Fakten

TäterJudias Anna Lou Buenoano (alias Anna Lou Welty, Judias Goodyear, Judias Morris)
OpferJames E. Goodyear (1971), Michael Buenoano (1980), Bobby Joe Morris (1978) · John Wesley Gentry II (survived, 1983)
TatortFlorida and Colorado, USA
Tatzeitpunkt1971–1983
DeliktPremeditated murder (arsenic poisoning), murder, attempted murder (bombing)

Judy Buenoano wurde 1985 von einem Gericht in Florida wegen vorsätzlichen Mordes ersten Grades an ihrem Mann James E. Goodyear verurteilt, der am 16. September 1971 an Arsenvergiftung gestorben war. Am 30. März 1998 wurde sie im Florida State Prison hingerichtet – als erste Frau in Florida seit 1848.

Der Fall im Überblick

Der Fall um Judy Buenoano – geboren als Judias Anna Lou Welty, im Laufe der Zeit auch unter den Namen Judias Goodyear und Judias Morris bekannt – gilt als einer der meistdiskutierten amerikanischen Mordfälle des 20. Jahrhunderts. Er verbindet systematischen Versicherungsbetrug mit dem wiederholten Einsatz von Gift. Neben der Verurteilung für den Mord an ihrem Mann erhielt Buenoano gesonderte Schuldsprüche für den Mord an ihrem Sohn Michael Buenoano sowie für den versuchten Mord an ihrem Verlobten John Wesley Gentry II.

Die Taten

Ermittler rekonstruierten im Laufe der Zeit mehrere Todesfälle und einen gewaltsamen Anschlag, die alle mit Judy Buenoano in Verbindung standen. Das durchgehende Motiv war jeweils die Auszahlung von Lebensversicherungssummen.

Zeitlinie

16. September 1971

James E. Goodyear stirbt an Arsenvergiftung

Am 16. September 1971 stirbt James E. Goodyear, der Ehemann von Judy Buenoano. Eine rechtsmedizinische Untersuchung stellt Arsenvergiftung als Todesursache fest.

1. Januar 1978

Bobby Joe Morris stirbt in Colorado

1978 stirbt ihr Freund Bobby Joe Morris in Colorado. Eine spätere Ermittlung bringt den Todesfall mit einer Arsenvergiftung in Verbindung; Buenoano erhielt eine Versicherungsauszahlung.

1. Januar 1980

Sohn Michael Buenoano stirbt

1980 stirbt Judy Buenoanos Sohn Michael Buenoano, auch bekannt als Michael Goodyear. Der Todesfall fließt später in das Verfahren der Anklagebehörde gegen die Mutter ein.

1. Januar 1983

Bombenanschlag auf John Wesley Gentry II in Pensacola

1983 überlebt Buenoanos Verlobter John Wesley Gentry II einen Bombenanschlag auf sein Auto in Pensacola, Florida. Der Vorfall löst Ermittlungen zu früheren Todesfällen aus.

31. August 1984

Judy Buenoano wegen Mordes an James Goodyear angeklagt

Am 31. August 1984 wird Judy Buenoano wegen vorsätzlichen Mordes an ihrem Ehemann James E. Goodyear, begangen 1971, angeklagt.

1. Januar 1985

Verurteilt und zum Tode verurteilt

1985 wird Judy Buenoano des Mordes ersten Grades an James E. Goodyear für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Separate Verurteilungen folgen wegen des Mordes am Sohn und des versuchten Mordes an Gentry.

1. März 1998

Florida Supreme Court lehnt Aufschub einstimmig ab

Im März 1998 lehnt der Florida Supreme Court im Berufungsverfahren Buenoano v. State (Nr. 68091) einstimmig ab, die bevorstehende Hinrichtung aufzuschieben.

30. März 1998

Judy Buenoano im Florida State Prison hingerichtet

Am 30. März 1998 wird Judy Buenoano im Florida State Prison auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet – die erste Frau, die seit 1848 in Florida hingerichtet wird.

Der älteste dokumentierte Fall betrifft James E. Goodyear, Buenoanos Ehemann, der am 16. September 1971 starb. Eine rechtsmedizinische Untersuchung stellte Arsenvergiftung als Todesursache fest. Buenoano war als Begünstigte seiner Lebensversicherung eingetragen.

1978 starb ihr damaliger Freund Bobby Joe Morris in Colorado. Eine spätere Ermittlung verknüpfte auch diesen Tod mit Arsenvergiftung, und erneut erhielt Buenoano eine Versicherungsauszahlung.

1980 starb ihr Sohn Michael Buenoano, auch Michael Goodyear genannt. Er war versichert, und sein Tod wurde später Teil der Anklage gegen seine Mutter.

1983 überlebte ihr damaliger Verlobter John Wesley Gentry II einen Bombenanschlag auf sein Auto in Pensacola, Florida. Die Ermittlungen zu diesem Anschlag veranlassten die Behörden, die früheren Todesfälle in Buenoanos Umfeld genauer zu untersuchen.

Die vier Vorfälle – drei Todesfälle und ein überlebter Anschlag – zeichneten gemeinsam das Bild einer Frau, die systematisch versuchte, sich auf Kosten ihrer engsten Angehörigen zu bereichern. Die Versicherungsgelder bildeten den roten Faden durch den gesamten Fall.

Die Ermittlungen

Die Ermittlungen gewannen nach dem Bombenanschlag auf John Wesley Gentry II im Jahr 1983 entscheidend an Fahrt. Da Gentry überlebt hatte, begannen die Ermittler sein Umfeld zu durchleuchten – und stießen auf Buenoano. Das führte zu einer umfassenden Überprüfung der früheren Todesfälle, darunter der Obduktionsbefunde aus dem Fall James E. Goodyear von 1971 und dem Fall Bobby Joe Morris von 1978.

Am 31. August 1984 wurde Judy Buenoano wegen des Mordes an James E. Goodyear angeklagt. Die Anklage markierte den Höhepunkt einer Ermittlung, die Arsenvergiftung als gemeinsame Methode in mehreren der verbundenen Todesfälle identifiziert hatte.

Prozess und Urteil

Der Prozess gegen Judy Buenoano endete 1985 mit einem Schuldspruch wegen vorsätzlichen Mordes ersten Grades an James Goodyear. Das Gericht verhängte die Todesstrafe. Daneben folgten gesonderte Schuldsprüche für den Mord an ihrem Sohn sowie für den versuchten Mord an John Wesley Gentry II.

Buenoano legte Berufung gegen das Todesurteil ein. Der Berufungsfall, bekannt als Buenoano v. State (Aktenzeichen 68091), gelangte bis zum Florida Supreme Court. Im März 1998 lehnte dieser einstimmig eine Aussetzung der Hinrichtung ab und erschöpfte damit die rechtlichen Möglichkeiten der Verurteilten.

Am 30. März 1998 wurde Judy Buenoano im Florida State Prison auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Sie war damit die erste Frau, die in Florida seit 1848 hingerichtet wurde – ein historischer Umstand, der dem Fall erhebliche öffentliche und mediale Aufmerksamkeit einbrachte.

Der Fall heute

Mit der Hinrichtung am 30. März 1998 ist der Fall juristisch abgeschlossen. Er wird weiterhin in Zusammenhängen diskutiert, die die Behandlung von Serientötungen mit Versicherungsbetrug als Motiv durch das amerikanische Rechtssystem beleuchten, sowie in Debatten über die Anwendung der Todesstrafe in den USA.

truecrime.news veröffentlicht keine weiteren persönlichen Angaben zu den Hinterbliebenen der Opfer.

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