veröffentlicht und erzählt die Geschichte der 16-jährigen Abbi. Nachdem sie schwanger wurde, schickten ihre Eltern sie in das Liberty Godparent Home. Dort sollen die Bewohnerinnen nach Darstellung des Podcasts massiv unter Druck gesetzt worden sein, ihre Kinder zur Adoption freizugeben, anstatt selbst Mutter zu werden.

Adoptionsbetrug

Gegründet als Alternative zur Abtreibung

Das Liberty Godparent Home wurde 1982 von dem evangelikalen Prediger Jerry Falwell ins Leben gerufen – als Alternative zur Abtreibung. Die Einrichtung sollte schwangeren Teenagern einen sicheren Ort bieten, um ihre Kinder zur Welt zu bringen. Doch laut den Recherchen von T.J. Raphael entwickelte sich das Heim zu einem Ort, an dem junge Frauen systematisch manipuliert worden sein sollen.

Das Muster zieht sich durch mehrere Berichte ehemaliger Bewohnerinnen, die der Journalist über einen Zeitraum von zwei Jahren gesammelt hat. Er interviewte Frauen, die in den 1990er Jahren und bis 2008 in der Einrichtung lebten.

Religiöse Manipulation

Studienstipendien als Druckmittel

Besonders perfide: Die Episode legt nahe, dass das Heim das Versprechen von Universitätsstipendien als Druckmittel einsetzte. Junge schwangere Frauen sollten durch finanzielle Anreize dazu gebracht werden, ihre Kinder aufzugeben. Wer Zugang zu Stipendien der Liberty University haben wollte, musste sich offenbar für die Adoption entscheiden.

Die Bewohnerinnen fühlten sich laut Podcast gezwungen, zwischen ihrer Zukunft und ihrem Kind zu wählen. Die Adoption wurde nicht als eine von mehreren Optionen präsentiert, sondern als der einzige vernünftige Weg dargestellt.

Zwangsadoption

Zweijährige Recherche deckt System auf

Journalist T.J. Raphael hat für die Podcast-Serie eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Seine Recherchen erstrecken sich über zwei Jahre und umfassen Interviews mit mehreren ehemaligen Bewohnerinnen aus verschiedenen Zeiträumen. Die Aussagen zeichnen das Bild einer Einrichtung, die unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe junge Frauen in schwierigen Lebenssituationen ausgenutzt haben soll.

'Liberty Lost' ist als Limited Series konzipiert und soll aus insgesamt 6 bis 7 Episoden bestehen. Die Serie wird vom renommierten Podcast-Netzwerk Wondery produziert, das für investigative True-Crime-Formate bekannt ist.

Verbindung zur Liberty University

Die Liberty University in Lynchburg, Virginia, ist eine der größten evangelikalen christlichen Universitäten der USA. Die Verbindung zwischen dem Mütterheim und der Universität wirft zusätzliche Fragen auf: Hatte die Hochschulleitung Kenntnis von den Praktiken? Wie eng war die institutionelle Verflechtung?

Diese Fragen dürften in den kommenden Episoden der Podcast-Serie weiter beleuchtet werden. Die Recherchen von T.J. Raphael versprechen, ein System offenzulegen, das vulnerable junge Frauen in einer der verletzlichsten Phasen ihres Lebens ausgenutzt haben könnte.

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