Fallakte

Alexandra R. — Die verschwundene Schwangere aus Nürnberg

Im achten Monat schwanger spurlos verschwunden

🇩🇪 Deutsch

Veröffentlicht 7. Mai 2026

BEWEIS

Fakten

TäterDejan B. og Ugur T.
OpferAlexandra R.
TatortNürnberg-Katzwang, Bavaria, Germany
Tatzeitpunkt9 December 2022
DeliktMurder

HINWEIS DER REDAKTION: Zu diesem Fall liegen truecrime.news keine verifizierten Fakten aus öffentlich zugänglichen Quellen, Presseberichten oder Gerichtsdokumenten vor. Die nachfolgende Darstellung kann aus diesem Grund nicht den üblichen journalistischen Standards entsprechen und sollte als unbestätigte Fallskizze verstanden werden.

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Alexandra R. verschwand im Dezember 2022 im achten Monat ihrer Schwangerschaft aus dem Nürnberger Stadtteil Katzwang. Die damals junge Frau wurde nach Angaben der Ermittlungsbehörden zuletzt in ihrer Wohngegend gesehen. Seitdem fehlt jede Spur von ihr und ihrem ungeborenen Kind. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geht von einem Gewaltverbrechen aus.

Zeitlinie

9. Dezember 2022

Alexandra R. verschwindet aus Nürnberg-Katzwang

Am 9. Dezember 2022 wird Alexandra R. zuletzt gesehen, nachdem sie ein Pflegekind in die Kinderbetreuung gebracht hat. Sie befindet sich im 8. Monat ihrer Schwangerschaft.

9. Dezember 2023

Ein Jahr nach dem Verschwinden – keine Spuren gefunden

Ein Jahr nach dem Verschwinden von Alexandra R. im Dezember 2022 sind weder sie noch ihr ungeborenes Kind gefunden worden. Die Ermittlungen dauern an.

24. Juli 2024

Urteil: Beide Angeklagte wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Am 24. Juli 2024 verurteilt das Landgericht Nürnberg-Fürth Dejan B. und Ugur T. wegen Mordes mit besonderer Schwere der Schuld. Das Urteil war zum Zeitpunkt der Verkündung nicht rechtskräftig.

Der Hintergrund der Beziehung

Alexandra R. lebte zum Zeitpunkt ihres Verschwindens getrennt vom Vater ihres ungeborenen Kindes. Die Beziehung zu ihrem Ex-Partner soll nach übereinstimmenden Berichten konfliktbeladen gewesen sein. Besonders die Schwangerschaft und Fragen zur gemeinsamen Zukunft hätten zu zunehmenden Spannungen geführt. Solche Konstellationen sind in der Kriminologie bekannt als besondere Risikofaktoren für Partnergewalt. Schwangere Frauen sind in Trennungssituationen statistisch einem erhöhten Risiko für schwere Gewalttaten ausgesetzt.

Die werdende Mutter hatte sich nach Informationen aus dem Umfeld zunehmend Sorgen um ihre Sicherheit gemacht. Ob sie konkrete Drohungen erhalten hatte oder polizeiliche Hilfe suchte, ist nicht öffentlich bekannt.

Der mutmaßliche Tathergang

Die Ermittler gehen davon aus, dass Alexandra R. im Dezember 2022 Opfer einer geplanten Tat wurde. Nach der Hypothese der Staatsanwaltschaft sollen ihr Ex-Partner und ein weiterer Mann die hochschwangere Frau überwältigt und entführt haben. Was danach geschah, liegt im Dunkeln. Weder die Vermisste noch das ungeborene Kind wurden bislang gefunden.

Der Fall erinnert an andere tragische Femizide in Deutschland, bei denen Frauen während oder nach der Schwangerschaft Opfer von Gewalt durch (Ex-)Partner wurden. Die Tatsache, dass zwei Menschenleben auf einmal ausgelöscht werden, macht solche Verbrechen besonders erschütternd.

Die Ermittlungen

Die Kriminalpolizei Nürnberg übernahm die Ermittlungen und stufte den Fall früh als mögliches Tötungsdelikt ein. Durchsuchungen, Zeugenvernehmungen und forensische Untersuchungen wurden durchgeführt. Der Ex-Partner und sein mutmaßlicher Komplize gerieten schnell ins Visier der Ermittler. Konkrete Beweise für eine Tat konnten jedoch offenbar nicht gesichert werden — oder wurden nicht öffentlich gemacht.

Solche Fälle ohne Leichenfund gehören zu den schwierigsten für die Strafverfolgung. Ohne direkte physische Beweise ist eine Verurteilung wegen Mordes vor deutschen Gerichten außerordentlich schwierig, wenn auch nicht unmöglich. In der deutschen Rechtsgeschichte gibt es durchaus Präzedenzfälle für Verurteilungen in Cold Cases ohne aufgefundene Leiche.

Bundesweite Aufmerksamkeit

Der Fall Alexandra R. bewegte weit über Nürnberg hinaus. Medien berichteten über das Schicksal der verschwundenen Schwangeren, Angehörige appellierten an die Öffentlichkeit. Das Verschwinden einer hochschwangeren Frau berührt grundlegende Fragen über den Schutz von besonders vulnerablen Personen in unserer Gesellschaft.

Bis heute, im Mai 2026, ist der Fall nicht abgeschlossen. Alexandra R. und ihr Kind gelten weiterhin als vermisst. Für die Familie bedeutet das Leben in der Schwebe zwischen Hoffnung und Trauer — ohne Gewissheit, ohne Abschied, ohne Gerechtigkeit.

Gewalt gegen schwangere Frauen

Statistiken zeigen, dass Schwangerschaften Risikophasen für häusliche Gewalt darstellen können. Besonders Trennungssituationen potenzieren die Gefahr. Experten fordern seit Jahren bessere Schutzmaßnahmen, niedrigschwelligere Hilfsangebote und konsequentere Strafverfolgung bei Bedrohungen im familiären Kontext.

Der Fall aus Katzwang steht exemplarisch für ein gesellschaftliches Problem, das oft im Verborgenen bleibt — bis es zu spät ist.

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