Oakland County Child Killer: 50 Jahre ohne Antworten
Vier Kinder. Ein unbekannter Täter. Fünf Jahrzehnte Schweigen.
Veröffentlicht 6. Juni 2025

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Fakten
Vier Kinder wurden zwischen dem 15. Februar 1976 und dem 16. März 1977 im Oakland County im US-Bundesstaat Michigan entführt, sexuell misshandelt und ermordet — und der oder die Verantwortlichen wurden bis heute nie vor Gericht gestellt.
Die Opfer
Die vier Kinder hießen Mark Stebbins (12 Jahre), Jill Robinson (12 Jahre), Kristine Mihelich und Timothy King — alle zwischen 10 und 12 Jahre alt. Zwei Mädchen, zwei Jungen. Innerhalb von weniger als einem Jahr wurde eine ganze Generation kindlicher Unschuld in einer amerikanischen Vorstadtgemeinde ausgelöscht.
Einige der Kinder wurden erstickt, eines erschossen. Zwei der Jungen wurden vor ihrem Tod sexuell missbraucht. Jede einzelne Leiche wurde innerhalb von neunzehn Tagen nach dem Verschwinden des Kindes gefunden — sorgfältig an öffentlichen Orten nahe Straßen abgelegt, sodass der Täter sicherstellte, dass die Körper entdeckt werden würden. Das war kein Zufall. Das war eine Botschaft.
Zeitlinie
Mark Stebbins verschwindet
Der zwölfjährige Mark Stebbins wird als erstes von vier Kindern entführt und später ermordet im Oakland County, Michigan, aufgefunden.
Stebbins' Leiche in Southfield gefunden
Vier Tage nach seinem Verschwinden wird die Leiche von Mark Douglas Stebbins in Southfield, Michigan, gefunden. Der Fall wird von den Behörden in Oakland County übernommen.
Jill Robinson verschwindet in Royal Oak
Die 12-jährige Jill Robinson verschwindet am 22. Dezember 1976 in Royal Oak, Michigan. Ihre Leiche wird später an der Autobahn I-75 in Troy gefunden.
Kristine Marie Mihelich verschwindet in Berkley
Die 10-jährige Kristine Marie Mihelich verschwindet am 2. Januar 1977 in Berkley, Michigan, nach einem Besuch in einem 7-Eleven. Die Leiche wird in Franklin Village gefunden.
Timothy King verschwindet
Timothy King wird das vierte und letzte bekannte Opfer des Oakland County Child Killers. Seine Leiche wird kurz darauf aufgefunden.
Serientäter USA
Die Ermittlungen und die Verdächtigen
Die Ermittlungen zählten zu den aufwendigsten in der Geschichte Michigans. Eine eigens eingerichtete Sonderermittlungseinheit sammelte über 16.000 Hinweise — ohne greifbares Ergebnis. Der oder die Täter wurden als Mann im jungen bis mittleren Alter mit markanten Gesichtszügen, spitzer Nase und langem schwarzem Haar beschrieben. Diese Beschreibung führte nie zu einer Verhaftung.
Im Laufe der Jahrzehnte konzentrierten sich die Ermittler auf drei Hauptverdächtige: Christopher Brian Busch, Theodore Lamborgine und Archibald Edward Sloan. Alle drei sollen einem mutmaßlichen pädophilen Untergrundnetzwerk angehört haben, das sich über den gesamten Bundesstaat Michigan erstreckte.
Christopher Busch war ein vorbestrafter Pädophiler und Sohn eines hochrangigen General-Motors-Managers — eine Verbindung, die ihm nach Ansicht mancher Ermittler Zugang zu Ressourcen und Mobilität verschaffte. 1978 nahm er sich das Leben, ohne je angeklagt worden zu sein. 2012 schlossen DNA-Tests ihn schließlich als direkten Täter aus — was den Fall in gewisser Weise wieder neu aufrollte, ohne ihn zu lösen.
ungeklärte Mordfälle
Das Schweigen um das Netzwerk
Was diesen Fall von vielen anderen ungeklärten Fällen unterscheidet, ist nicht nur die fehlende Aufklärung — es ist das beharrliche Schweigen rund um das mutmaßliche Netzwerk. Der Verdacht, dass eine organisierte Pädophilenstruktur über Staatsgrenzen hinweg operierte, wurde in der Öffentlichkeit nie vollständig aufgearbeitet. Viele, die sich intensiv mit dem Fall befasst haben, fragen sich bis heute, ob Einfluss und Macht einzelner Personen eine lückenlose Ermittlung verhindert haben.
Die Michigan State Police führt den Fall weiterhin als aktiv. Der Oakland County Child Killer gilt als einer der rätselhaftesten ungelösten Serienmörder-Fälle in der Geschichte der Vereinigten Staaten — nicht wegen des Ausmaßes der Verbrechen allein, sondern weil sie an Kindern begangen wurden, in einem Umfeld, in dem Macht offenbar jemanden schützte.
Kindesmissbrauch Kriminalfälle
Fünf Jahrzehnte — und keine Gerechtigkeit
Der Dokumentarfilm „Children of the Snow“ (Hulu, 2019) sowie das Buch „The Kill Jar“ von J. Reuben Appelman und ein gleichnamiger Podcast haben in den vergangenen Jahren erneut Aufmerksamkeit auf den Fall gelenkt. Doch trotz aller medialen Beschäftigung blieb eine Antwort aus.
Der Fall ist weiterhin offen. Der Täter — oder die Täter — lebt möglicherweise noch.
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