Fallakte

Beverly Allitt: Die Krankenschwester, die vier Kinder tötete

Mordserie auf einer Kinderstation in England

🇬🇧 Britisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A figure resembling Beverly Allitt, wearing a nurse's uniform, stands in a dim hospital ward at Grantham, holding a syringe with a chilling demeanor amidst empty child-sized beds.
BEWEIS

Fakten

TäterBeverley Gail Allitt
OpferLiam Taylor, Timothy Hardwick, Becky Phillips, Claire Peck (killed); nine additional children (survived)
TatortWard 4, Grantham and Kesteven Hospital, Lincolnshire, England
TatzeitpunktFebruary–April 1991
DeliktMurder, attempted murder, grievous bodily harm – committed against children while on nursing duty

Die Mordserie auf der Kinderstation

Beverly Gail Allitt war als staatlich geprüfte Krankenschwester am Grantham and Kesteven Hospital in Lincolnshire, England, angestellt. Zwischen Februar und April 1991 griff sie innerhalb von nur 59 Tagen auf der Kinderstation 13 Kinder an. Vier von ihnen starben an den Folgen ihrer Taten.

Die vier ermordeten Kinder waren Liam Taylor, Timothy Hardwick, Becky Phillips und Claire Peck. Neun weitere Kinder überlebten ihre Angriffe, trugen jedoch teilweise schwere gesundheitliche Schäden davon.

Tödliche Methoden einer [INTERN LINK: Serienmörderin]

Allitt war die einzige Krankenschwester, die während aller Angriffe im Dienst war. Sie hatte uneingeschränkten Zugang zu gefährlichen Medikamenten, darunter Insulin, Kalium und andere Substanzen. Ihre Angriffsmethoden umfassten die Injektion von Luftblasen in die Blutbahn, die Verabreichung von Insulin- und Kaliumüberdosen, Ersticken sowie die Manipulation medizinischer Überwachungsgeräte.

Zeitlinie

1. Februar 1991

Beginn der Mordserie

Beverly Allitt beginnt ihre Angriffe auf Kinder am Grantham and Kesteven Hospital.

30. April 1991

Ende der Angriffsserie

Nach 59 Tagen und 13 Angriffen endet die Mordserie. Vier Kinder sind gestorben.

1. Januar 1991

Polizei wird informiert und Ermittlungen werden eingeleitet

Das Krankenhaus informiert die Polizei in Lincolnshire nach einem auffälligen Muster kritischer Vorfälle auf der Station. Die Ermittlungen decken Übereinstimmungen mit Allitts Schichten auf.

1. Mai 1993

Verurteilt am Nottingham Crown Court – Mai 1993

Beverley Allitt wird im Mai 1993 am Nottingham Crown Court wegen vierfachen Mordes, dreifachen Mordversuchs und sechsfacher schwerer Körperverletzung verurteilt. Sie erhält 13 lebenslange Haftstrafen.

Die ungewöhnliche Häufung von Notfällen und Todesfällen auf der Kinderstation löste schließlich eine interne Untersuchung aus, die zur Einschaltung der Polizei führte.

Die Ermittlungen und Überführung

Die Polizei identifizierte Allitt als Hauptverdächtige, indem sie Dienstpläne und Pflegeprotokolle akribisch auswertete. Statistische Analysen belegten, dass sie bei allen 13 verdächtigen Vorfällen anwesend war – die Wahrscheinlichkeit für einen zufälligen Zusammenhang lag bei weniger als eins zu zehn Millionen.

Allitt wurde im November 1991 verhaftet und vor Gericht gestellt. Am 28. Mai 1993 wurde sie in vier Fällen des Mordes, elf Fällen des versuchten Mordes und elf Fällen schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen.

Urteil und Unterbringung

Das Gericht verurteilte Beverly Allitt zu 13 lebenslangen Freiheitsstrafen, die gleichzeitig zu verbüßen sind. Sie wurde in das Rampton Secure Hospital in Nottinghamshire eingewiesen, eine forensisch-psychiatrische Hochsicherheitseinrichtung, wo sie bis heute untergebracht ist.

Nach ihrer Verurteilung gestand Allitt während ihres Aufenthalts in der psychiatrischen Einrichtung drei der vier Morde sowie sechs der Angriffe. Die Motive für ihre Taten werden mit dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom in Verbindung gebracht – einer psychischen Störung, bei der Betroffene anderen Menschen Schaden zufügen, um anschließend als Helfer auftreten zu können.

Langzeitfolgen für die Opfer und das Gesundheitssystem

Der Fall Beverly Allitt führte zu grundlegenden Änderungen in den Sicherheitsprotokollen britischer Krankenhäuser. Die Überprüfung von medizinischem Personal wurde verschärft, und es wurden strengere Kontrollen beim Zugang zu gefährlichen Medikamenten eingeführt.

Für die Familien der Opfer bedeutete der Fall jahrzehntelange Trauer und das traumatische Wissen, dass ihre Kinder einer Person ausgeliefert waren, der sie hätten vertrauen können. Mehrere Überlebende leiden bis heute unter den physischen und psychischen Folgen der Angriffe.

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