Fallakte

Leopold und Loeb: Das perfekte Verbrechen endete in Katastrophe

Zwei Studenten wollten den perfekten Mord begehen — eine Brille wurde ihr Verhängnis

🇺🇸 Amerikanisch

Veröffentlicht 6. Juni 2025

A vintage Willys-Knight car parked on a quiet Chicago street, its rear door slightly ajar, a small bloodstain visible on the seat, evoking the chilling start of the Bobby Franks murder case.
BEWEIS

Fakten

TäterNathan Freudenthal Leopold Jr. and Richard Albert Loeb
OpferRobert "Bobby" Franks, 14 years old
TatzeitpunktMay 21, 1924
DeliktKidnapping and murder

Am 21. Mai 1924 wurde der 14-jährige Robert 'Bobby' Franks in Chicago entführt und ermordet. Das Opfer war ein entfernter Cousin eines der Täter, Richard Albert Loeb. Bereits einen Tag später fand man die Leiche des Jungen in einem Abwasserkanal nahe der Grenze zwischen Illinois und Indiana.

Es dauerte nur wenige Tage, bis die Polizei die Täter identifizierte: Nathan Freudenthal Leopold Jr. und Richard Albert Loeb. Die beiden Männer waren wohlhabende Absolventen der University of Chicago, Mitglieder angesehener jüdischer Familien – und nach eigener Aussage hatten sie die Mordtat über Monate hinweg geplant.

Die Vision vom perfekten Verbrechen

Leopold und Loeb verfolgten ein klares Ziel: Sie wollten das "perfekte Verbrechen" begehen – eine Tat, die so durchdacht war, dass sie niemals gefasst werden würden. Ihre Wahl fiel auf den jungen Bobby Franks, den sie unter dem Vorwand einer Spritztour in ihr Auto lockten. Während der Fahrt schlugen sie ihn mit einem Meißel brutal nieder und erstickten ihn schließlich durch Knebeln.

Zeitlinie

21. Mai 1924

Bobby Franks in Chicago entführt und getötet

Am 21. Mai 1924 entführen Nathan Leopold und Richard Loeb den 14-jährigen Robert Franks in Chicago, Illinois. Das Opfer wird noch am selben Tag getötet.

1. Januar 1924

Beide Angeklagten gestehen und werden 1924 angeklagt

Leopold und Loeb werden verhaftet und bekennen sich im Laufe des Jahres 1924 beide schuldig der Entführung und des Mordes.

1. Januar 1924

Urteil am Cook County Circuit Court im Jahr 1924

Richter John R. Caverly verurteilt beide Täter zu lebenslanger Haft für den Mord sowie zu 99 Jahren Haft für die Entführung.

1. Januar 1936

Richard Loeb stirbt 1936 im Gefängnis

Richard Albert Loeb stirbt 1936 im Gefängnis. Das Urteil gegen ihn hatte bis zu seinem Tod Bestand.

Nach dem Mord an einem Kind versuchten die Täter, von der Familie Franks Lösegeld zu erpressen. Gleichzeitig wollten sie die Leiche unkenntlich machen, indem sie Säure über den Körper gossen, bevor sie ihn im Kanal entsorgten.

Der fatale Fehler

Doch der Plan des perfekten Verbrechens scheiterte an einem simplen, unvorhergesehenen Fehler: Leopold verlor seine Brille am Tatort. Dies sollte sich als verhängnisvoll erweisen.

Die Brille verfügte über eine spezielle patentierte Feder, die nur in einem einzigen Geschäft in Chicago verkauft wurde. Als die Polizei die Brille untersuchte, stellte sich heraus, dass nur drei Personen in ganz Chicago ein solches Modell gekauft hatten – eine davon war Nathan Leopold.

Im Sommer 1924 standen Leopold und Loeb vor Gericht in Chicago. Sie bekannten sich sowohl der Entführung als auch des Mordes schuldig. Die Verteidigung übernahm der berühmte Anwalt Clarence Darrow, der auf ein Verfahren ohne Geschworene setzte und direkt vor dem Richter plädierte.

Widersprüchliche Aussagen vor Gericht

Die beiden Angeklagten lieferten jedoch widersprüchliche Aussagen während des Prozesses. Jeder versuchte, die Schuld für den eigentlichen Mord dem anderen zuzuschieben. Die meisten Beobachter gingen davon aus, dass Loeb die tödlichen Schläge ausgeführt hatte.

Lebenslange Haftstrafen

Beide, Leopold und Loeb, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall wurde zu einem der meistdiskutierten Kriminalfälle der Epoche und inspirierte zahlreiche spätere Werke über Verbrechen und Moral, darunter Alfred Hitchcocks Film "Rope" ("Cocktail für eine Leiche") aus dem Jahr 1948.

Der Fall Leopold und Loeb zeigt eindrücklich, wie Hybris und der Glaube an die eigene intellektuelle Überlegenheit zu einer unfassbaren Tat führen können – und wie selbst die ausgefeiltesten Pläne an den kleinsten Details scheitern.

Medienberichterstattung

Documentaries

  • Das perfekte Verbrechen: Leopold, Loeb und der Mord an Bobby Franks(2026)

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