Fallakte

Jussie Smollett inszenierte Hassverbrechen in Chicago

US-Schauspieler täuschte rassistischen Übergriff vor

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Jussie Smollett stands outside a Subway restaurant in Chicago’s Streeterville area, glancing towards the empty street, bundled in a heavy coat.
BEWEIS

Fakten

TäterJussie Smollett
OpferNo real victim — the incident was staged according to the court
Tatort300 block of East Lower North Water Street, Streeterville, Chicago, Illinois, USA
TatzeitpunktJanuary 29, 2019 (date of report)
DeliktFiling a false police report (disorderly conduct)

Am 29. Januar 2019 erstattete der amerikanische Schauspieler Jussie Smollett bei der Polizei in Chicago Anzeige wegen eines angeblichen Hassverbrechen. Nach seiner Darstellung war er von zwei Personen überfallen worden, die ihm Bleichmittel über den Kopf geschüttet, ihn geschlagen und ihm eine Schlinge um den Hals gelegt hatten, während sie rassistische und homophobe Beleidigungen ausstießen.

Smollett behauptete außerdem, die Angreifer hätten "This is MAGA country" gerufen – eine Anspielung auf Donald Trumps Wahlkampfslogan "Make America Great Again". Zudem beschrieb er einen der Täter als weiß, obwohl sich später herausstellte, dass beide Beteiligten schwarz waren.

Die geplante Inszenierung

Es stellte sich schnell heraus, dass Smollett den Überfall selbst inszeniert hatte. Er hatte zwei Brüder, Abimbola und Olabinjo Osundairo, angeheuert, die mit ihm zusammen in der TV-Serie "Empire" arbeiteten, um den Fake-Angriff auszuführen. Laut Gerichtsverfahren wurden die Brüder mit 3.500 US-Dollar für ihre Beteiligung bezahlt und erhielten detaillierte Anweisungen von Smollett.

Zeitlinie

29. Januar 2019

Smollett meldet der Polizei in Chicago einen hassmotivierten Angriff

Am 29. Januar 2019 wendet sich Jussie Smollett an die Polizei und berichtet von einem Angriff auf der East Lower North Water Street im Stadtteil Streeterville.

1. Februar 2019

Polizei identifiziert Brüder Osundairo als Verdächtige

Die Polizei von Chicago nimmt Abimbola und Olabinjo Osundairo im Rahmen der Ermittlungen zu dem gemeldeten Vorfall fest und verhört sie.

20. Februar 2019

Smollett wegen falscher Anzeige beschuldigt

Die Staatsanwaltschaft erhebt im Februar 2019 Anklage gegen Smollett wegen disorderly conduct, nachdem die Polizei die Anzeige als inszeniert einstuft.

9. Dezember 2021

Geschworene sprechen Smollett in 5 von 6 Anklagepunkten schuldig

Am 9. Dezember 2021 verkündet eine Jury in Cook County, Illinois, in 5 von 6 Anklagepunkten wegen disorderly conduct einen Schuldspruch.

10. März 2022

Smollett zu 150 Tagen Haft und 30 Monaten Bewährung verurteilt

2022 wird die Strafe auf 150 Tage Haft, 30 Monate Bewährung sowie eine finanzielle Sanktion und Schadensersatz festgesetzt.

1. November 2024

Oberster Gerichtshof von Illinois hebt Verurteilung auf

Im November 2024 hebt der Oberste Gerichtshof von Illinois den Schuldspruch von 2021 auf mit der Begründung, dass Smollett nach einer früheren Vereinbarung über den Verzicht auf Strafverfolgung nicht hätte angeklagt werden dürfen.

Der angebliche Überfall fand in der East Lower North Water Street im Stadtteil Streeterville in Chicago statt – einem Gebiet, das unter Videoüberwachung stand, was letztlich zur Aufklärung des Falls beitrug.

Verurteilung und Strafe

Im Dezember 2021 wurde Smollett in fünf Anklagepunkten der Vortäuschung einer Straftat für schuldig befunden. Im März 2022 verurteilte ihn das Gericht zu 150 Tagen Haft im County Jail und ordnete die Zahlung von 120.106 US-Dollar Schadensersatz an. Zusätzlich erhielt er 30 Monate Bewährung.

Ursprünglich war Smollett wegen 16 Anklagepunkten nach dem Strafrecht von Illinois wegen ungebührlichen Verhaltens angeklagt worden. Später wurde die Anklage auf sechs Punkte im Zusammenhang mit vier falschen Polizeimeldungen reduziert.

Aufhebung des Urteils

Im Jahr 2023 hob der Oberste Gerichtshof von Illinois Smolletts Verurteilung auf. Das Gericht stellte fest, dass eine erneute strafrechtliche Verfolgung gegen sein Recht auf ein gerechtes Verfahren verstoßen würde. Dies lag daran, dass er zuvor bereits eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft getroffen hatte.

Im Zusammenhang mit Smolletts Zivilklage gegen die Stadt Chicago einigten sich die Parteien schließlich auf eine Lösung, womit ein sechs Jahre andauernder Rechtsstreit zwischen Smollett und der Stadtverwaltung beendet wurde.

Der Fall sorgte international für Aufsehen und löste eine intensive Debatte über vorgetäuschte Hassverbrechen und deren Auswirkungen auf echte Opfer von Diskriminierung und Gewalt aus.

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