
True Crime
True Crime bezeichnet das mediale Genre, das reale Kriminalfälle dokumentarisch oder erzählerisch aufbereitet – im Gegensatz zu fiktiver Kriminalliteratur.
True Crime (wörtlich »wahres Verbrechen«) ist eine seit Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitete Gattung der Sachliteratur und Medienkultur, die sich mit tatsächlich geschehenen Straftaten befasst. Die Darstellungsformen reichen von Podcasts und Dokumentationen über Printmagazine bis hin zu Fernsehserien. Im Zentrum stehen meist aufsehenerregende Fälle wie Mord, Serienverbrechen oder spektakuläre Gerichtsverfahren.
Das Genre ist kein Rechtsbegriff im engeren Sinne, berührt jedoch zahlreiche rechtliche Aspekte des deutschen Medienstrafrechts. Soweit True-Crime-Formate auf reale Strafverfahren zurückgreifen, gelten die Regeln der Strafprozessordnung (StPO). Darüber hinaus sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Beteiligten – sowohl der Opfer als auch der Täter – sowie das Resozialisierungsinteresse Verurteilter zu beachten. Grundlegend ist hier die Lebach-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1973, die zeitliche Grenzen für die identifizierende Berichterstattung über Straftäter setzt.
Kritiker bemängeln, dass True-Crime-Formate die Opferperspektive vernachlässigen, Gewalt ästhetisieren und bei Betroffenen zu Retraumatisierung führen können. In Deutschland steht der Schutz des Persönlichkeitsrechts auch von Tatverdächtigen und Verurteilten an hoher Stelle, was die Übernahme US-amerikanischer Berichterstattungsstandards erschwert.
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