
Das Massaker von Port Arthur: 35 Tote in Tasmanien
Ein Dokumentarfilm beleuchtet das schwerste Massaker der modernen australischen Geschichte und seine Folgen für die Waffengesetzgebung
Am 28. April 1996 eröffnete Martin Bryant auf dem historischen Gelände von Port Arthur in Tasmanien das Feuer und tötete 35 Menschen. 23 weitere wurden verletzt. Es ist das schwerste Massaker der modernen Geschichte Australiens.
Der Tatablauf
Der Angriff begann im Café des Geländes und weitete sich auf den Parkplatz und die Umgebung aus. Bryant verschanzte sich anschließend in einer nahe gelegenen Herberge, die er in Brand setzte. Nach stundenlanger Belagerung wurde er mit schweren Verbrennungen von der Polizei festgenommen. Massaker Australien
Täter und Urteil
Ein wesentlicher Teil des Dokumentarfilms widmet sich der Biografie Martin Bryants und den Umständen, die zur Tat führten. Am 22. November 1996 bekannte sich Bryant vor dem Obersten Gericht Tasmaniens in allen 72 Anklagepunkten schuldig, darunter 35 Morde. Er wurde zu 35 lebenslangen Haftstrafen ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung verurteilt. Lebenslange Haftstrafe
Politische Konsequenzen
Die Tragödie hatte weitreichende Folgen für die australische Waffengesetzgebung. Bereits am 10. Mai 1996 verabschiedete die Regierung unter Premierminister John Howard ein umfassendes Waffengesetzpaket, das halbautomatische Langwaffen weitgehend verbot. Ein nationales Rückkaufprogramm lief bis zum 30. September 1997 — rund 650.000 Schusswaffen wurden dabei eingezogen und vernichtet. Waffenreform
Der Dokumentarfilm zeigt, wie eine nationale Tragödie zu bedeutenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen führen kann.


