Bobby Shmurda: Vom Rap-Star zum Anführer der GS9-Gang
Wie der Erfolg des Rappers in einer Anklage wegen Mordes und Bandenführung endete
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Klassifizierung:
Fakten
Erste Verhaftung in Brooklyn
Ackquille Jean Pollard, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bobby Shmurda, wurde am 3. Juni 2014 von der New Yorker Polizei in Brooklyn festgenommen. Die erste Verhaftung betraf illegalen Waffenbesitz – die Ermittler behaupteten, er habe versucht, eine Schusswaffe in einem Sofa zu verstecken. Doch dies sollte sich als nur der Anfang einer weitreichenden strafrechtlichen Verfolgung erweisen.
Der Mann hinter GS9
GS9 ist ein amerikanisches Hip-Hop-Kollektiv und zugleich eine Straßengang mit Sitz in New York City. Bobby Shmurda wurde von der Staatsanwaltschaft als Anführer dieser organisierte Kriminalität beschuldigt, die zwischen 2013 und 2014 für eine Vielzahl schwerer Verbrechen in Brooklyn verantwortlich gewesen sein soll.
Am 17. Dezember 2014 wurde Shmurda offiziell wegen deutlich schwererer Vergehen angeklagt: Verschwörung zum Mord, rücksichtsloses Verhalten sowie Besitz von Drogen und Schusswaffen. Die Kaution wurde auf zwei Millionen US-Dollar festgesetzt. Er plädierte auf "nicht schuldig".
Zeitlinie
Erste Festnahme in Brooklyn
Ackquille Jean Pollard wurde am 3. Juni 2014 in Brooklyn wegen des Vorwurfs des illegalen Waffenbesitzes festgenommen — unabhängig von der späteren großangelegten Ermittlung.
Koordinierte Festnahme in Manhattan
Am 17. Dezember 2014 wurde Pollard in der Nähe der Quad Recording Studios, 723 Seventh Avenue, Manhattan, im Rahmen einer langwierigen Ermittlung zu bandenbezogener Gewalt und Drogenhandel festgenommen.
Pollard bekennt sich schuldig
Am 9. September 2016 bekannte sich Pollard im Rahmen eines Schuldbekenntnisses (guilty plea) der Verschwörung im vierten Grad sowie des kriminellen Waffenbesitzes im zweiten Grad schuldig.
Urteil: sieben Jahre Haft
Am 19. Oktober 2016 wurde Pollard gemäß der Schuldbekenntnis-Vereinbarung zu sieben Jahren Haft sowie fünf Jahren Bewährung nach der Entlassung verurteilt.
Pollard aus der Haft entlassen
Am 23. Februar 2021 wurde Ackquille Jean Pollard nach gut sechs Jahren Haft entlassen, wobei die bereits verbüßte Untersuchungshaft angerechnet wurde.
Kriminelle Aktivitäten der Gang
Laut Anklage war die GS9-Organisation für eine Serie von Verbrechen entlang des Kings Highway bis nach East Flatbush in Brooklyn verantwortlich. Zu den vorgeworfenen Taten gehörten mehrere Mord, nicht-tödliche Schießereien und Drogenhandel. Unter den Opfern befand sich auch ein 19-jähriges Mitglied der rivalisierenden BMW-Gang.
Die Ermittlungen zeichneten das Bild einer gut organisierten kriminellen Struktur, die den Stadtteil über einen längeren Zeitraum terrorisierte. Die Staatsanwaltschaft warf der GS9 vor, systematisch Bandenkriminalität betrieben zu haben, während einige ihrer Mitglieder gleichzeitig eine Musikkarriere verfolgten.
Harte Strafen für GS9-Mitglieder
Ende 2014 und in den Folgejahren wurden mehrere Mitglieder der GS9-Organisation verurteilt. Besonders drastisch fiel das Urteil gegen Rashid "Rasha" Derissant aus, der zu 98 Jahren und vier Monaten bis lebenslänglich verurteilt wurde. Die Strafen betrafen Mord, versuchten Mord und Verschwörung im Zeitraum von Januar 2013 bis Oktober 2014.
Die harten Urteile sollten ein Zeichen setzen und zeigten, wie ernst die New Yorker Justiz die Bandenkriminalität in Brooklyn nahm.
Vom Rap-Star zum Angeklagten
Bobby Shmurda hatte als Rapper bereits erhebliche Bekanntheit erlangt, bevor seine kriminelle Vergangenheit ihn einholte. Er arbeitete unter anderem mit dem renommierten Plattenlabel Epic Records zusammen. Die Trennung von dem Label erfolgte im März 2022.
Der Fall von Bobby Shmurda zeigt die komplexen Verflechtungen zwischen der Unterhaltungsindustrie und der organisierten Kriminalität in New York City. Seine Geschichte verdeutlicht, wie schwierig es für einige Künstler ist, sich von ihrem kriminellen Umfeld zu lösen, selbst wenn der musikalische Erfolg winkt.
Fazit
Die Quellen rund um Bobby Shmurdas Fall dokumentieren eindrücklich, wie Bandenaktivitäten und Musikkarriere in den Straßen New Yorks miteinander verwoben sein können. Seine Geschichte steht exemplarisch für viele junge Rapper, die zwischen zwei Welten gefangen sind – eine Realität, die nicht nur die Beteiligten selbst, sondern auch ihre Gemeinschaften nachhaltig prägt.
Zu diesem Fall fragen
Antworten nur aus der Berichterstattung von KrimiNytDiesem Fall folgen
Erhalte eine E-Mail, wenn eine neue Doku, ein Podcast oder ein Buch zu Bobby Shmurda: Vom Rap-Star zum Anführer der GS9-Gang erscheint oder ein Urteil fällt.


