West Mesa-Morde: 11 Frauen in New Mexicos Wüste entdeckt
Seit Februar 2009 gilt der Fall als eine der bekanntesten ungelösten Serienmordserien der USA – kein Täter wurde je angeklagt
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Klassifizierung:
Fakten
Im Februar 2009 entdeckte eine Frau beim Gassigehen in der menschenleeren Wüstenregion West Mesa westlich von Albuquerque, New Mexico, menschliche Knochenreste, die aus dem Boden ragten. Was folgte, war einer der erschütterndsten Fundfälle der jüngeren amerikanischen Kriminalgeschichte: Die Überreste von 11 Frauen und eines ungeborenen Kindes wurden aus dem Boden geborgen – bis heute wurde kein Täter ermittelt.
Der Fund
Am 2. Februar 2009 machte eine Frau, die ihren Hund in der Nähe der 118th Street SW in Albuquerque ausführte, einen makabren Fund: Menschliche Knochen steckten halb aus dem Wüstenboden. Das Albuquerque Police Department (APD) leitete sofort eine Großuntersuchung ein. Forensische Experten legten das Gebiet systematisch frei und bargen schließlich die sterblichen Überreste von elf Frauen sowie die eines ungeborenen Kindes.
Alle elf Opfer wurden inzwischen namentlich identifiziert: Monica Diana Candelaria, Victoria Ann Chavez, Syllannia Terene Edwards, Doreen Marquez, Veronica Romero, Jamie Caterina Barela, Evelyn Jesus Maria Salazar, Virginia Cloven, Julie Cyndie Nieto, Cinnamon Elks und Michelle Gina Valdez. Letztere war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens schwanger; die Überreste ihres ungeborenen Kindes wurden ebenfalls am Fundort geborgen.
Zeitlinie
Menschliche Überreste auf West Mesa entdeckt
Eine Frau findet Knochenreste in dem abgelegenen Gebiet West Mesa nahe der 118th Street SW in Albuquerque. Das APD leitet umgehend Ermittlungen und eine rechtsmedizinische Ausgrabung ein.
Ausgrabung fördert 11 Opfer und ein ungeborenes Kind zutage
Die rechtsmedizinische Untersuchung des Fundorts im Februar 2009 weist die Überreste von 11 Frauen sowie eines ungeborenen Kindes nach. Die Identifizierungsarbeit beginnt.
Alle 11 Opfer von APD identifiziert
Das Albuquerque Police Department bestätigt die Identität aller 11 Opfer unter anderem durch DNA-Analyse. Ein Täter ist zu diesem Zeitpunkt nicht identifiziert.
Laut People Magazine hatten mehrere der Frauen zeitweise Verbindungen zu vulnerablen Milieus in der Innenstadt von Albuquerque. Viele von ihnen waren als vermisst gemeldet worden, ohne dass die Behörden die Fälle damals miteinander in Verbindung gebracht hatten.
Vermisste Personen USA
Schwierige Ermittlungen
Die abgelegene Wüstenlandschaft stellte die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen. Wind, Witterung und Tierspuren hatten die Spurenlage am Fundort stark beeinträchtigt und die forensische Kartierung der Grabstellen erschwert. Der Begriff „Bone Collector“, unter dem der Fall international bekannt wurde, entstand als volkstümliche Bezeichnung für den unbekannten Täter, der seine Opfer systematisch an diesem entlegenen Ort vergraben hatte.
Das APD leitete nach dem Fund umgehend eine umfangreiche Untersuchung ein: forensische Ausgrabungen des gesamten Fundgeländes, DNA-Analysen, Abgleich mit Vermissten-Datenbanken sowie Befragungen von Zeugen und Personen aus dem Umfeld der Opfer. Die Identifizierung aller elf Opfer gelang schließlich, war jedoch langwierig und aufwendig.
Laut A&E wurden im Laufe der Ermittlungen Hunderte von Befragungen durchgeführt und umfangreiches Beweismaterial gesichtet. Dennoch ist es den Behörden bis heute nicht gelungen, einen Täter zu benennen. Niemand wurde je beschuldigt, angeklagt oder vor Gericht gestellt.
Ungeklärte Serienmorde
Keine Anklage, kein Urteil
In diesem Fall hat es kein Gerichtsverfahren gegeben. Es liegt weder eine Anklage noch ein strafgerichtliches Ergebnis vor. Der Fall wird weiterhin vom APD im Zuständigkeitsbereich des Bernalillo County geführt, zu dem Albuquerque gehört, und gilt als vollständig ungeklärt.
Die Medienaufmerksamkeit – durch Dokumentationen, Podcasts und Berichte internationaler Medien – hat den Fall in der öffentlichen Wahrnehmung lebendig gehalten, ohne bislang den entscheidenden Ermittlungsdurchbruch zu bringen.
Der Fall heute
Die West Mesa-Morde sind beim Albuquerque Police Department weiterhin als aktiver, offener Fall geführt. Die Behörden rufen die Bevölkerung fortlaufend dazu auf, Hinweise zu melden.
Die Angehörigen der elf Frauen warten seit 2009 auf Antworten. Ihre Situation verweist auf ein systemisches Problem: Wenn Opfer aus besonders gefährdeten gesellschaftlichen Gruppen stammen, besteht die Gefahr, dass Vermisstenmeldungen nicht mit der gebotenen Dringlichkeit behandelt werden.
Opferrechte und Strafverfolgung
Wer Hinweise hat, die zur Aufklärung beitragen könnten, wird gebeten, sich direkt an das Albuquerque Police Department zu wenden.
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