Der Diamantenraub von Antwerpen: Notarbartolos Meisterstück
Leonardo Notarbartolo plante den Einbruch jahrelang von innen heraus — sein Fehler war eine weggeworfene Salamischeibe
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Falldetails
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Am 15. Februar 2003 wurde im belgischen Antwerpen einer der größten Diamantendiebstähle der Weltgeschichte begangen. Der Kopf hinter dem Coup war Leonardo Notarbartolo, ein italienischer Profieinbrecher, der seinen Einbruch mit bemerkenswerter Präzision und Raffinesse vorbereitete.
Der Schlüssel: Ein Büro im Tresorgebäude
Notarbartolo mietete sich im Antwerp Diamond Centre in der Schupstraat 9/11 ein. Sein Büro verschaffte ihm Zugang zu den Bankschließfächern im Tresor unter dem Gebäude — und damit die Grundlage für seinen Plan. Von dieser Position aus konnte er das Gelände über einen längeren Zeitraum auskundschaften und die Sicherheitsmechanismen studieren.
Um an die Sicherheitscodes zu gelangen, installierte Notarbartolo mutmaßlich eine versteckte Kamera über der Tresortür. Das Übertragungsgerät war dabei in einem Feuerlöscher verborgen. So konnte er die Wachmänner beobachten und die entscheidende Kombination aufzeichnen.
Zeitlinie
Planung und Zugang
Leonardo Notarbartolo mietete ein Büro im Antwerp Diamond Centre in der Schupstraat 9/11, was ihm Zugang zu den Schließfächern im Tresorraum unter dem Gebäude verschaffte. Er begann mit einer detaillierten Überwachung der Sicherheitsmaßnahmen.
Überwachung der Sicherheitssysteme
Notarbartolo installierte eine versteckte Kamera über der Tür des Tresorraums, wobei die Übertragungsausrüstung in einem Feuerlöscher verborgen war, um Sicherheitscodes aufzuzeichnen und die Wachen zu überwachen.
Der Diamantenraub wird durchgeführt
Die Tätergruppe brach in den Tresorraum ein und öffnete mit speziell angefertigtem Werkzeug 109 von 189 Schließfächern. Sie stahlen Diamanten, Schmuck, Gold, Silber und Bargeld in enormem Wert.
Notarbartolo wird verhaftet
Leonardo Notarbartolo wurde sechs Tage nach dem Raub verhaftet. Die Polizei fand Beweise, darunter DNA von einem Salami-Sandwich und Smaragde in den Teppichfasern seiner Wohnung.
Urteil in Antwerpen
Notarbartolo wurde von einem Gericht in Antwerpen zu 10 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 10.000 € verurteilt, weil er den Coup organisiert und eine kriminelle Organisation geleitet hatte.
Auf Bewährung entlassen
Leonardo Notarbartolo wurde nach Verbüßung seiner Strafe auf Bewährung entlassen.
Europäischer Haftbefehl
Ein europäischer Haftbefehl wurde ausgestellt, nachdem angeblich gegen die Bewährungsauflagen verstoßen worden war.
Der Einbruch
Die Tätergruppe fertigte ein speziell angefertigtes, handbetriebenes Werkzeug an, mit dem sie 109 von 189 Schließfächern öffneten. Jedes Fach war durch ein individuelles Schlüsselschloss und ein dreistelliges Kombinationsschloss gesichert — Notarbartolo hatte seine Hausaufgaben gemacht. Tresoreinbrüche
Die Beute wurde in Notarbartolos Antwerpener Wohnung gebracht, sortiert und bewertet. Der Plan sah vor, sie anschließend nach Italien zu transportieren. Doch winzige Smaragden blieben in den Teppichfasern seiner Wohnung zurück.
Die Spuren, die ihn verrieten
Die Polizei handelte schnell. Der entscheidende Beweis kam aus unerwarteter Richtung: DNA-Material an einem halb aufgegessenen Salamibrot sowie weiterer Abfall, der in der Nähe der Autobahn E19 zwischen Antwerpen und Brüssel entsorgt worden war, führte die Ermittler zu Notarbartolo. DNA-Beweise bei Einbrüchen
Sechs Tage nach dem Einbruch, am 21. Februar 2003, wurde Leonardo Notarbartolo verhaftet. Die Anklage lautete auf Anführung des Raubzugs und Leitung einer kriminellen Organisation. Organisierte Kriminalität
Verurteilung und Nachspiel
Ein Antwerpener Gericht sprach Notarbartolo 2005 schuldig und verurteilte ihn zu zehn Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 10.000 Euro. 2009 kam er auf Bewährung frei — doch die Freiheit währte nicht lange. 2011 wurde ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt, nachdem er gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte.
Der Diamantenraub von Antwerpen gilt bis heute als Beispiel für hochgradig organisierte Kriminalität — kein brutaler Überfall, sondern ein sorgfältig geplanter Coup, dem am Ende noch sorgfältigere Polizeiarbeit entgegenstand.
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