Zodiac Killer — ungelöste Mordserie in Kalifornien
Nordkalifornien, 1968–1969 – ungeklärt
Veröffentlicht 3. Juni 2026

Fakten
Der Fall
Der Zodiac Killer ist einer der berüchtigtsten ungelösten Kriminalfälle der amerikanischen Geschichte. Zwischen Dezember 1968 und Oktober 1969 tötete ein unbekannter Täter mindestens fünf Menschen in Nordkalifornien und verletzte zwei weitere schwer. Der Fall erlangte weltweite Aufmerksamkeit nicht nur wegen der Brutalität der Taten, sondern vor allem durch die provokativen Briefe, die der Killer an Zeitungen und Behörden schickte. In diesen Schreiben verhöhnte er die Polizei, prahlte mit seinen Verbrechen und fügte komplexe Kryptogramme bei, von denen einige bis heute nicht vollständig entschlüsselt sind.
Der Name "Zodiac" stammt aus den Briefen selbst, in denen der Täter dieses Pseudonym verwendete und seine Nachrichten mit einem markanten Fadenkreuz-Symbol unterzeichnete. Trotz intensiver Ermittlungen, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstrecken, konnte die Identität des Täters nie zweifelsfrei geklärt werden. Das FBI behandelt den Fall weiterhin als offen.
Das Verbrechen
Die Mordserie begann am 20. Dezember 1968 am Lake Herman Road, einer abgelegenen Straße nahe Vallejo, Kalifornien. David Arthur Faraday (17) und Betty Lou Jensen (16) saßen in einem geparkten Auto, als ein unbekannter Angreifer das Feuer eröffnete. Beide Teenager wurden mit einer Schusswaffe getötet. Die Tat wirkte wie eine Hinrichtung – kaltblütig und ohne erkennbares Motiv.
Zeitlinie
Erster bestätigter Mord
David Faraday, 17, und Betty Lou Jensen, 16, wurden auf der Lake Herman Road nahe Vallejo erschossen, während sie in einem geparkten Auto saßen.
Angriff bei Blue Rock Springs
Darlene Ferrin, 22, wurde getötet und Michael Mageau, 19, verletzt bei einem Überfall auf einem Parkplatz beim Blue Rock Springs Park in Vallejo.
Messerangriff am Lake Berryessa
Ein vermummter Angreifer überfiel Bryan Hartnell, 20, und Cecelia Shepard, 22, am Lake Berryessa im Napa County. Shepard starb an ihren Verletzungen; Hartnell überlebte.
Mord an Taxifahrer in San Francisco
Taxifahrer Paul Stine wurde in Presidio Heights, San Francisco, erschossen, in dem, was allgemein als Zodiacs letzter bestätigter Angriff gilt.
Erste Kryptogramm-Briefe verschickt
Der Mörder begann, höhnische Briefe mit Kryptogrammen an Zeitungen in der San Francisco Bay Area zu senden, unterschrieben mit einem Kreis-Kreuz-Symbol.
Arthur Leigh Allen als Verdächtiger benannt
Die Polizei benannte Allen, einen Grundschullehrer aus Vallejo und verurteilten Sexualstraftäter, als ihren Hauptverdächtigen, obwohl er nie angeklagt wurde.
Hauptverdächtiger stirbt
Arthur Leigh Allen starb an Herzversagen. Zu diesem Zeitpunkt verfügbare DNA- und Fingerabdruckbeweise brachten ihn nicht mit den Verbrechen in Verbindung.
Kryptogramm teilweise gelöst
Amateur-Codeknacker lösten eines von Zodiacs 340-Zeichen-Chiffren, 51 Jahre nach dessen Versand, auch wenn es keine verwertbaren Ermittlungshinweise lieferte.
Etwa ein halbes Jahr später, in der Nacht zum 5. Juli 1969, ereignete sich der zweite bestätigte Angriff im Blue Rock Springs Park, ebenfalls in Vallejo. Darlene Ferrin (22) und Michael Mageau (19) wurden in einem geparkten Auto von einem Mann angegriffen, der mit einer Taschenlampe auf sie zuging und dann das Feuer eröffnete. Ferrin starb noch am Tatort, Mageau überlebte trotz mehrerer Schusswunden. Kurz nach dem Angriff rief jemand bei der Polizei an und bekannte sich sowohl zu diesem als auch zum Mord am Lake Herman Road.
Der dritte Angriff fand am 27. September 1969 am Lake Berryessa in Napa County statt und unterschied sich deutlich von den vorherigen Taten. Bryan Calvin Hartnell (20) und Cecelia Ann Shepard (22) picknicken an einem abgelegenen Seeufer, als sich ihnen ein Mann in einem schwarzen Kapuzenumhang mit Sonnenbrille näherte. Auf der Brust trug er das später berühmt gewordene Fadenkreuz-Symbol. Der Täter behauptete, er sei ein entflohener Häftling und wolle ihr Auto stehlen. Er fesselte beide Opfer und attackierte sie dann mit einem Messer. Shepard starb zwei Tage später im Krankenhaus an ihren Verletzungen, Hartnell überlebte und konnte eine detaillierte Beschreibung des Täters liefern.
Der letzte zweifelsfrei dem Zodiac zugeschriebene Mord ereignete sich am 11. Oktober 1969 im Stadtteil Presidio Heights in San Francisco. Der Taxifahrer Paul Stine wurde durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet. Der Täter entwendete Stines Brieftasche und ein Stück seines blutgetränkten Hemdes, das er später als Beweis in einem Brief an die Presse schickte. Mehrere Zeugen sahen einen Mann vom Tatort weggehen, was zur Erstellung eines Phantombilds führte, das zu einem der ikonischsten Fahndungsfotos der Kriminalgeschichte wurde.
Die Opfer
Die bestätigten Todesopfer des Zodiac Killers waren überwiegend junge Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. David Arthur Faraday war ein 17-jähriger Highschool-Schüler mit einer vielversprechenden Zukunft. Betty Lou Jensen, 16 Jahre alt, war seine Begleiterin bei ihrer ersten gemeinsamen Verabredung. Beide stammten aus Vallejo und wurden ohne Vorwarnung getötet.
Darlene Ferrin war eine 22-jährige Kellnerin und Mutter, die im Blue Rock Springs Park zusammen mit Michael Mageau angegriffen wurde. Mageau, 19 Jahre alt, überlebte den Angriff trotz schwerer Verletzungen und konnte den Ermittlern wichtige Informationen liefern.
Cecelia Ann Shepard war eine 22-jährige College-Studentin am Pacific Union College. Bryan Calvin Hartnell, 20 Jahre alt und ebenfalls Student, überlebte den brutalen Messerangriff am Lake Berryessa. Beide hatten einen entspannten Nachmittag am See verbringen wollen.
Paul Stine, 29 Jahre alt, war ein Taxifahrer in San Francisco, der sein Studium der Englischen Literatur finanzierte. Er wurde Opfer, weil er zur falschen Zeit den falschen Fahrgast aufnahm.
In seinen Briefen behauptete der Zodiac Killer, insgesamt 37 Menschen getötet zu haben, aber die Behörden konnten nur diese fünf Morde sowie die zwei Überlebenden zweifelsfrei mit dem Fall in Verbindung bringen. Andere ungeklärte Morde in der Region wurden untersucht, aber nie definitiv dem Zodiac zugeordnet.
Ermittlung
Die Ermittlungen im Zodiac-Fall wurden vor allem durch die Briefe des Täters geprägt. Beginnend im August 1969 schickte er eine Serie von Schreiben an die San Francisco Chronicle, den Vallejo Times-Herald und die San Francisco Examiner. Die ersten drei Briefe enthielten jeweils ein Drittel eines 408-Zeichen-Kryptogramms. Der Täter forderte die Veröffentlichung der Codes unter Androhung weiterer Morde. Ein Lehrerpaar, Donald und Bettye Harden, löste dieses Kryptogramm innerhalb einer Woche. Die Botschaft enthielt verstörende Zeilen über die Tötung von Menschen als "Sammeln von Sklaven" für das Jenseits.
Ein weiteres, 340 Zeichen langes Kryptogramm wurde im November 1969 verschickt und blieb über 51 Jahre lang ungelöst, bis es im Dezember 2020 von einem internationalen Team aus Codeknackern entschlüsselt wurde. Die Botschaft enthielt jedoch keine verwertbaren Hinweise auf die Identität des Täters.
Der Hauptermittler des San Francisco Police Department, Inspector Dave Toschi, widmete Jahre seines Lebens der Jagd nach dem Zodiac. Die Ermittlungen führten zu Hunderten von Verdächtigen, aber nur eine Person wurde jemals öffentlich als Hauptverdächtiger benannt: Arthur Leigh Allen.
Allen war ein ehemaliger Grundschullehrer und verurteilter Sexualstraftäter aus Vallejo. Es gab mehrere Indizien, die auf ihn hindeuteten: Er trug eine Uhr der Marke Zodiac, hatte Zugang zu einer Schreibmaschine eines ähnlichen Typs wie die für die Briefe verwendete, und mehrere Bekannte berichteten, er habe sich verdächtig über die Morde geäußert. 1991 durchsuchte die Polizei sein Haus, fand aber keine eindeutigen Beweise. DNA-Proben von den Briefmarken der Zodiac-Briefe sowie Fingerabdrücke vom Tatort des Stine-Mordes stimmten nicht mit Allen überein. Er starb 1992 an einem Herzinfarkt, ohne jemals angeklagt worden zu sein.
In späteren Jahren haben private Ermittler andere Verdächtige vorgeschlagen, darunter Gary Francis Poste (gestorben 2018) und Earl Van Best Jr. (gestorben 2005), aber keine dieser Theorien wurde von den Strafverfolgungsbehörden als glaubwürdige Lösung akzeptiert.
Prozess und Urteil
Es gab nie einen Prozess im Zodiac-Fall, da nie ausreichende Beweise gegen einen Verdächtigen vorlagen, um Anklage zu erheben. Der Fall bleibt offiziell ungeklärt. Das FBI, das Vallejo Police Department, das San Francisco Police Department und andere Behörden behandeln die Ermittlungen weiterhin als aktiv, auch wenn die Hauptermittlungen in den 1970er Jahren ausgelaufen sind.
Die mangelnde Aufklärung liegt teilweise an der begrenzten forensischen Technologie der späten 1960er Jahre. DNA-Analysen standen damals nicht zur Verfügung, und Fingerabdrücke konnten nur mit bereits erfassten Personen abgeglichen werden. Auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Polizeibehörden war in dieser Ära weniger koordiniert als heute.
Ein weiteres Problem bestand darin, dass die Briefe des Zodiac möglicherweise teilweise falsche Informationen enthielten. Der Täter könnte Taten beansprucht haben, die er nicht begangen hat, um seine Bedeutung zu übertreiben und die Ermittler in die Irre zu führen.
Heute
Der Zodiac-Fall bleibt eines der am meisten diskutierten ungeklärten Verbrechen der Welt. Moderne DNA-Technologie hat neue Hoffnung geweckt, dass der Fall noch gelöst werden könnte. In den letzten Jahren haben Fortschritte in der genetischen Genealogie – der Methode, die zur Identifizierung des Golden State Killers führte – neue Möglichkeiten eröffnet. Ermittler haben versucht, DNA-Material von den Briefmarken und Umschlägen der Zodiac-Briefe zu gewinnen, aber die Qualität und Quantität des Materials ist begrenzt.
Der Fall hat einen enormen kulturellen Einfluss gehabt. David Finchers Film "Zodiac" aus dem Jahr 2007 brachte den Fall einer neuen Generation näher. Zahlreiche Bücher, Dokumentationen, Podcasts und Websites widmen sich der Analyse jedes Details. Amateur-Ermittler und Kryptographie-Enthusiasten arbeiten weiterhin an der Entschlüsselung der verbliebenen Codes und der Identifizierung des Täters.
Im März 2024 bekräftigte das FBI in öffentlichen Stellungnahmen, dass der Fall weiterhin unter Prüfung steht, auch wenn keine aktiven täglichen Ermittlungen mehr stattfinden. Jeder neue Hinweis wird evaluiert, aber bisher hat keiner zu einem Durchbruch geführt.
Die Hinterbliebenen der Opfer leben weiterhin mit der Ungewissheit. Für sie bleibt die Frage nach der Identität des Zodiac Killers nicht nur ein historisches Rätsel, sondern ein persönliches Trauma, das nie vollständig abgeschlossen werden konnte. Die Hoffnung, dass moderne Forensik eines Tages doch noch Antworten liefern wird, bleibt bestehen – mehr als 55 Jahre nach den ersten Morden.
Medienberichterstattung
TV series
- The Most Dangerous Animal of All(2026)
Podcasts
- Zodiac Killer: Amerikas rätselhaftester Serienmörder(2026)
Zu diesem Fall fragen
Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNytDiesem Fall folgen
Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Zodiac Killer — ungelöste Mordserie in Kalifornien erscheint oder ein Urteil fällt.


