The Family International: Von der Sekte zum Gerichtsurteil
Systematischer Kindesmissbrauch in der ehemaligen Children of God
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Falldetails
Quick Facts
The Family International wurde 1968 von David Berg in Huntington Beach, Kalifornien, unter dem Namen Children of God gegründet. Die Gruppe, die später unter ihrem heutigen Namen bekannt wurde, geriet in den folgenden Jahrzehnten wegen systematischen sexuellen und physischen Missbrauchs von Kindern ins Visier internationaler Ermittlungen und wurde schließlich in einem wegweisenden britischen Gerichtsverfahren verurteilt.
Systematischer Missbrauch von Kindern
Die Gruppe wurde beschuldigt, systematischen physischen und sexuellen Missbrauch an Kindern verübt zu haben, einschließlich sexualisierter Rituale mit Minderjährigen und schwerer Körperstrafen. Diese Praktiken waren nach verifizierten Quellen tief in der Kultur und Struktur der Gruppe verankert.
In den 1980er und 1990er Jahren wurde die Gruppe in mehreren Ländern, darunter Spanien und Argentinien, Ziel von Polizeirazzien und Ermittlungen. Die Anklagen umfassten Kindesmissbrauch und Inzest, und die Gruppe wurde intensiv von Medien und Sektenberatungsstellen unter die Lupe genommen.
Zeitlinie
Gründung von Children of God
David Berg gründet die Gruppe in Huntington Beach, Kalifornien
Beginn internationaler Ermittlungen
Polizeirazzien und juristische Untersuchungen in mehreren Ländern wegen Kindesmissbrauchs
Erste offizielle Änderungen
Die Leitung verbietet sexuellen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen
Ende von Flirty Fishing
Die umstrittene Praxis wird offiziell eingestellt
Gerichtsurteil
Das Gericht bestätigt systematischen Kindesmissbrauch, stellt jedoch Änderungen in der Praxis fest
Britisches Gerichtsurteil 1994-1995
Ein entscheidendes Urteil fiel in einem britischen Gerichtsverfahren in den Jahren 1994-1995, in dem der Richter Lord Justice Alan Ward den Fall verhandelte. Das Gericht stellte fest, dass die Gruppe und einige ihrer Führungsmitglieder sexuellen Missbrauch an Kindern begangen, schwere Körperstrafen angewandt und Minderjährige isoliert hatten.
Der Richter kam jedoch zu dem Schluss, dass die Gruppe diese Praktiken vor 1995 aufgegeben hatte und das Umfeld danach für Kinder sicher sei. Das Gericht verpflichtete die Gruppe dennoch, alle Körperstrafen an Kindern in Großbritannien einzustellen und die Schriften von David Berg zu verurteilen, die zu sexuell unangemessenem Verhalten gegenüber Kindern beigetragen hatten.
Geänderte Praktiken
Die Führung von The Family International überarbeitete Mitte der 1980er Jahre offiziell ihre Lehren und verbot sexuellen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. 1987 wurde die Praxis des "Flirty Fishing" – eine umstrittene Praktik innerhalb der Gruppe – eingestellt.
Trotz dieser Änderungen haben ehemalige Mitglieder und Aussteiger die Gruppe weiterhin als autoritär und sektenartig beschrieben. Ex-Mitglieder wie Verity Carter und Jerry Golland haben berichtet, von früher Kindheit an sexuellem Missbrauch ausgesetzt gewesen zu sein, und charakterisierten die Gruppe als autoritäre Sekte mit einer Geschichte sexueller Abweichungen.
Zeugenaussagen ehemaliger Mitglieder
Ehemalige Mitglieder haben die Gruppe außerdem beschuldigt, gezielt vulnerable Menschen anzusprechen, psychologische Manipulation und Isolation als Kontrollmethoden einzusetzen sowie eine Politik der Täuschung gegenüber Außenstehenden zu verfolgen.
Die Geschichte von The Family International zeigt die verheerenden Auswirkungen, die manipulative religiöse Gruppen auf ihre Mitglieder, insbesondere auf Kinder, haben können. Die dokumentierten Fälle von Missbrauch und die gerichtlichen Feststellungen unterstreichen die Notwendigkeit wachsamer Überwachung und des Schutzes von Minderjährigen in geschlossenen Gemeinschaften.
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