
Burke und Hare Mordtouren in Edinburgh — die Leichenschänder der Old Town
Edinburgh birgt in seinen verwinkelten Gassen einige der dunkelsten Geschichten Schottlands – und keine ist grausamer als die Leichenräubermorde von Burke und Hare.
Die berüchtigten Morde
Ende der 1820er-Jahre trieben William Burke und William Hare in Edinburghs Old Town ihr Unwesen. Gemeinsam begingen sie mindestens 16 Morde – möglicherweise deutlich mehr – indem sie ihre Opfer erstickten und die Leichen für den medizinischen Unterricht verkauften. Diese brutale Verbrechensserie war möglich, weil Medizinstudenten dringend Leichen für den Anatomieunterricht benötigten und die Gesetze zur Beschaffung von Leichen unklar waren.
Burkes und Hares Opfer waren typischerweise arme, obdachlose und gesellschaftlich marginalisierte Menschen, denen niemand nachtrauern würde. Sie wurden in Wirtshäuser gelockt, betrunken gemacht und anschließend durch Ersticken getötet – eine Methode, die später als „Burking" bekannt wurde. Die Leichen wurden für kleine Geldbeträge an den Anatomieprofessor Dr. Robert Knox verkauft.
Die Entdeckung und der Prozess
Die Verbrechen wurden im Herbst 1828 aufgedeckt, als Körperteile gefunden wurden. Burke wurde am 28. Januar 1829 vor Tausenden von Zuschauern öffentlich hingerichtet, während Hare im Gegenzug für seine Aussage gegen seinen Komplizen freigelassen wurde. Der Skandal führte zum Reform Act 1832, der die Spendenüberlassung von Leichen für medizinische Studien legalisierte und damit den wirtschaftlichen Anreiz für den Leichenraub beseitigte.
Geführte Touren heute
Mehrere Reiseveranstalter in Edinburgh bieten inzwischen spezialisierte True-Crime-Touren durch die Old Town an, bei denen man die Orte besuchen kann, an denen Burke und Hare ihr Unwesen trieben. Die Touren umfassen in der Regel ihre ehemaligen Wirtshausräumlichkeiten, die Straße, in der viele ihrer Opfer aufgefunden wurden, sowie die historischen Gerichtsgebäude.
Die meisten Touren werden von erfahrenen Guides mit fundiertem Wissen über die Kriminalgeschichte Edinburghs geleitet und sind auf eine angemessen schaurige Weise gestaltet, ohne dabei geschmacklos zu wirken. Sie beleuchten sowohl die Verbrechen selbst als auch ihren gesellschaftlichen Kontext – Armut, medizinischen Ehrgeiz und die Entwicklung des Rechtssystems.
Edinburghs Old Town ist für sich genommen bereits atmosphärisch – besonders nach Einbruch der Dunkelheit, wenn enge Gassen und historische Gebäude die Kulisse für diese Geschichten bilden.


