
Über die Episode
Die 15-jährige Martha Moxley wurde in der Nacht zum 30. Oktober 1975 in der exklusiven Belle-Haven-Enklave im amerikanischen Greenwich, Connecticut, totgeschlagen aufgefunden. Nun – knapp 50 Jahre später – rollt Journalist Andrew Goldman den Fall in der zwölfteiligen Podcast-Serie Dead Certain: The Martha Moxley Murder von Grund auf neu auf. NBC News Studios veröffentlichte die erste Folge am 10. Oktober 2024, kurz vor dem 49. Jahrestag des Mordes.
Ein Fall im Schatten einer mächtigen Dynastie
Was den Fall Martha Moxley von Beginn an außergewöhnlich machte, waren die Namen, die früh ins Visier der Ermittler gerieten. Moxley war Nachbarin der Familie Skakel – einer wohlhabenden Familie mit Verbindungen zur Kennedy-Dynastie. Die Brüder Thomas und Michael Skakel galten beide früh als Verdächtige. Thomas Skakel, zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt, wurde nie formell angeklagt. Sein jüngerer Bruder Michael Skakel, damals 15 Jahre alt, stand erst Jahrzehnte später vor Gericht.
Im Januar 2000 – 25 Jahre nach dem Mord – wurde Michael Skakel formell angeklagt. Im Juni 2002 verurteilte ihn ein Gericht zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren bis lebenslänglich ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Das Urteil war historisch: Es stellte fest, dass Skakel trotz seines damaligen Alters als Erwachsener verurteilt werden konnte. Doch der Fall war damit nicht abgeschlossen. Der Oberste Gerichtshof von Connecticut bestätigte das Urteil 2013 mit knapper 4:3-Mehrheit – nur um es fünf Jahre später vollständig aufzuheben, diesmal mit der Begründung einer unzureichenden Strafverteidigung. Am 12. Oktober 2018 ließ die Staatsanwaltschaft alle Anklagen gegen Skakel fallen und erklärte, die Beweislage reiche nicht aus, um eine Schuld zweifelsfrei nachzuweisen.
Was bringt Dead Certain Neues?
Andrew Goldman ist ein erfahrener investigativer Journalist, und NBC News Studios hat erheblich in die Produktion investiert. Die Serie verspricht originäre Recherchen, bislang unveröffentlichtes Archivmaterial und neue investigative Erkenntnisse, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurden. Das Format erlaubt Goldman, den Fall Folge für Folge zu entfalten – vom Tatort in Greenwich über die Gerichtssäle in Connecticut bis hin zu den Familiengeheimnissen, die nach und nach ans Licht kamen.
Für Hörerinnen und Hörer, die True-Crime-Podcasts verfolgen, bietet Dead Certain klassische Zutaten: eine privilegierte Wohngegend, ein junges Mädchen, das in der Nacht vor Halloween ermordet wird, der lange Schatten einer mächtigen Dynastie und ein Justizsystem, das den Fall wiederholt nicht lösen konnte. Die Kombination aus Reichtum, Einfluss und Ungerechtigkeit hat dafür gesorgt, dass dieser ungeklärte Mordfall seit 50 Jahren im kollektiven Gedächtnis bleibt.
Das 50-Jahr-Jubiläum rückt näher
Dass der Podcast im Oktober 2024 erschien, war kein Zufall. Am 30. Oktober 2025 jährt sich der Mord an Martha Moxley zum 50. Mal – und das mediale Interesse an diesem Jubiläum ist enorm. Dead Certain positioniert sich als die bislang umfassendste Aufarbeitung des Falls in genau jenem Zeitfenster, in dem die Öffentlichkeit besonders intensiv an das Verbrechen erinnert.
Für alle, die sich für amerikanische Kriminalfälle interessieren, ist der Fall ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Geld und Einfluss das Funktionieren der Justiz beeinflussen können – und warum manche Fälle trotz jahrelanger Ermittlungen, mehrerer Gerichtsverfahren und unzähliger Schlagzeilen bis heute offiziell ungeklärt bleiben.


