Jack the Stripper: Sechs Morde ohne Lösung in London
Die ungeklärte Mordserie von Hammersmith 1964-1965
Veröffentlicht 6. Juni 2025

Klassifizierung:
Fakten
Eine brutale Mordserie erschüttert London
Zwischen 1964 und 1965 wurden mindestens sechs Frauen im Gebiet um Hammersmith und entlang der Themse in West-London brutal ermordet. Der unbekannte Täter erhielt den makabren Spitznamen 'Jack the Stripper' – eine Anspielung auf den berüchtigten Jack the Ripper, der fast achtzig Jahre zuvor sein Unwesen getrieben hatte.
Zu den Opfern gehörten Hannah Tailford, Frances Brown, Helen Barthelemy und Mary Fleming – alle arbeiteten als Prostituierte. Die Frauen wurden nackt oder entkleidet aufgefunden, alle waren mit ihrer eigenen Kleidung stranguliert worden. Besonders verstörend: Dem Täter wurden systematisch die Zähne seiner Opfer entfernt.
Die Spur der Farbspritzer
Eine entscheidende Spur in den Ermittlungen waren Farbspritzer, die an den Leichen gefunden wurden. Diese konnten mit Autowerkstätten in Verbindung gebracht werden, was den Kreis möglicher Verdächtiger erheblich einschränkte. Die Polizei konzentrierte ihre Ermittlungen darauf, Männer zu identifizieren, die Zugang zu entsprechenden Werkstätten hatten und gleichzeitig mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung standen.
Zeitlinie
Hannah Tailford tot aufgefunden
Am 2. Februar 1964 wurde Hannah Tailford tot aufgefunden. Sie gilt als das erste offiziell zugeordnete Opfer der Hammersmith-Morde.
Irene Lockwood tot aufgefunden
Am 8. April 1964 wurde Irene Lockwood tot in West London aufgefunden, das zweite bestätigte Opfer in dem Fall.
Helen Barthelemy tot aufgefunden
Am 24. April 1964 wurde Helen Barthelemy tot aufgefunden – das dritte Opfer, das innerhalb weniger Monate gefunden wurde.
Mary Fleming tot aufgefunden
Am 14. Juli 1964 wurde Mary Fleming tot in West London aufgefunden. Sie ist das vierte namentlich bekannte Opfer in dem Fall.
Bridget O'Hara tot aufgefunden
Im Februar 1965 wurde Bridget O'Hara tot aufgefunden – das letzte namentlich bekannte Opfer in dem offiziell zugeordneten Teil des Falls.
Die Jagd auf den Täter
Die Ermittlungen unter der Leitung von Polizeiinspektor Du Rose verliefen systematisch. Die Liste der Verdächtigen wurde zunächst auf 20 Männer eingegrenzt, dann auf 10 und schließlich auf nur noch 3 Personen reduziert. 1965 trat Du Rose mit einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und adressierte den Fall direkt – ein ungewöhnlicher Schritt, der möglicherweise kalkuliert war.
Nach dieser Pressekonferenz ereigneten sich keine weiteren Serienmorde dieses Musters mehr. Diese auffällige Tatsache führte zu verschiedenen Spekulationen: Hatte die öffentliche Aufmerksamkeit den Täter abgeschreckt? War er möglicherweise verstorben? Oder gehörte er zu den drei verbliebenen Verdächtigen, gegen die jedoch keine ausreichenden Beweise vorlagen?
Theorien und Verdächtige
Trotz intensiver polizeilicher Ermittlungen wurde der Mörder nie identifiziert oder verhaftet. Der Fall bleibt bis heute ungelöst und gehört zu den mysteriösesten Cold Cases der britischen Kriminalgeschichte.
In neueren Untersuchungen wurde Harold Jones als möglicher Hauptverdächtiger ins Spiel gebracht. Diese Theorie konnte jedoch nie bestätigt werden, und Jones bleibt eine Spekulation unter Ermittlern und True-Crime-Forschern, keine bewiesene Tatsache.
Weitere mögliche Opfer
Einige Forscher vermuten, dass zwei frühere Morde in West-London aus den Jahren 1959 und 1963 demselben Täter zugeschrieben werden könnten. Falls sich diese Verbindung beweisen ließe, würde dies die Mordserie noch weitreichender machen und das wahre Ausmaß der Verbrechen enthüllen.
Die Tatsache, dass die Morde abrupt nach Du Roses öffentlichem Auftritt endeten, nährt verschiedene Theorien. Möglicherweise verstarb der Täter, beging Suizid oder zog aus dem Gebiet weg. Eine andere Möglichkeit ist, dass er zu den drei finalen Verdächtigen gehörte und durch die intensive Polizeipräsenz und Überwachung von weiteren Taten abgehalten wurde.
Die Mordserie von Hammersmith erinnert an die dunkle Seite des Londoner Nachtlebens der 1960er Jahre und an die Vulnerabilität von Frauen in der Sexarbeit. Bis heute warten die Familien der Opfer auf Antworten – Antworten, die möglicherweise nie kommen werden.
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