Fallakte

Der Diamantenraub von Antwerpen: Notarbartolos Meisterstück

Leonardo Notarbartolo plante den Einbruch jahrelang von innen heraus — sein Fehler war eine weggeworfene Salamischeibe

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Leonardo Notarbartolo stands outside the Antwerp Diamond Center, his expression unreadable, a leather bag slung over his shoulder, blending into the bustling city backdrop.
BEWEIS

Falldetails

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Fallstatus
Aufgeklärt
Ort
Antwerp Diamond Center, Antwerp, Belgium

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OrtAntwerp Diamond Center, Antwerp, Belgium

Am 15. Februar 2003 wurde im belgischen Antwerpen einer der größten Diamantendiebstähle der Weltgeschichte begangen. Der Kopf hinter dem Coup war Leonardo Notarbartolo, ein italienischer Profieinbrecher, der seinen Einbruch mit bemerkenswerter Präzision und Raffinesse vorbereitete.

Der Schlüssel: Ein Büro im Tresorgebäude

Notarbartolo mietete sich im Antwerp Diamond Centre in der Schupstraat 9/11 ein. Sein Büro verschaffte ihm Zugang zu den Bankschließfächern im Tresor unter dem Gebäude — und damit die Grundlage für seinen Plan. Von dieser Position aus konnte er das Gelände über einen längeren Zeitraum auskundschaften und die Sicherheitsmechanismen studieren.

Um an die Sicherheitscodes zu gelangen, installierte Notarbartolo mutmaßlich eine versteckte Kamera über der Tresortür. Das Übertragungsgerät war dabei in einem Feuerlöscher verborgen. So konnte er die Wachmänner beobachten und die entscheidende Kombination aufzeichnen.

Zeitlinie

1. Januar 2001

Planung und Zugang

Leonardo Notarbartolo mietete ein Büro im Antwerp Diamond Centre in der Schupstraat 9/11, was ihm Zugang zu den Schließfächern im Tresorraum unter dem Gebäude verschaffte. Er begann mit einer detaillierten Überwachung der Sicherheitsmaßnahmen.

1. Januar 2001

Überwachung der Sicherheitssysteme

Notarbartolo installierte eine versteckte Kamera über der Tür des Tresorraums, wobei die Übertragungsausrüstung in einem Feuerlöscher verborgen war, um Sicherheitscodes aufzuzeichnen und die Wachen zu überwachen.

15. Februar 2003

Der Diamantenraub wird durchgeführt

Die Tätergruppe brach in den Tresorraum ein und öffnete mit speziell angefertigtem Werkzeug 109 von 189 Schließfächern. Sie stahlen Diamanten, Schmuck, Gold, Silber und Bargeld in enormem Wert.

21. Februar 2003

Notarbartolo wird verhaftet

Leonardo Notarbartolo wurde sechs Tage nach dem Raub verhaftet. Die Polizei fand Beweise, darunter DNA von einem Salami-Sandwich und Smaragde in den Teppichfasern seiner Wohnung.

1. Januar 2005

Urteil in Antwerpen

Notarbartolo wurde von einem Gericht in Antwerpen zu 10 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 10.000 € verurteilt, weil er den Coup organisiert und eine kriminelle Organisation geleitet hatte.

1. Januar 2009

Auf Bewährung entlassen

Leonardo Notarbartolo wurde nach Verbüßung seiner Strafe auf Bewährung entlassen.

1. Januar 2011

Europäischer Haftbefehl

Ein europäischer Haftbefehl wurde ausgestellt, nachdem angeblich gegen die Bewährungsauflagen verstoßen worden war.

Der Einbruch

Die Tätergruppe fertigte ein speziell angefertigtes, handbetriebenes Werkzeug an, mit dem sie 109 von 189 Schließfächern öffneten. Jedes Fach war durch ein individuelles Schlüsselschloss und ein dreistelliges Kombinationsschloss gesichert — Notarbartolo hatte seine Hausaufgaben gemacht. Tresoreinbrüche

Die Beute wurde in Notarbartolos Antwerpener Wohnung gebracht, sortiert und bewertet. Der Plan sah vor, sie anschließend nach Italien zu transportieren. Doch winzige Smaragden blieben in den Teppichfasern seiner Wohnung zurück.

Die Spuren, die ihn verrieten

Die Polizei handelte schnell. Der entscheidende Beweis kam aus unerwarteter Richtung: DNA-Material an einem halb aufgegessenen Salamibrot sowie weiterer Abfall, der in der Nähe der Autobahn E19 zwischen Antwerpen und Brüssel entsorgt worden war, führte die Ermittler zu Notarbartolo. DNA-Beweise bei Einbrüchen

Sechs Tage nach dem Einbruch, am 21. Februar 2003, wurde Leonardo Notarbartolo verhaftet. Die Anklage lautete auf Anführung des Raubzugs und Leitung einer kriminellen Organisation. Organisierte Kriminalität

Verurteilung und Nachspiel

Ein Antwerpener Gericht sprach Notarbartolo 2005 schuldig und verurteilte ihn zu zehn Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro. 2009 kam er auf Bewährung frei — doch die Freiheit währte nicht lange. 2011 wurde ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt, nachdem er gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte.

Der Diamantenraub von Antwerpen gilt bis heute als Beispiel für hochgradig organisierte Kriminalität — kein brutaler Überfall, sondern ein sorgfältig geplanter Coup, dem am Ende noch sorgfältigere Polizeiarbeit entgegenstand.

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