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York County Hex Murder — Mord im Rehmeyer's Hollow

Drei Männer töteten 1928 den Bauern Nelson Rehmeyer, weil sie glaubten, er habe sie mit Powwow-Magie verflucht

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 7. Juni 2026

BEWEIS

Falldetails

Quick Facts

Fallstatus
Aufgeklärt
Ort
Rehmeyer's Hollow, North Hopewell Township, York County, Pennsylvania, USA
Tatdatum
27. November 1928
Tatort
Rehmeyer's Hollow, North Hopewell Township, York County, Pennsylvania, USA
Opfer
Nelson Rehmeyer, Bauer und Powwow-Praktizierender
Täter
John Blymire, John Curry, Wilbert Hess
Tatmotiv
Aberglaube — die Täter glaubten, Rehmeyer habe sie mit Powwow-Magie verflucht
Todesursache
Schläge und Erdrosseln; Leiche wurde anschließend angezündet
Entdeckung
29. November 1928, durch Nachbarn
Festnahmen
1. Dezember 1928
Urteil Blymire & Curry
Mord ersten Grades, lebenslange Freiheitsstrafe
Urteil Hess
Mord zweiten Grades, 10 bis 20 Jahre Freiheitsstrafe

Fakten

OrtRehmeyer's Hollow, North Hopewell Township, York County, Pennsylvania, USA
Tatdatum27. November 1928
TatortRehmeyer's Hollow, North Hopewell Township, York County, Pennsylvania, USA
OpferNelson Rehmeyer, Bauer und Powwow-Praktizierender
TäterJohn Blymire, John Curry, Wilbert Hess

In der Nacht zum 27. November 1928 drangen drei Männer in das abgelegene Haus des Bauern Nelson Rehmeyer in Rehmeyer's Hollow, York County, Pennsylvania, ein — und töteten ihn in dem Glauben, er habe sie mit Powwow-Magie verflucht.

Der Fall im Überblick

John Blymire, John Curry und Wilbert Hess suchten Rehmeyer in seinem entlegenen Heim im North Hopewell Township auf. Sie wollten ihn zwingen, ihnen ein Powwow-Zauberbuch und eine Haarlocke auszuhändigen — beides, so ihr Glaube, notwendig, um den vermeintlichen Fluch zu brechen. Als Rehmeyer sich weigerte, eskalierte die Situation: Die Männer schlugen und erdrosselten ihn, fesselten ihn mit Seilen und übergossen seinen Körper schließlich mit Petroleum, den sie anzündeten. Damit wollten sie sowohl Spuren beseitigen als auch — in ihrem Aberglauben — den Fluch endgültig aufheben.

Zwei Tage später bemerkten Nachbarn, dass Rehmeyers Vieh nicht versorgt worden war. Sie fanden seine halb verbrannte Leiche im Haus. Die Polizei von York County wurde sofort gerufen, und alle drei Täter wurden kurz darauf festgenommen. Der Fall entwickelte sich zu einer landesweiten Mediensensation, weil er eine Welt aus Volksglauben und Hexerei im ländlichen Pennsylvania des 20. Jahrhunderts enthüllte.

Zeitlinie

27. November 1928

Nelson Rehmeyer in seinem Haus ermordet

John Blymire, John Curry und Wilbert Hess griffen Rehmeyer im Rehmeyer's Hollow an, schlugen und erdrosselten ihn und zündeten anschließend seine Leiche an — im Glauben, damit einen vermeintlichen Fluch zu brechen und Beweise zu vernichten.

29. November 1928

Leiche von Nachbarn entdeckt

Nachbarn fanden Rehmeyers halb verbrannte Leiche, nachdem sie bemerkt hatten, dass sein Vieh zwei Tage lang nicht versorgt worden war.

1. Dezember 1928

Drei Tatverdächtige festgenommen

Alle drei Täter wurden kurz nach der Entdeckung der Leiche verhaftet. Der Fall erregte sofort landesweites Medienaufsehen wegen seiner Verbindung zu Hexerei und Aberglauben.

15. Januar 1929

Prozessbeginn in York County

Die drei Männer wurden in York County, Pennsylvania, wegen Mordes vor Gericht gestellt. Ihre Geständnisse und ihr Glaube an Flüche standen im Mittelpunkt des Verfahrens.

31. Januar 1929

Urteile gesprochen

Blymire und Curry wurden wegen Mordes ersten Grades zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Hess erhielt wegen Mordes zweiten Grades eine Strafe von zehn bis zwanzig Jahren.

Powwow und Fluchglaube

Powwow — auch als Braucherei bekannt — war eine Form der Volksmedizin und Alltagsmagie, die von den pennsylvanischen Deutschen praktiziert wurde. Im Mittelpunkt dieser Tradition stand das Buch „The Long Lost Friend“, eine Sammlung aus Gebeten, Kräuterratschlägen und Zauberformeln.

John Blymire stammte selbst aus einer Familie von Powwow-Ausübenden und hatte jahrelang unter körperlichen und seelischen Beschwerden gelitten, die er auf einen Fluch zurückführte. Nach der Konsultation verschiedener Heiler gelangte er zu der Überzeugung, dass Nelson Rehmeyer — ein Nachbar und selbst Powwow-Praktizierender — dafür verantwortlich sei. Blymire überredete die beiden jüngeren Männer Curry und Hess, ihm zu helfen.

Das Opfer

Nelson Rehmeyer war ein angesehener Bauer und Powwow-Ausübender, der in der abgelegenen Rehmeyer's Hollow lebte. Er war in der Gegend für sein Wissen über Kräutermedizin und geistliche Ratschläge bekannt. Obwohl Powwow offiziell eine christliche Heiltradition war, galt sie in vielen Kreisen als Hexerei — besonders bei denen, die sich wie Blymire als Opfer von Flüchen sahen.

Rehmeyer lebte allein auf seinem Hof, weit von den nächsten Nachbarn entfernt. Seine Isolation machte ihn angreifbar. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass er Blymire jemals bedroht oder geschädigt hatte. Die Tat beruhte ausschließlich auf Aberglauben und Paranoia.

Ermittlungen und Festnahme

Der Tatort wies eindeutige Zeichen von Gewalt auf: Seilreste, Blutspuren und die Tatsache, dass sich das Feuer nicht auf natürliche Weise ausgebreitet hatte, deuteten auf einen geplanten Angriff hin. Die Ermittler konzentrierten sich rasch auf lokale Männer mit Verbindung zum Powwow-Milieu. Als die Polizei Blymire verhörte, gestand er — ebenso wie Curry und Hess. Ihre Schilderungen über Hexerei und Fluchglauben wurden sofort in den Zeitungen aufgegriffen, und der Fall erlangte nationale Aufmerksamkeit als „Hex Murder“.

Prozess und Urteile

Der Prozess gegen die drei Männer begann im Januar 1929 am York County Court und zog Journalisten aus dem ganzen Land an, die ihn als Beispiel mittelalterlichen Aberglaubens im modernen Amerika beschrieben. Die Verteidigung versuchte zu argumentieren, die Angeklagten hätten unter dem Einfluss von Wahnvorstellungen und psychischer Instabilität gehandelt — doch die Anklage legte klare Beweise für eine geplante und vorsätzliche Tat vor.

Blymire und Curry wurden wegen Mordes ersten Grades zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Hess, dem eine geringere Beteiligung zugemessen wurde, erhielt wegen Mordes zweiten Grades eine Strafe von zehn bis zwanzig Jahren. Alle drei legten keine Berufung ein. Dokumenten zufolge wurden sie später nach Verbüßung wesentlicher Teile ihrer Strafen auf Bewährung entlassen.

Der Prozess gilt als juristischer Meilenstein, weil er die Frage aufwarf, wie moderne Rechtssysteme mit Verbrechen umgehen sollen, die unter dem Einfluss tief verwurzelter religiöser oder magischer Überzeugungen begangen wurden.

Der Fall heute

Der York County Hex Murder gilt bis heute als einer der bizarrsten Mordfälle der amerikanischen Rechtsgeschichte. Rehmeyer's Hollow ist inzwischen eine historische Stätte, die von True-Crime-Fans und Historikern besucht wird. Das Haus — oder was davon übrig ist — und die Gegend sind für ihre unheimliche Atmosphäre und die lokalen Legenden über Powwow-Magie bekannt.

Der Fall wurde in mehreren modernen Medien aufgegriffen, darunter die Dokumentation „Hex Hollow: Witchcraft and Murder in Pennsylvania“ aus dem Jahr 2015, die das Verbrechen eingehend untersucht und Historiker sowie Nachfahren der Beteiligten befragt. Auch Podcasts und YouTube-Kanäle haben die Geschichte als Beispiel dafür nacherzählt, wie kulturelle Isolation und Aberglauben zu tragischen Taten führen können.

Das wissenschaftliche Interesse an dem Fall gilt nicht nur dem Verbrechen selbst, sondern auch dem, was es über die Powwow-Kultur, die pennsylvanisch-deutsche Identität und die anhaltende Kraft von Religion und Magie im menschlichen Handeln verrät — selbst im 20. Jahrhundert. Der York County Hex Murder bleibt ein düsteres Beispiel dafür, wozu Menschen fähig sind, wenn Angst und Aberglauben die Oberhand gewinnen.

Medienberichterstattung

TV series

  • Hex Hollow: Witchcraft and Murder in Pennsylvania(2026)

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