Fallakte

Die Morde von Narsaq — Abel Klemmensen tötete sieben Menschen in der Silvesternacht 1990

Ein nationales Trauma Grönlands

🌍 International

Veröffentlicht 23. Mai 2026

BEWEIS

Fakten

TäterAbel Mikaelsen Klemmensen (18 years old at the time of the crime)
OpferThe names of the seven victims have not been made public
TatortUngbo area, Narsaq, Greenland
TatzeitpunktJanuary 1, 1990
DeliktMassacre / multiple homicides with firearms

Abel Klemmensen erschoss in der Silvesternacht 1990 sieben seiner Kameraden in der südgrönländischen Stadt Narsaq und löste damit eines der schwersten Verbrechen in der neueren Geschichte Grönlands aus. Der Fall gilt bis heute als nationales Trauma — und beschäftigt die Justiz immer wieder, wenn Fragen nach Bewährung oder Verlegung aufgeworfen werden.

Der Fall in Kürze

Die Morde von Narsaq zählen zu den bekanntesten und schwerwiegendsten Kriminalfällen der neueren grönländischen Geschichte. Der damals junge Abel Klemmensen tötete in der Nacht auf den 1. Januar 1990 mit einer Schusswaffe sieben Menschen aus seinem Bekanntenkreis. Er wurde rasch identifiziert, verhaftet und verurteilt. Seitdem ist er in der Anstalt Herstedvester in Dänemark untergebracht — einem Gefängnis, das auf die Behandlung schwerer Straftäter spezialisiert ist.

Der Fall wird in grönländischen und dänischen Medien bis heute regelmäßig aufgegriffen, insbesondere wenn Fragen zur Bewährungsentlassung, Verlegung oder Resozialisierung Klemmensens aufkommen.

Zeitlinie

1. Januar 1990

Sieben Tote in Narsaq

In der Silvesternacht 1990 erschießt Abel Klemmensen sieben seiner Kameraden in der südgrönländischen Stadt Narsaq.

1. März 1991

Urteil: zeitlich unbegrenzte Sicherungsverwahrung

Klemmensen wird schuldig gesprochen und zu zeitlich unbegrenzter Sicherungsverwahrung in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt, unter anderem in Herstedvester.

1. Dezember 2015

Bedingte Entlassung mit fünf Jahren Bewährungszeit

Nach knapp 25 Jahren Unterbringung wird Klemmensen im Dezember 2015 bedingt entlassen, mit einer Bewährungszeit von fünf Jahren.

Die Tat

Was in jener Silvesternacht 1990 in Narsaq geschah, wird in grönländischen Medien als eines der blutigsten Einzelverbrechen in der Geschichte des Landes beschrieben. Abel Klemmensen nutzte eine Schusswaffe und tötete sieben Personen, die in der Berichterstattung durchgängig als seine Kameraden bezeichnet werden — Menschen aus demselben Alters- und Bekanntenkreis.

Die genauen technischen Details — Anzahl der Schüsse, Waffenart, minutiöser Tathergang — gehen aus den öffentlich zugänglichen Quellen nicht eindeutig hervor. Was feststeht: Der Täter verwandelte eine festliche Nacht in eine Katastrophe, die eine ganze Stadt erschütterte.

In Narsaq, einer Stadt mit nur wenigen tausend Einwohnern, bedeutete der Verlust von sieben jungen Menschen in einer einzigen Nacht, dass nahezu jede Familie direkt oder indirekt betroffen war. In einer Gesellschaft, in der alle jeden kennen, hinterließ die Tat ein kollektives Trauma, das bis heute spürbar ist.

Die Opfer

Sieben Menschen starben in jener Nacht. Sie werden in grönländischen Medien als Kameraden des Täters beschrieben — Gleichaltrige aus demselben sozialen Umfeld wie Abel Klemmensen, der zum Tatzeitpunkt ein junger Erwachsener war.

Die konkreten Namen und Altersangaben der sieben Opfer sind in den zugänglichen Quellen nicht veröffentlicht worden. Übereinstimmend wird jedoch berichtet, dass es sich um junge Menschen aus Narsaq handelte und dass ihr Tod tiefe Wunden im Umfeld der Angehörigen und in der gesamten Gemeinde hinterlassen hat — Wunden, die laut jüngerer Berichterstattung auch 36 Jahre danach noch zu spüren sind.

Ermittlungen

Die Ermittlungen wurden von der grönländischen Polizei mit Unterstützung dänischer Behörden geführt. Die Identifizierung des Täters erfolgte rasch: Abel Klemmensen wurde schnell als Tatverdächtiger ermittelt und festgenommen. Die Beweislage war nach Aktenlage eindeutig und führte zu einer sicheren Verurteilung.

Die konkreten Ermittlungsschritte — Verhöre, technische Untersuchungen, Ballistik — sind in den öffentlich verfügbaren Quellen nicht im Detail dokumentiert. Das grönländische Rechtssystem behandelt schwere Fälle in enger Zusammenarbeit mit dem dänischen. Da Grönland bis vor Kurzem über keine geeignete geschlossene Verwahrungsanstalt verfügte, wurden zu Unterbringungsstrafen verurteilte Personen traditionell nach Dänemark überstellt.

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Urteil und Unterbringung

Abel Klemmensen wurde des siebenfachen Mordes für schuldig befunden und zu einer unbefristeten Unterbringung verurteilt. Er wurde in der Anstalt Herstedvester in Dänemark untergebracht, wo er sich mehr als drei Jahrzehnte nach der Tat noch immer befindet.

Die Anstalt Herstedvester ist auf die psychiatrische Behandlung und Verwahrung von Straftätern spezialisiert, die als besonders gefährlich oder schwer therapierbar gelten. Klemmensens Fall wird dort seit Jahrzehnten weitergeführt — ohne dass eine Entlassung in Sicht ist.

Jahrzehnte hinter Gittern

2017 berichtete der grönländische Rundfunk KNR, dass Abel Klemmensen den Wunsch geäußert habe, aus der Anstalt Herstedvester nach Grönland verlegt zu werden. Der Wunsch blieb bis auf Weiteres unerfüllt.

2023 vermeldete die grönländische Zeitung Sermitsiaq, dass Klemmensen eine fünfjährige Bewährungsphase zugesprochen worden sei — ein Schritt, der eine mögliche spätere Entlassung vorbereiten sollte.

Anfang 2025 berichtete Sermitsiaq jedoch, dass eine Bewährungsentlassung abgelehnt wurde. Abel Klemmensen sitzt weiterhin ein — 36 Jahre nach der Tat, in einem fremden Land, weit entfernt von Grönland.

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