True Crime Sweden explores Sweden's dark mysteries
Podcast
26. Mai 2025

Schwedische Mordfälle durch DNA-Technologie gelöst

Vom Doppelmord in Linköping bis zu historischen Verbrechen

Ein Doppelmord, der 16 Jahre ungelöst blieb

Am 28. Oktober 2004 wurden in der Åsgatan in Linköping, Schweden, der achtjährige Mohammed Ammouri und die 56-jährige Anna-Lena Svensson niedergestochen. Der Fall entwickelte sich zu einem der bekanntesten Ungeklärte Mordfälle des Landes – doch der Täter blieb über anderthalb Jahrzehnte unbekannt.

Erst im Juni 2020 gelang der schwedischen Polizei der entscheidende Durchbruch. Zum Einsatz kam die sogenannte genealogische DNA-Analyse, bei der DNA-Spuren vom Tatort mit Ergebnissen aus öffentlich zugänglichen Genealogie-Datenbanken abgeglichen werden. Es war das erste Mal in der schwedischen Kriminalgeschichte, dass diese DNA-Analyse zu einer Festnahme in einem Mordfall führte.

Von der Festnahme zur Verurteilung

Die Ermittler verhafteten einen Mann namens Nyqvist. Der Fall kam vor Gericht, und am 1. Oktober 2020 wurde Nyqvist in beiden Mordfällen schuldig gesprochen. Das Gericht ordnete psychiatrische Behandlung ohne zeitliche Befristung an. Während der Verhandlung kam ans Licht, dass Nyqvist unter akustischen Halluzinationen litt – er hörte Stimmen, die ihm befahlen zu töten.

Die Linköping-Ermittlungen wurden zur zweitgrößten Morduntersuchung in der Geschichte Schwedens, nur übertroffen von den Ermittlungen zum Mord an Olof Palme.

Historisches Blutbad auf dem Wasser

True Crime Sweden beleuchtet auch historische Verbrechen des Landes. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1900 griff Filip Nordlund Passagiere an Bord des Dampfschiffs Prins Carl auf dem Mälaren-See an. Der Angriff endete katastrophal: Fünf Menschen wurden getötet, acht weitere verletzt.

Von analoger Spurensuche zu Hightech-Forensik

Diese Fälle zeigen eindrücklich, wie sich die Verbrechensaufklärung in Nordeuropa entwickelt hat – von manueller Polizeiarbeit und klassischen Ermittlungsmethoden bis hin zu modernster DNA-Technologie und genealogischen Datenbanken. Was früher Jahrzehnte ungeklärt blieb, kann heute durch wissenschaftliche Fortschritte doch noch aufgeklärt werden.

Die schwedischen Mordfälle gehören zu den schockierendsten Verbrechen Skandinaviens und dokumentieren gleichzeitig den enormen Fortschritt in der forensischen Wissenschaft.

Über den Podcast

Datum28. Oktober 2004
TatortÅsgatan, Linköping, Schweden
OpferMohammed Ammouri (8) und Anna-Lena Svensson (56)
Ermittlungsdauer16 Jahre
DurchbruchJuni 2020 durch DNA-Genealogie
UrteilPsychiatrische Behandlung ohne Zeitbegrenzung
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